„Oft wissen wir gar nicht, in welcher Krise wir gerade sind“ – unter anderem mit dieser These untermauerte der Bielefelder Sozialpsychologe Andreas Zick seinen Vortrag beim Unternehmerfrühstück der Stadt Bad Oeynhausen. Mit dem Überfall der Hamas auf Israel sei zu der bestehende Krisenlage eine weitere Krise hinzugekommen, die die Menschen verunsichere. Konkret ging es in Zicks Vortrag um die distanzierte Mitte und die Frage, in wie weit sich in der Mitte der Gesellschaft demokratiegefährdende Einstellungen entwickeln. Oft würde solche Einstellungen gerade durch die Krisen, die die Gesellschaft erschüttern, begünstigt. „Gerade der gesellschaftlichen Mitte kommt eine besondere Funktion zu. Sie sorgt für den Ausgleich.“ Aus diesem Grund habe er in einem aktuellen Forschungsprojekt die Anfälligkeit der Mitte für rechtsextreme Thesen untersucht. Unterm Strich stehe die deutliche Erkenntnis, dass die Frage, ob ganz Deutschland rechtsextrem sei, immer noch mit einem klaren Nein zu beantworten sei. Sorge würden aber gewisse Tendenzen bereiten, zum Beispiel bei der Frage, ob eine Diktatur unter gewissen Umständen nicht die bessere Staatsform sei. Hier gebe es bei der Studie, die bewusst bei Menschen aus der politischen Mitte durchgeführt wurde, eine Zustimmung von 7 Prozent. Immerhin 16 Prozent der Befragten stimmen der These teils/teils zu. Für die Politik und die Gesellschaft als Ganzes müsse es darum gehen, welcher Krisenmodus die Richtung vorgeben soll. Für das Beispiel Integration würden die beiden Krisenmodi ‚Abschließen gegenüber Zuwanderung‘ oder ‚Öffnung für Zuwanderung und Integration‘ lauten. „Die Zentrale Frage ist: Welchen Krisenmodus biete ich an?“ Hier komme den Unternehmen eine besondere Bedeutung zu. „Sie können viel tun, um eine Unternehmenskultur zu pflegen, in der sich Demokratie erfahren lässt, in dem Sie zum Beispiel Diskriminierung stoppen und das Anderssein zulassen.“ Es müsse darum gehen, würdevolle Räume zu gestalten, in denen sich alle Menschen unabhängig von der Herkunft mit Fairness begegnen. Diese Räume sollten aktiv angeboten werden und nicht erkämpft werden müssen. Im Anschluss an den Vortrag leitete Bürgermeister Lars Bökenkröger die Moderation der Diskussion mit der Frage ein, wie Zick als Sozialpsychologe die von vielen Bürgerinnen und Bürgern anscheinend erwartete Allzuständigkeit von Stadt und Staat bewerte, gerade angesichts der Krisen, die die Menschen verunsichern. „Die Krisen schlagen ganz besonders vor Ort bei den Kommunen auf. Das Thema Flüchtlinge und Integration zeigt das ganz aktuell“, sagte Zick und fügte hinzu: „und auch wenn die Kommunen vor Ort mehr Spielraum brauchen, müssen sie auch deutlich machen, dass sie nicht für alle Probleme eine Lösung haben.“ Eine Allzuständigkeit wie sie von den Menschen angenommen wird, gebe es nicht. „Und es kann auch nicht immer Aufgabe der Kommunen sein, dass zu kommunizieren.“ Hier komme der Gesellschaft als Ganzes eine besondere Rolle zu: „Wir müssen wieder Werte wie Respekt und Umgang pflegen“, sagte der Bielefelder Sozialpsychologe Andreas Zick in seinem Schluss-Statement. Das Unternehmerfrühstück der Stadt Bad Oeynhausen gibt es bereits seit mehr als 10 Jahren. Etwa zwei Mal im Jahr bringt die Verwaltung Unternehmen untereinander ins Gespräch und steht selber als Ansprechpartner zur Verfügung. Auftakt ist jeweils ein Impulsvortrag wie bei der jüngsten Ausgabe von Professor Andreas Zick. Anfang des Jahres war NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur Referentin beim Unternehmerfrühstück. Auch ihr Vorgänger Professor Andreas Pinkwart oder der Konfliktforscher Dr. Christian Mölling waren schon beim Unternehmerfrühstück zu Gast. Zur jüngsten Veranstaltung im Kaiserpalais hatten sich rund 100 Gäste angemeldet.
