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      Genehmigungsfreistellung

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      Einverständniserklärung für die Ausstellung eines Personalausweises/Reisepasses bei Minderjährigen

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      Einverständniserklärung des abwesenden Elternteils bei der Beantragung eines Kinderreisepasses oder Ausweises

      Bad Oeynhausener Reha-Kliniken setzten auf das Krankenhaus in Bad Oeynhausen

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      Die Geschäftsführer der Reha-Kliniken in Bad Oeynhausen haben in einem Gespräch mit Landrat Ali Doğan und Bürgermeister Lars Bökenkröger die Bedeutung des Krankenhauses Bad Oeynhausen für den Gesundheitsstandort unterstrichen. Hintergrund des Gesprächs sind die derzeitigen Gespräche über die Organisation der Kliniklandschaft unter dem Dach der Mühlenkreiskliniken. „Die Idee zu dem Gespräch war bei einem meiner turnusmäßigen Treffen mit den Klinik-Geschäftsführern im Frühjahr aufgekommen und der Landrat ist dem gerne nachgekommen“, sagt Bürgermeister Lars Bökenkröger. Für die Reha-Kliniken sei ein Krankenhaus der Grundversorgung am Standort ein wichtiger Faktor. Die Reha-Kliniken wiederum sind ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt: Sie schaffen mit ihren 2300 Betten 2100 Arbeitsplätze. „In der derzeitigen Diskussion um die Entwicklung der Mühlenkreiskliniken in Bad Oeynhausen liegt der Fokus derzeit sicherlich auf einer möglichen Kooperation mit dem Herz- und Diabeteszentrum NRW, was auch wichtig ist,“ sagt Michael Grosskurth, Verwaltungschef der Klinik Bad Oexen, Kreistagsmitglied, Mitglied des Verwaltungsrates der Mühlenkreiskliniken und zudem stellvertretender Landrat des Mühlenkreises. „Häufig wird in der Öffentlichkeit und in der Politik unterschätzt, wie wichtig das Kooperationsgeflecht zwischen den Rehakliniken und dem Akutbehandler beziehungsweise einem Krankenhaus ist. Auf Grund der extrem geringen Verweildauerzeiten in den Krankenhäusern ist bei einer Vielzahl von akut erkrankten Patienteninnen und Patienten die sektorübergreifende Weiterversorgung unterschiedlichster Fachrichtungen durch den Behandlungspfad Krankenhaus/Rehaklinik nicht wegzudenken.“ Die Vertreter der Rehabilitationseinrichtungen sehen sich als wichtigen Partner insbesondere zum Krankenhaus in Bad Oeynhausen hinsichtlich der adäquaten und qualifizierten Nachbehandlung. Darüber hinaus komme es regelmäßig vor, dass Patienteninnen und Patienten aus den Rehakliniken notfallmäßig ins Krankenhaus Bad Oeynhausen eingewiesen werden müssen, da akut Komplikationen aufgetreten seien. „Nicht allein durch das Herzzentrum NRW, dem Krankenhaus Bad Oeynhausen, die Auguste-Viktoria-Klinik, sondern durch die Vielzahl der Bad Oeynhausener Rehabilitationseinrichtungen, spreche ich bewusst von einem Schwerpunkt- Standort der Gesundheitsmedizin“, sagt Grosskurth weiter. Und das suche vielleicht sogar bundesweit Seinesgleichen. Die Reha-Klinikvertreter setzten sich in einem hohen Maße dafür ein, dass die medizinisch stationäre Krankenhausversorgung in Bad Oeynhausen auch zukünftig bestehen bleibe. Landrat Ali Doğan machte deutlich, dass bei der Entwicklung der Mühlenkreiskliniken selbstverständlich alle Aspekte des Gesundheitsstandortes Bad Oeynhausen betrachtet würden. „Natürlich haben wir dabei auch die Reha-Kliniken im Blick,“ sagte er im Kreis der Klinikgeschäftsführer. Darüber hinaus erläuterte er den Stand der Gespräche zwischen den Mühlenkreiskliniken und dem Gesundheitsministerium in Düsseldorf. Und da spiele auch der Gesundheitsstandort Bad Oeynhausen eine besondere Rolle. „Dabei ist die ganz klare Botschaft: Der Standort des Krankenhauses als Grundversorger ist gesetzt. Der Standort wird nicht geschwächt aus dem Prozess hervorgehen.“ Gleichzeitig bot er an, die Kliniken im Bereich Marketing zu unterstützen, um das Image der Rehabilitationsmedizin vor allem auch im Bereich der Landes- und Bundespolitik zu stärken. Bereits vor zwei Wochen hatte es ein Gespräch zwischen dem Landrat, dem Bürgermeister und dem Freundeskreis Krankenhaus Bad Oeynhausen gegeben. „Wichtig ist, dass wir in dieser elementaren Frage unseres Krankenhauses im Dialog bleiben,“ sagt Bürgermeister Lars Bökenkröger. Es gelte, alle Beteiligten mitzunehmen und den Entscheidungsprozess transparent und nachvollziehbar für die Bürgerinnen und Bürger zu gestalten. Die Mühlenkreiskliniken arbeiten bereits seit Längerem an einer Neuordnung der Kliniklandschaft. Vorgesehen war bisher, die Auguste-Viktoria-Klinik und das Krankenhaus Bad Oeynhausen am Standort des Krankenhauses in einem Neubau zusammenzuführen. Für den Altkreis Lübbecke war vorgesehen, die Krankenhausstandorte Lübbecke und Rahden in einem neuen, zentral gelegenen Neubau zusammenzulegen. Angesichts der derzeit angespannten Finanzlage im Gesundheitssektor ist offen, ob diese Pläne umgesetzt werden können.