Nach einem ersten Vortrag im Herbst 2015 war der IT-Sicherheitsexperte Alexander Dörsam von der Heppenheimer Firma Antago zum zweiten Mal Gastredner des Bad Oeynhausener Unternehmerfrühstücks. „Nicht zuletzt der Angriff auf die Südwestfalen-IT im Herbst vergangenen Jahren, von dem auch unsere Online-Services betroffen waren, zeigt, wie wichtig das Thema IT-Sicherheit ist“, sagte Bürgermeister Lars Bökenkröger zur Begrüßung der rund 100 Gäste im Oeynhausen-Saal des GOP-Kaiserpalais. Zum Einstieg in seinen aktuellen Vortrag zum Thema „Cybercrime – Angriffsszenarien auf deutsche Unternehmen“ beschrieb Dörsam zunächst noch einmal grob die Rahmenlage zur Zeit seines ersten Vortrages im Herbst 2015. „Damals lag der Schaden durch Cyberkriminalität bei rund 51 Milliarden Euro pro Jahr während er heute bei rund 206 Milliarden Euro jährlich liegt.“ Und 2015 sei etwa die Hälfte der Schäden durch Innentäter verursacht worden, was heute nahezu gar nicht mehr vorkomme. Die Wahrscheinlichkeit von Angriffen auf Unternehmensnetzwerke von außen sei heute um ein Vielfaches höher. Dörsam: „Das ist ein Massenphänomen.“ Anhand einfacher Beispiele zeigte er auf, mit welche Mitteln aus dem Bereich der IT Unternehmen heute Schaden zugefügt werden kann. Eine Rolle dabei spielen zum Beispiel Deep-Fakes, mit denen Bildmaterial erzeugt werden kann, dass die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens beeinflussen kann. Cyberkriminelle könnten so zum Beispiel über negative Auswirkungen auf den Börsenkurs eines Unternehmens Gewinne machen und so das Unternehmen schädigen. Oft reichen Informationen und Bilder aus Sozialen Medien aus, um gezielt Deep-Fakes zu erzeugen und einzusetzen. „Daher mein Tipp: Vermeiden Sie, wenn es geht, Videos von sich selbst in sozialen Medien zu posten. Gerade damit können die Täter sehr einfach Manipulierte Videos erstellen oder sogar live Videos mit falschen Informationen in Bruchteilen von Sekunden manipulieren.“ Bei Videokonferenzen reiche dabei allein schon die in der Regel minimale Verzögerung bei der Übertragung, um das Bild zu verändern. Neben vielen anderen Hinweisen zur Sicherheit von Daten legte Alexander Dörsam einen abschließenden Schwerpunkt auch auf die Sicherheit von Passwörtern. „Ziel der Hacker ist es zunächst, an irgendwelche Passwörter innerhalb eines Unternehmensnetzwerks zu gelangen. Oft seien dabei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter unten in der Unternehmenshierarchie das Ziel“, erläuterte Dörsam das Vorgehen bei Cyberangriffen. Von da aus brauche es nicht mehr als 10 Minuten, um sich in hierarchisch immer höhe0e Ebenen der Netzwerke zu hacken. „Vermeiden Sie Passwörter, die aus einem Wort und einer Zahlenkombination bestehen.“ Die seien innerhalb von Zehntelsekunden geknackt und dabei sei es unerheblich, wie lang das Wort ist. Der dringende Tipp des Experten: „Nehmen sie einen eingängigen Satz mit Zahlen mittendrin, den sie mit Rücksicht auf Groß- und Kleinschreibung auf die Anfangsbuchstaben der einzelnen Worte und die Zahlen reduzieren.“ Dahinter stecke dann keine erkennbare Grammatik mehr und das verlängere den Zeitaufwand zum Knacken des Passworts ungemein. Wichtig sei es auch, auf diese Weise erstellte Passwörter von Zeit zu Zeit zu ändern. Seit dem Start im Herbst 2012 hat sich das Unternehmerfrühstück der Stadt Bad Oeynhausen mittlerweile zu einem fest etablierten Netzwerktreffen entwickelt. Die Veranstaltungen finden in lockerer Folge zwei Mal jährlich statt. Neben Vorträgen zu aktuellen Themen aus dem Bereich Wirtschaft soll das Unternehmen auch dem Austausch der Gäste untereinander dienen. Die Stadt Bad Oeynhausen kann zu den einzelnen Veranstaltungen jeweils etwa 100 Gäste begrüßen.