      Grundbesitzabgaben

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      Die Grundsteuer ist objektbezogen gestaltet und richtet sich nach Wert und Beschaffenheit eines Grundstücks. Das Grundsteuerverfahren ist zweigeteilt. Das zuständige Finanzamt setzt im Rahmen der Bewertung eines Grundstückes den sog. Einheitswert fest. Unter Anwendung einer Steuermesszahl wird der Grundsteuermessbetrag errechnet. Die Höhe des Einheitswertes und des Messbetrages ergeben sich aus dem jeweiligen Einheitswert- und Grundsteuermessbescheid, den jeder Eigentümer vom Finanzamt erhält. Die Gemeinde multipliziert den Grundsteuermessbetrag mit dem jeweiligen Hebesatz der Gemeinde und setzt die Grundsteuer durch den Bescheid über Grundbesitzabgaben fest. Dieser Bescheid wird jedem Eigentümer grundsätzlich am Jahresanfang für das laufende Jahr bekannt gegeben. Die Grundsteuer wird in vierteljährlichen Vorauszahlungsraten (jeweils zum 15.02./ 15.05./ 15.08./ 15.11.) fällig. Auf Antrag kann die Grundsteuer auch in einem Jahresbetrag zum 01.07. entrichtet werden. Der Antrag ist bis zum 30.09. des Vorjahres zu stellen. Die Grundsteuerhebesätze werden vom Rat der Stadt beschlossen. Grundsteuerhebesatz: Grundsteuer A = 276 v. H. Grundsteuer B = 552 v. H. Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich an die unten stehende Organisationseinheit. Gebühren werden erhoben für städtische Leistungen wie Abwasserentsorgung Abfallentsorgung Straßenreinigung Die Höhe der jeweiligen Gebühren ergibt sich aus der jährlichen Kostenkalkulation. Die Gebühren werden wie die Grundsteuer in vierteljährlichen Vorauszahlungsraten (jeweils zum 15.02./ 15.05./ 15.08./ 15.11.) fällig. Bei Fragen zu den Gebühren wenden Sie sich an die Stadtwerke Bad Oeynhausen (AöR) Weserstr. 23 2545 Bad Oeynhausen Telefon +49(0)5731 139000 Fax +49(0)5731 139900 E-Mail info@stadtwerke-badoeynhausen.de www.stadtwerke-badoeynhausen.de Entwässerungsgebühren: Der Beitrag beträgt 3,00 € je Quadratmeter (m²) Veranlagungsfläche Abfallentsorgungsgebühren: Die Benutzungsgebühr beträgt jährlich: für jedes 80-l-Restmüllgefäß: 81,60 € für jede 80-l-Biotonne: 55,20 € bei 14-tägiger Entleerung für jedes 120-I-Restmüllgefäß 122,40 € für jede 120-l-Biotonne 82,80 € bei 14-tägiger Entleerung für jedes 240-I-Restmüllgefäß 244,80 € für jede 240-l-Biotonne 165,60 € bei 14-tägiger Entleerung Straßenreinigung: Die Benutzungsgebühr je Frontmeter (Absätze 1 – 3) beträgt jährlich: Für Fußgängerzonen: 2,75 € Für Straßen, die vorwiegend dem Anliegerverkehr dienen: 1,55 € Für Straßen des innerörtlichen Verkehrs: 1,40 € Für Straßen des überörtlichen Verkehrs 1,25 € Bei mehrfacher Reinigung vervielfacht sich die Gebühr entsprechend. Für die Winterwartung wird zusätzlich eine Benutzungsgebühr erhoben. Die Benutzungsgebühr je Frontmeter (Absätze 1 – 3) beträgt jährlich: in Reinigungsklasse 1 : 0,97 € in Reinigungsklasse 2 : 0,87 € in Reinigungsklasse 3 : 0,77 € Die Reinigungklassen ergebe sich aus dem Straßenverzeichnis der Straßenreinigungssatzung. Weiteres entnehmen Sie bitte der Gebührensatzung. Satzung Steuerhebesätze für Grund- und Gewerbesteuer Entwässerungssatzung Satzung der Stadtwerke B.O. (AöR) über die Erhebung von Kanalanschlussbeiträgen u. Abwassergebühren Straßenreinigungs- u. Straßenreinigungsgebührensatzung Abfallentsorgungssatzung Abfallgebührensatzúng

      Schulsozialarbeit

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      Schulsozialarbeit Schulsozialarbeit ist ein Angebot zur Förderung der individuellen und ganzheitlichen Entwicklung von Kindern im Zusammenwirken mit der Schule. Bevor Auffälligkeiten entstehen soll die Schulsozialarbeit bereits Lösungen entwickeln. Das Angebot ist dabei freiwillig, kostenlos, vertraulich und unterliegt der gesetzlichen Schweigepflicht. Zu den Adressaten gehören alle Kinder, deren Eltern und die pädagogischen Fachkräfte an den Schulen. Schulsozialarbeit bietet an ... BERATUNG UND UNTERSTÜTZUNG IN FOLGENDEN BEREICHEN Schulische Problemlagen wie z. B. Lernschwierigkeiten, Leistungsdruck, Mobbing & Gewalt, Konflikte, Ängste Familiäre Problemlagen wie z. B. herausforderndes Verhalten der Kinder, Krisen, Trennungssituationen, Tod & Trauer VERMITTLUNG VON HILFSANGEBOTEN Freizeitangebote Finanzierungshilfen für Lernförderung, Klassenfahrt, etc. Außerschulische Fördermöglichkeiten Beratungsstellen (Information & bei Bedarf Begleitung) PROJEKTE UND ANGEBOTE IN GRUPPEN ODER FÜR EINZELNE SCHÜLER/INNEN Soziales Lernen Gewaltprävention Kompetenztrainings (Konzentration, Wahrnehmung, Selbstbewusstsein) Umgang mit Medien Spiel- und Freizeitpädagogische Angebote (z. B. Theater-AG, etc.) Kontaktaufnahme auf unterschiedlichen Wegen möglich Eltern sprechen / rufen uns an Kinder erzählen uns, was sie auf dem Herzen haben Mitarbeiter/-innen der Schule suchen gemeinsam mit uns nach Lösungen Grundschule Altstadt Fatima Kaddaha Büro in der Grundschule Wichern Schulstraße 69 32547 Bad Oeynhausen +49 (0) 171 5392795 E-Mail Grundschule Eidinghausen Fatima Kaddaha Kirchbreite 5 32549 Bad Oeynhausen +49 (0) 171 5392795 E-Mail ​​​​​​​ Grundschule Rehme - Oberbecksen Jana Spanke Büro in der Grundschule Wichern Schulstraße 69 32547 Bad Oeynhausen +49 (0) 151 65244083 E-Mail Grundschule Werste - Wulferdingsen Anika Volland-Fuchs Büro in der Grundschule Werste Diesterwegstraße 31 32549 Bad Oeynhausen +49 (0) 151 65657494 E-Mail Grundschulverbund Weser und Wiehen Diana Rohlfing Dehmer Str. 103 und Brötchenstraße 6 32549 Bad Oeynhausen +49 (0) 151 10617687 E-Mail Grundschule Wichern - Lohe Für den Standort Wichern: Lisa Werre Schulstraße 69 32547 Bad Oeynhausen +49 (0) 151 72082752 E-Mail Für den Standort Lohe: Jana Spanke Schulstraße 69 32547 Bad Oeynhausen +49 (0) 151 65244083 E-Mail Europaschule Michael Sander In der Wiehwisch 12 32549 Bad Oeynhausen +49 (0) 1511 6053200 E-Mail Realschule Nord Karin Schneider Im Leingarten 29 32549 Bad Oeynhausen +49 (0) 1516 2827053 E-Mail Schulzentrum Süd Zuständig für Realschule Süd und Immanuel-Kant-Gymnasium Andreas Huch Grüner Weg 28 32547 Bad Oeynhausen +49 (0) 170 3357692 E-Mail Eva-Marie Hinkelammert Grüner Weg 28 32547 Bad Oeynhausen +49 (0) 172 8817046 E-Mail Rahmenkonzept Schulsozialarbeit

      Die kleine Meerjungfrau

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      Die kleine Meerjungfrau Aus Sehnsucht nach der Welt der Menschen wagt eine junge Meerjungfrau alles: Sie tauscht ihre Stimme gegen Beine und folgt ihrem Herzen. Ein bewegendes Märchen über Liebe, Mut und die Frage, was man bereit ist aufzugeben, um seinen größten Traum zu verfolgen. Eine Frau mit menschlichem Oberkörper und dem Unterkörper eines Fisches: Das ist „Die kleine Seejungfrau“ oder auch „Die kleine Meerjungfrau“. Die Geschichte erzählt von einer jungen Frau, die im Ozean am Hofe des Meerkönigs lebt. Dort hört sie immer wieder Geschichten von der Welt der Menschen: Etwa, wie deren Städte aussehen, wie dort die Vögel singen oder die Blumen dort duften. Eines Tages rettet sie einen menschlichen Prinzen vor dem Ertrinken. Dabei verliebt sie sich in ihn. Um heimlich an seiner Seite sein zu können, schließt sie einen Pakt mit einer Meerhexe: Sie erhält Beine, muss aber als Preis ihre Stimme opfern. Außerdem darf sie nur dann an Land bleiben, wenn der Prinz sich in sie verliebt – und wenn er sie heiratet. Andernfalls wird sie sterben und sich im Meer auflösen und zu Schaum werden. Und, weil Meermenschen eben keine unsterbliche Seele haben, würde die kleine Meerjungfrau dann für immer aufhören zu existieren. Leider gelingt der Meerjungfrau es nicht, den Prinzen für sich zu gewinnen, denn der heiratet eine andere Frau, die er tief im Innern gar nicht liebt. Zugleich bringt die Meerjungfrau es aber auch nicht übers Herz, ihren Angebeteten zu ermorden, denn so würde sie auf magische Weise ihre ursprüngliche Gestalt zurückbekommen (das wäre nämlich auch möglich). Und so nimmt sie schließlich ihr Schicksal an und stirbt. Doch statt nun ewig nicht mehr da zu