Im großen Sitzungssaal des Rathauses ist das Jugendparlament der Stadt Bad Oeynhausen zu seiner 52. Sitzung zusammengekommen. Bei diesem Treffen können Vertreter der einzelnen Jahrgänge der weiterführenden Schulen Probleme aus den Schulen und auch aus der Freizeit mit dem Bürgermeister und Mitarbeitern der Verwaltung besprechen. Die 17-Jährige Franziska Went und die 16-Jährige Mila Stickdorn haben dort das Immanuel-Kant-Gymnasium vertreten. „Die Sitzungen des Jugendparlaments sind immer interessant, vor allem weil von den Schulen auch immer mal wieder andere Leute dabei sind“, sagt Franziska Went, die das IKG bereits mehrfach als Schülersprecherin im Jugendparlament vertreten hat. Bereits in ihrer Grundschulzeit hatte sie an Sitzungen des Kinderparlaments teilgenommen. „Besonders gut ist zum Einstieg immer der Rückblick auf die Themen der vorangegangenen Sitzung mit der Info zu den erreichten Lösungen.“ Dadurch ergebe sich ein guter Überblick über das bereits Erreichte. „Es gibt aber auch Themen wie zum Beispiel die Außenanlagen und den Schulhof“, erläutert Mila Stickdorn, die bereits zum zweiten Mal im Jugendparlament dabei war. „Das ist ein größeres Projekt, das Zeit braucht, und dabei brauchen wir einen langen Atem.“ Wie wichtig das Thema Schulhof und Spielgeräte ist, hat die Schülervertretung des IKG in einer Umfrage in der Schülerzeitung unter den neuen Fünftklässlern ermittelt. „Gerade für die jüngeren Schüler ist es ein extremer Wechsel von einem Grundschul-Schulhof zu uns ans IKG“, beschreibt Mila eines der Ergebnisse der Umfrage. „Deshalb werden wir an dem Thema dranbleiben.“ Die Themen sammeln Mila und Franziska wie auch die Schülervertreter der anderen weiterführenden Schulen in regelmäßigen Besprechungen. „Aber wir werden natürlich auch von Mitschülerinnen und Mitschülern auf dem Schulhof angesprochen“, macht Franziska deutlich. Welche Themen dann tatsächlich mit ins Jugendparlament genommen werden, werde auch mit den Beratungslehrern der Schülervertretung besprochen. Ganz wichtig sei dabei, dass die Wünsche realistisch und auch umsetzbar seien. So gab es zum Beispiel von einer Schule in der jüngsten Sitzung des Jugendparlaments die Anregung, in Zukunft nur noch Digitaluhren in den Schulen aufzuhängen, da viele Kinder keine normale Uhr mehr lesen könnten. „Bei uns am IKG gibt es immer wieder die Frage nach IPads für alle Schülerinnen und Schüler, aber das Thema haben wir erst mal zurückgestellt", sagt Schülersprecherin Franziska Went. Das sei ja zunächst mal eine Entscheidung der Schule und nicht in erster Linie eine Entscheidung der Stadt. „Wichtig sind für uns Projekte und Wünsche, die einzelne Schülerinnen und Schüler dann auch betreuen“, sagt Mila Stickdorn. Es gebe zwar viele Ideen aus der Schülerschaft, aber oft möchte sich dann niemand selbst dafür einsetzen. Aber für die Projekte, die dann zustande kommen, sei das Jugendparlament genau die richtige Plattform, um mit der Stadt darüber zu sprechen. „Ich fühle mich da jedes Mal ernst genommen“, sagt Franziska Went mit Blick auf die jüngste Sitzung im großen Sitzungssaal des Rathauses. „Dass der Bürgermeister dann auch abseits unserer Vorschläge zu bestimmten Themen konkrete eigene Nachfragen stellt, bestärkt das natürlich noch mal, dass wir auch wirklich gehört werden.“ Dass aus dem Engagement in der Schülervertretung später aber mal ein politisches Engagement entsteht, ist für Franziska und Mila nicht selbstverständlich. „Die Schülervertretung und die Politik sind nicht vergleichbar. Die SV ist nichts politisches“, unterstreicht Mila Stickdorn und ergänzt: „Gezieltes Engagement in der Schule ja, aber ich würde das später nicht machen wollen.“ Das Jugendparlament tagt zwei Mal im Jahr, in der Regel einmal kurz vor Weihnachten und einmal zum Ende des Schuljahres. Für die Schüler der Grundschulen gibt es das Kinderparlament, das im selben Rhythmus tagt. Viele Schüler im Jugendparlament haben wie Franziska in früheren Jahren auch schon an Sitzungen des Kinderparlaments teilgenommen.