sein, verwandelt sich die Meerjungfrau völlig unerwartet in einen Luftgeist. So hat sie bis ans Ende Ihrer Tage Zeit, die Welt der Menschen als Beobachter zu bereisen und an deren Glück zumindest aus der Ferne teilzuhaben. Kleine Seejungfrau Audiodatei abspielen Märchenfiguren Übersichtskarte öffnen Die kleine Seejungfrau beobachtet das Schiff des Prinzen (Hermann Wöhler 1942, Grafiksammlung Märchenmuseum) Die kleine Seejungfrau rettet den Prinzen (Hermann Wöhler 1942, Grafiksammlung Märchenmuseum) Das Versteck der Meerhexe (Hermann Wöhler 1942, Grafiksammlung Märchenmuseum) Die Hintergründe der Geschichte: Dieses etwas düstere Märchen erfand der dänische Autor Hans-Christian Andersen – ein sogenanntes Kunstmärchen, weil es nicht aus alter mündlicher Überlieferung stammt. Er veröffentlichte es 1837; es ist sein wohl bekanntestes Werk. Andersen war mit großer Wahrscheinlichkeit homosexuell. So vermuten einige Literaturwissenschaftler, Andersen habe in diesem Märchen die Liebe für einen Jugendfreund verarbeitet – eine vergebliche Liebe, weil der Jugendfreund sie nie erwiderte und solch eine Liebe auch nur heimlich und unter hoher Gefahr praktizierbar war. Denn im 19. Jahrhundert galt Schwulsein noch als abnorme Neigung und stand unter Strafe. Als sein Jugendfreund schließlich heiratete und Andersen nicht einmal zur Hochzeit einlud, war dieser dann gänzlich zum Beobachter geworden – genauso, wie die kleine Meerjungfrau am Ende der Geschichte. Es gibt übrigens noch mehr zu entdecken über die Sammler und Erfinder bekannter Märchen – kommt einfach im Märchenmuseum vorbei, direkt gegenüber dem Kurpark. Weiterlesen Deutsches Märchen- und Wesersagenmuseum Märchen aus aller Welt entdecken Deutsches Märchen- und Wesersagenmuseum Am Kurpark 3 32545 Bad Oeynhausen Stadtplan Telefon: +49 (0) 5731 14 - 3410 E-Mail: museum@badoeynhausen.de Öffnungszeiten Mittwoch - Sonntag 11:00 – 13:00 Uhr & 14:00 – 18:00 Uhr (und nach Vereinbarung) Links Impressum Datenschutz / Informationspflichten Cookieeinstellungen Erklärung zur Barrierefreiheit Bildnachweis Hinweisgebersystem Feedback

      Lebenserinnerungen Walther Victor

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      Französische Dachziegel und Kaiserbrosche Glanzjahre der Victors „im Dornröschenschloss“ von Bad Oeynhausen Lebenserinnerungen Walther Victors in Romanauszügen. 1894 Die Eltern von Walther Victor heiraten in Posen. Sein Vater Siméon Victor ist Sohn eines Ziegeleibesitzers, seine Mutter Regina Friedenthal die Tochter eines Kohlengroßhändlers. Beide sind jüdischer Abstammung und Religion. Sie ziehen nach Bad Oeynhausen, wo Siméon Victor Direktor der Tonwarenfabrik August Rasch wird. Sie wohnen zunächst in der Weststraße 7. dazu Walther Victor in: Kehre wieder über die Berge […], S. 17/18 „Der entscheidende äußere Schritt war, dass er, sechsundzwanzig Jahre alt, gegen den Widerspruch seiner Familie, die an der Hochzeit nicht teilnahm, meine Mutter heiratete und sogleich mit ihr die Heimatstadt verließ, um die Stellung einer Dachpappenfabrik in Oeynhausen in Westfalen anzunehmen. Die Frau, die er mit sich nahm, galt als das schönste Mädchen der Stadt. […] Diese ganze Richtung scheint es gewesen zu sein, die den Eltern meines Vaters ganz und gar nicht passte. Siméon Victor kümmerte sich nicht darum. Er eroberte die leidenschaftlich begehrte, noch nicht zwanzigjährige Schönheit und ging mit ihr davon. Zwei junge Leute zogen aus, um sich zu lieben.“ Regina Victor geb. Friedenthal und Simeon Victor im Jahr 1900. Kaiserstr. 10 im Jahr 1905 (© Privatbesitz Colberg). 1984 begann der Bau des Direktionsgebäudes der „Thonwarenfabrik zu Oeynhausen“, Kaiserstraße 10, in dem Regina und Siméon Victor künftig wohnen werden. Bekannt ist es unter den Namen: Villa Victor, Villa Rasch, Villa Driesen, später im Volksmund nur noch „Dornröschenschloss“ . 1895 Geburtstagseintrag 1895 Walther Victor wird am 21. April 1895 in Bad Oeynhausen geboren. dazu Walther Victor in: Kehre wieder über die Berge […], S. 21/22 „Im Jahre 1899 [1898] fanden die sogenannten Kaisermanöver in Westfalen statt. Es waren jene Kriegsspiele seiner Armee, die Wilhelm II. ein Vorgefühl der herrlichen Zeiten verschafften, denen es entgegenzuführen er seinem Volk verheißen hatte. Ich war damals nur vier Jahre alt, und ich habe keine eigenen Erinnerungen an die Vorgänge, die in meinem Bewusstsein freilich deren Form annehmen mussten, weil sie den immer wiederkehrenden Gesprächsstoff bildeten und weil einzelne sichtbare Denkwürdigkeiten noch Jahrzehnte danach interessierten Zuhörern des langen und breiten erklärt wurden. „Was haben Sie da nur für eine wunderbare Brosche?“ mochte zum Beispiel ein Besuch meine Mutter fragen. […] aber es waren trotz ihres Wertes nicht die Edelsteine, die das Interesse hervorriefen, sondern es war die Form des Schmuckstückes, das eine Krone und einen Buchstaben zeigte, den Buchstaben „W“. War das übliche Stichwort für den Bericht über unsere Beziehungen zum Kaiserhaus aber einmal gefallen, dann gab es kein Halten mehr, und die, wie es schien, glanzvollste Episode aus der Geschichte des Hauses Victor wurde von Neuem geschildert.“ Briefkopf Direktor Simon Victor, Thonwaren AG 1897 Ausschnitt Briefkopf Direktor Simon Victor, Thonwaren AG 1897 1898 Kaiser Wilhelm II beim Kaisermanöver 1898 in Bad Oeynhausen Herbst-Kaisermanöver. Vom 5.-10. September schlägt Kaiser Wilhelm II. sein Hauptquartier in Bad Oeynhausen auf. Er selbst wohnt in der Farnevilla, seine adelige Begleitung im Kurhotel sowie in den Villen von Fabrikdirektor Siméon Victor und Dr.med. Koch. dazu Walther Victor in: Kehre wieder über die Berge […], S. 22 „Bad Oeynhausen in Westfalen war einer der Hauptpunkte der Kaisermanöver von 1899 [1898]. Hier hatte der Generalstab Quartier genommen, und alle irgendwie dafür geeigneten Häuser und Villen waren für die Unterbringung der höheren und höchsten Herrschaften requiriert worden. So kam es, dass in der als Amtswohnung ihres Direktors dienenden, zur Dachpappenfabrik gehörenden, mit spitzen Türmchen altmodisch gezierten Backsteinvilla der Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe einquartiert war. Das Haus erstarb vor der Ehre, den erlauchten Fürsten eines der das Reich bildenden Länder beherbergen zu dürfen, denn Bad Oeynhausen lag im Bereich des hauptsächlich in Schaumburg-Lippe rekrutierten Armeekorps, und der Prinz bekleidete gleichzeitig einen hohen militärischen Rang: Er war eine der wichtigsten Persönlichkeiten des ganzen Manövers. Kaiser Wilhelm II in Bergkirchen während des letzten Kaisermanövers 1898 Das kam und ging und ritt und kutschierte vor, Adjutanten flitzten, Posten präsentierten – meine Eltern müssen in der Tat aus den Aufregungen nicht herausgekommen sein, und meine Mutter dürfte sich vollends in einem Zustande ununterbrochener elektrischer Hochspannung befunden haben. Und eines Tages, die Munition war verfeuert, der Feind geschlagen, die Truppen waren ins wohlverdiente Biwak gezogen, platzte die Bombe: Der Prinz wird ein großes Staatsdiner geben, zu dem der Kaiser und sein gesamter Stab erscheinen werden. Schauplatz die Villa Victor, mit an der Tafel Herr Direktor Siméon Victor und seine charmante Frau Gemahlin, die Dame des gastlichen Hauses.“ Walther Victor, der kleine Sohn von Regina und Siméon Victor, ist zur Zeit des Kaisermanövers drei Jahre alt. dazu Walther Victor in: Kehre wieder über die Berge […], S. 23 „Nur ein Intermezzo von den Vorgängen der historischen Stunde im Speisesaal wurde unzählige Male berichtet: Es begann damit, dass irgendjemand erwähnte, dass die bildschöne Frau Victor ein Kind habe. „Was, ein Junge? Soll reinkommen!