„Da steckt mehr Kreativität in mir als ich gedacht hatte!“ freut sich Geru Ulrich und betrachtet stolz das von ihm gestaltete persönliche Journal. „Es gab so viele Materialien, mit denen wir experimentieren konnten und es war total informativ!“ Einen ganzen Tag lang war das jüdische Bildungsprogramm Dagesh on Tour zu Gast in Bad Oeynhausen. 23 Schülerinnen und Schüler aus der Sek. II der Europaschule nahmen teil. Dabei erfuhren sie viel Wissenswertes über jüdische Gegenwartskunst und jüdisches Leben in Deutschland und setzten sich auch mit der eigenen Identität auseinander. „Wir freuen uns, dass wir dieses tolle Projekt nach Bad Oeynhausen holen konnten“, betonen Claudia Jenkes aus dem städtischen Kulturbereich und auch Geschichtslehrer Kai-Uwe Klatz von der Europaschule. Zwei Workshops standen für die Jugendlichen zur Wahl: Im Workshop „Magazin der Ideen“, der in den Räumlichkeiten des Mehrgenerationenhauses stattfand, gestalteten die Jugendlichen unter der Leitung der Installationskünstlerin Sonia Knop ihr eigenes Journal. Im Jugendcafé Sonderfahrt ging es im Workshop „Let´s talk music“ mit der Musikerin Yael Gat um jüdische Musik und ihre Sprachen. Unterstützt wurden die beiden Künstlerinnen von je einer Kunstpädagogin. Dass es in den Workshops nicht vorrangig um Wissensvermittlung, sondern um persönliche Begegnung und um kreatives Schaffen ging, hat die Schüler zunächst überrascht: „Hier entsteht ein ganz anderer Eindruck von Kunst als im Museum. Plötzlich sind wir selbst die Künstler und dadurch erlebt man die Kunst ganz anders, hat einen anderen Bezug dazu“, erklärt Leon Kuhlmann. Der Workshop habe ihm auch die Augen geöffnet für seine eigene Identität und Persönlichkeit. „Das waren Fragen, die man sich im Alltag nicht stellt, die man sich aber stellen sollte, um zu sich selbst zu finden“, meint er. Ein zentrales Element ihrer Workshops sei der Dialog, erklärt Kristina Omelchenko, Kunstpädagogin bei Dagesh. „Es geht darum, einen Gesprächraum mit den Jugendlichen zu finden, um sich auf Augenhöhe zu begegnen, sich gegenseitig kennenzulernnen, ohne sich in Schubladen zu stecken. Wir öffnen uns den Schülern und sie öffnen sich ebenfalls und erzählen uns ihre Geschichten.“ Abdullah Hashash freut sich, dass er seine Mitschüler durch das Projekt näher kennengelernt hat. „Wir haben Dinge voneinander erfahren, die wir vorher nicht wussten.“ Seine Mitschülerin Emily Dukkardt ergänzt: „Es war echt spannend! Mir ist klar geworden, wie besonders die jüdische Kultur ist und wie vielfältig die Musik!“ Denn sie sei beeinflusst durch die verschiedene Herkunft jüdischer Menschen – aus dem spanisch-portugiesischen Raum, aus arabischen Staaten oder auch aus Deutschland. Auch Maria Meyer ist begeistert: „Wir haben so viel erfahren über die jüdische Kultur – Dinge, die ich vorher nicht wusste.“ Im Schulunterricht stünden meist nur die negativen Ereignisse im Vordergrund. Das Judentum werde reduziert auf den zweiten Weltkrieg und die Ermordung und Vertreibung jüdischer Bürgerinnen. „Diese Kultur ist für uns überschattet von grausamen Dingen. Hier haben wir die Schönheit und den Reichtum jüdischer Kultur kennengelernt. Und durch die sehr persönliche Präsentation der jungen Künstlerinnen habe ich mich dem Thema viel näher gefühlt.“ Solche Projekte an außerschulischen Lernorten sind enorm wichtig, ist Lehrer Kai-Uwe Klatz am Ende des Tages überzeugt. „Als Europaschule haben wir uns Vielfalt und auch Erinnerungskultur auf die Fahnen geschrieben und das wird bei uns auch gelebt. Begegnung ist wichtig – gerade bei so einer heterogenen Schülerschaft wie der unseren.“ Den kulturellen Reichtum zu entdecken, Lust zu machen auf Vielfalt, das sei schließlich die beste Prophylaxe gegen Intoleranz. Als Geschichtslehrer sei es ihm außerdem wichtig, zu zeigen, dass Geschichte auch hier und heute stattfindet und wir sie mitgestalten können. „Die Schülerinnen gehen als gestärkte Persönlichkeiten aus diesem Tag, da bin ich mir sicher.“