“ Dies die verbürgten Worte des obersten Kriegsherrn und Monarchen. Leicht gesagt. Der vierjährige Jüngling konnte aus nicht weiter erklärten Gründen dem Vorgeführt-Werden keinen Geschmack abgewinnen. Er lehnte entschieden ab, zumal er sich gerade beim Abendbrot befand. Wie man jedoch weiß und wie man auch dazumal wusste, gab es bei Wilhelm II. keinen Widerspruch. Ich musste, ob ich nun wollte oder nicht. Aber mein Ei ließ ich mir nicht nehmen. Auch soll ich mich aus Leibeskräften dagegen gewehrt haben, mir den Latz abnehmen zu lassen […] Den Eierbecher mit dem halbgegessenen weichen Ei krampfhaft in der Hand, den Löffel in der anderen, das Eigelb lieblich verkleckernd und tränenüberströmt, trat ich „meinem“ Kaiser gegenüber. Ich war ein großer Heiterkeitserfolg. Auftritt und Abtritt dürften nur wenigen Minuten erfordert haben. Eine Ansprache des Hohen Herrn an mich ist infolgedessen auch nicht überliefert. […] Dagegen klingelte es am nächsten Tag an der Haustür. Die Einquartierung war abgereist, die ganze Armee im Abmarsch. […] Ein schneidiger Offizier stand draußen […] Dann zog er ein Etui aus der Tasche: Ein Dankgeschenk seiner Majestät des Kaisers für die reizende Gastgeberin von gestern: Es war die Brosche, die meine Mutter gehalten hat wie ein Heiligtum. Mein Vater bekam die sogenannte „Lippische Rose“, einen Orden am roten, auf dem Frackhemd zu tragenden Band. Er hat ihn nur selten getragen. Und als unser und das kaiserliche Haus zu ungefähr derselben Zeit zusammenbrachen, die Inflation den letzten Besitz auffraß und meine Mutter nichts anderes mehr zu verkaufen hatte, ist auch […] die Kaiserbrosche den Weg alles Irdischen gegangen.“ Postkarte aus dem Jahr 1902. 1900 Sein Bruder Ernst wird am 24. April in Bad Oeynhausen geboren. Walther Victor 1900, Regina Victor geb. Friedenthal 1900 sowie Walther und Ernst Victor 1907 (von links nach rechts). 1901 Die Familie Victor zieht zurück nach Posen. dazu Walther Victor in: Kehre wieder über die Berge […], S. 24 „Der Grund mag gewesen sein, dass mein Großvater väterlicherseits, der bald darauf starb, seinen ältesten Sohn die Leitung der Ziegelei zu übernehmen wünschte.“ Mit der Rückkehr nach Posen findet die Familie zu ihrer jüdischen Religion zurück. dazu Walther Victor in: Kehre wieder über die Berge […], S. 31/32 „Mein Vater war in seiner Jugend mit rücksichtsloser, strenger Selbstverständlichkeit gründlich zum frommen Juden erzogen worden, und er beherrschte […] dessen Kult und die ungemein komplizierten Kenntnisse von Gebetsfolge, Bibel und Religionsgebräuchen vollkommen. Das Haus seiner Eltern war ein von moderner Aufklärung wenig berührtes, orthodox-jüdisches […] Sobald er aber dieses Haus verlassen hatte, wendete er sich unverzüglich in die Richtung des Zeitgeistes, behielt sorgsam für sich, was die ihm anerzogene konservative Lebensauffassung eigentlich von ihm gefordert hätte und nahm begierig in sich auf, was der Fortschritt propagierte.“ Rückblickend kritisiert Walther Victor den Vater , „… seinen Söhnen die Eintrittskarte in die bessere Gesellschaft des alten Deutschland vorenthalten [zu haben]“ (S.32) und führt dazu weiter aus: dazu Walther Victor in: Kehre wieder über die Berge […], S. 31/32 „Vielleicht wäre das anders gewesen, wenn wir in Westfalen geblieben wären. In Oeynhausen gab es kaum Juden. Die Rückkehr nach Posen und die Notwendigkeit, in der dortigen großen jüdischen Gemeinde die Rolle zu spielen, die ihm als dem ältesten Sohn Moritz Victors von selbst zufiel, veranlassten meinen Vater sofort, seine gute jüdische Tradition zu mobilisieren. Die Welt ist sehr klein, und wenn mich später irgendwo draußen, besonders aber in Berlin, in den Exiljahren aber auch in London, Brüssel, Paris oder Zürich, irgendjemand auf der Straße lange ansah und schließlich darauf ansprach, ob ich nicht ein „Victor“ sei, dann erfuhr ich, dass es kein leeres Gerede war, wenn man zu sagen pflegte, alle deutschen Juden stammten aus Posen. So wurde ich denn, schon um der öffentlichen Angelegenheit der Barmizwoh in angemessener Form gewachsen zu sein, zum Mitglied der Jüdischen Religionsgemeinschaft abgerichtet.“ „Was war nun der Sinn der Religion, in deren Lehre ich eingeführt wurde? Es ist sehr schwer, dies in einer Zeit ehrlich zu besprechen, in der gerade das Judentum, wenn auch seiner angeblich rassischen Eigenschaften wegen, so unmenschlich und verbrecherisch verfolgt wird. Seit ich mündig bin […] habe ich mich stets als konfessionslos bezeichnet. Aber ich habe insbesondere nach Beginn der mörderischen Judenverfolgungen durch Hitler nie einen Hehl aus meiner jüdischen Abstammung gemacht. Dies ist nicht der Ort, um den Wahnsinn der faschistischen Rassentheorien von neuem ad absurdum zu führen. […] Eine aufrichtige Analysis anderer Kirchen und ihrer gesellschaftsethischen und pädagogischen Wirkungen würde vermutlich zeigen, dass die Reaktionen dessen, was mir in meiner Jugend als Äußerung jüdischer Religion gegenübertrat, denen der Jugend anderer Glaubensrichtungen ähneln. Skepsis ist mit gutem Fug der Grundzug dieser Epoche der Auflösungen geworden.“ 1913 Walther Victor macht am Gymnasium in Posen sein Abitur und beginnt anschließend offiziell ein Jurastudium an der Universität in Freiburg, besucht aber tatsächlich vielmehr literaturgeschichtliche Vorlesungen. Dort kommt er erstmalig mit sozialistischem Gedankengut in Berührung, wird Mitglied der Freien Studentenschaft. 1918 Nach seinem Einsatz als Soldat während des 1. Weltkrieges wird er Mitglied eines Soldatenrates, immatrikuliert sich an der Universität Halle/Saale, gründet dort die Sozialistische Studentengruppe, tritt der SPD bei, erste schriftstellerische Versuche u.a. als Autor in der von Carl von Ossietzky herausgegebenen Zeitschrift „Weltbühne“ 1919 bis 1933, journalistische Tätigkeiten bei verschiedenen Zeitungen und Verlagstätigkeit. 1933 Walther Victor wird auf Veranlassung der Reichsschrifttumskammer entlassen. Er geht als „Walter Voigt“ in die Illegalität, flieht vor drohender Verhaftung in die Schweiz. Wegen politischer Betätigung aus der Schweiz ausgewiesen, findet er in Luxemburg, später in Frankreich und Portugal Zuflucht. 1940 Emigration in die USA, New York, gemeinsam mit Heinrich Mann, Franz Werfel u.a. Bericht über Ankunft deutscher Emigranten in der New York Times 1940. 1942 Seine Mutter Regina Victor wird im KZ Theresienstadt ermordet. 1945 Freitod seines Vaters Siméon Viktor in Breslau. Walther Victor veröffentlicht seine Autobiografie „Kehre wieder über die Berge“, die in New York in erster Auflage erscheint und mit seinen Kindheitserinnerungen an Bad Oeynhausen beginnt. 1947 Rückkehr aus dem Exil nach Berlin in die sowjetische Besatzungszone. Walther Victor tritt in die SED ein und wird mit der Pressestelle des sächsischen Ministerpräsidenten betraut. Als überzeugter Sozialist bleibt er dauerhaft in der DDR. Seit 1951 arbeitet er als freier Autor, gilt als ausgesprochener Goethe-Kenner, verfasst Biografien u.a. über Heine, Schiller, Marx und Engels, wird 1961 mit dem Nationalpreis der DDR und weiteren Verdienstorden ausgezeichnet. Als politischer und humanistisch gebildeter Mensch bleibt Walther Victor stets kritischer Beobachter des Systems und macht sich mit seinen öffentlichen Diskussionen über literaturtheoretische und kulturpolitische Fragen nicht nur Freunde. 1971 Walther Victor verstirbt am 19. August in Bad Berka. Begraben liegt er auf dem Ehrengräberfeld des Historischen Friedhofs in Weimar. Sein Nachlass – das Walther-Victor-Archiv – befindet sich seit 1990 im Literaturarchiv der Akademie der Künste in Berlin . Die Einbindung der Fotos erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Akademie der Künste. Letztes Foto von Walther Victor 1971. Weitere Quellen Walther Victor: Kehre wieder über die Berge. Eine Autobiographie, Berlin/Weimar 1982. Textgrundlage bildet die im Sommer 1945 bei Willard Publishing Company New York erschienene „beschränkte Sonderausgabe für Freunde des Autors und Subskribenten…“. HOF 13/1 Rechtsurteil i.Z. mit Zusammenlegungssache Niederbecksen (1896) Lietz, S. 30 „Die Ziegelei und Tonwarenfabrik von Rasch befand sich an der Königstraße.“; S. 285 „Die letzte Tonwarenfabrik ging 1914 in Konkurs.“ Arbeitsordnung der Thonwarenfabrik Rasch (1885) , Stadtarchiv Bad Oeynhausen / Sa St Vo Re BO / 75.

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      Nationalsozialismus … „ein Thema, das auf den Nägeln brennt“ Spurensuche in Bad Oeynhausen in den Achtzigern und Neunzigern Im Bad Oeynhausen der 1980er Jahre ist ein boomendes Geschichtsinteresse zu beobachten. Das dunkle Kapitel der NS-Zeit gerät dabei immer stärker in den Fokus und brennt den Bad Oeynhausenern förmlich „auf den Nägeln“. Somit trifft eine Veranstaltungsreihe der VHS im Zusammenhang mit dem 50. Jahrestag des Novemberpogrom im Jahr 1988 den Nerv der Zeit. Die breitangelegte öffentliche Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit stellt nicht nur ein Novum dar, sondern setzt über zwei Jahrzehnte Aktivitäten in Gang, die zu einer Bündelung quellenbasierter Fakten und fundiert recherchierter Einzelschicksale führen. Die Ergebnisse bilden noch immer eine der wichtigsten Grundlagen unseres kollektiven Gedächtnisses. 9. November 1988 Unter dem Titel „Verfolgung und Vernichtung in Ostwestfalen 1933-1945“ finden im Jahr 1988 Fachvorträge und vielfältige Rahmenveranstaltungen statt. Die Reihe gipfelt in der offiziellen Übergabe des Grünenklee-Mahnmals in Volmerdingsen am 9. November 1988. Der Besucherzuspruch und das große öffentliche Interesse an der Aufarbeitung der NS-Zeit in Bad Oeynhausen veranlasst die hiesige VHS alle Vorträge und Ansprachen sowie künftig alle weiteren Reden, Aufsätze und Seminarinitiativen in ihrer neu gegründeten „Schriftenreihe der VHS“ zu publizieren. In der 1989er Ausgabe mit dem Titel „NS-Zeit in Bad Oeynhausen“ ist u.a. auch jener Vortrag des ortsansässigen Historikers Dr. Joachim Meynert über das „Schicksal der Familie Grünenklee“ abgedruckt. Die Errichtung des Grünenklee-Mahnmals ist maßgeblich seinem Engagement zu verdanken. Seitdem findet dort jährlich an diesem Tag ein Gedenken an die Deportation und Ermordung der Familie Grünenklee und aller anderen Opfer der Judenverfolgung statt. „Tage der Begegnung“ 1993 Aus der Initiative geht als weitere Konsequenz 1989 ein „Arbeitskreis Lokalgeschichte“ hervor. Mit Friedhelm Schäffer übernimmt ein gebürtiger Bad Oeynhausener und Historiker die wissenschaftliche Leitung. Er ist einer der ersten Mitstreiter und wird uns – genau wie Dr. Joachim Meynert – im Zusammenhang mit der regionalen NS-Thematik bis in die Gegenwart immer wieder begegnen. Unterstützt wird der AK durch das Stadtarchiv Bad Oeynhausen. Als Angelika Meinhold – auch sie Historikerin – 1990 die Leitung des AK übernimmt, wird die Idee geboren, nach Holocaust-Überlebenden zu fahnden und diese nach Bad Oeynhausen einzuladen. Einem entsprechenden Bürgerantrag schließt sich der Rat der Stadt Bad Oeynhausen 1991 an. Für den AK bedeutet das eine zweijährige aufwändige Quellensuche und -auswertung … was konkret heißt: Zeitzeugeninterviews, Biografierecherchen, Kontaktaufnahme zu Überlebenden und schließlich die Vorbereitung einer Veranstaltungsreihe, die mit den „Tagen der Begegnung“ im September 1993 unter Teilnahme der beiden Überlebenden Irmgard Hagemann geb. Reckmann und William Wolf ihren Höhepunkt findet. Die sorgfältig recherchierten Ergebnisse zu allen Bad Oeynhausener Juden, die Reden, Grußworte und Vorträge anlässlich der Veranstaltung erscheinen im Heft Nr. 7 der VHS-Schriftenreihe unter dem Titel „Juden in Bad Oeynhausen“. AK Lokalgeschichte und Schriftenreihe der VHS Dass uns heute wissenschaftlich basierte Informationen über die nationalsozialistischen Jahre in Bad Oeynhausen in schriftlicher Form vorliegen, verdanken wir ganz wesentlich der Initiative dieser Frauen und Männer aus dem AK Lokalgeschichte und ebenso der VHS Bad Oeynhausen , die diesen ein Sprachrohr war. Quellen VHS-Schriftenreihe (Hefte hier mit thematischem Bezugl) H. 2 (1989): Herrschaft und Verfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus in Bad Oeynhausen und Umgebung. H. 3 (1990): Heimat. „Immer aufrecht stehen“ u.a. H. 7: (1994): Juden in Bad Oeynhausen. Einzelschicksale, Personenlisten, Dokumentation der „Tage der Begegnung mit ehemaligen jüdischen Bürgern Bad Oeynhausens“.

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