Rotkäppchen Rotkäppchen gerät auf dem Weg zur Großmutter in große Gefahr. Ein klassisches Märchen über Vertrauen, Vorsicht und die Folgen falscher Entscheidungen. Hier stehen sich Rotkäppchen und der böse Wolf gegenüber – kurz bevor der Wolf das arme Kind verschlingt. Rotkäppchen ist ein sehr altes Märchen. In seiner bekanntesten Form erzählt es von einem Mädchen, das stets ein rotes Käppchen trägt. Eines Tages wird es von seiner Mutter losgeschickt, um der kranken Großmutter einen Korb mit Speisen zu bringen. Der Weg führt es durch den Wald, wo es einem Wolf begegnet. Trotz der Warnungen ihrer Mutter lässt sich das Mädchen vom Wolf in ein Gespräch verwickeln und verrät, wohin es unterwegs ist. Der Wolf läuft daraufhin voraus, frisst die Großmutter und legt sich in deren Bett, verkleidet als die alte Frau. Als Rotkäppchen dann eintrifft, erkennt es zu spät die Gefahr: Der Wolf verschlingt es ebenso. Übrigens: In einer späteren Version der Geschichte taucht am Schluss ein Jäger auf. Der schneidet den sattgefressenen Wolf auf, befreit Großmutter und Rotkäppchen – und näht dem Tier Steine in den Bauch, sodass es nicht mehr fortkommt und sterben muss. Rotkäppchen Audiodatei abspielen Märchenfiguren Übersichtskarte öffnen Rotkäppchen trifft den Wolf (Otto Kubel, 1868-1951; ca. 1914, Grafiksammlung Märchenmuseum) Der Wolf tarnt sich (Otto Kubel, 1868-1951; ca. 1914, Grafiksammlung Märchenmuseum) Rotkäppchen vor dem Bett der Großmutter (Otto Kubel, 1868-1951; ca. 1914, Grafiksammlung Märchenmuseum) Ein Kind als Rotkäppchen (1909, Postkartensammlung Märchenmuseum) Die Hintergründe der Geschichte: Das Märchen Rotkäppchen ist vermutlich über 900 Jahre alt und taucht in Varianten an verschiedenen Orten in Europa, Afrika und Asien auf. So ist der Wolf in einer Version aus Indien zum Beispiel ein Tiger. Kulturwissenschaftler vermuten, dass Rotkäppchen ursprünglich eine Variante von „Der Wolf und die Sieben Geißlein“ war. In diesem Märchen frisst ein Wolf eine Ziegenfamilie – und bekommt am Ende ebenfalls Steine in den Bauch genäht. Die bekannteste schriftliche Version von Rotkäppchen stammt von dem Franzosen Charles Perrault aus dem Jahr 1697. Perrault schließt mit einer moralischen Lehre ab, die Frauen zum hilflosen Objekt degradiert und Männer ebenso schematisch zu potenziellen Tätern: Mädchen sollen sich stets vor fremden Männern hüten – denn sie können nie wissen, wer davon wie ein böser Wolf sei. Seine Warnung hat auch etwas mit den damaligen Heiratsbräuchen zu tun: Eine Frau, die nicht mehr als Jungfrau in die Ehe ging, war kaum zu vermitteln. Und wenn eine unverheiratete Frau schwanger wurde, war sie meist gezwungen, den zukünftigen Vater zu ehelichen – egal, ob dieser sich als Ehemann und Geldverdiener eignete. Das aber war eine Horrorvorstellung in einer Gesellschaft ohne soziale Sicherungssysteme. Übrigens: Für wen der Wald noch gefährlich ist, könnt Ihr in unserem Märchenmuseum am Kurpark entdecken. Weiterlesen Deutsches Märchen- und Wesersagenmuseum Märchen aus aller Welt entdecken Deutsches Märchen- und Wesersagenmuseum Am Kurpark 3 32545 Bad Oeynhausen Stadtplan Telefon: +49 (0) 5731 14 - 3410 E-Mail: museum@badoeynhausen.de Öffnungszeiten Mittwoch - Sonntag 11:00 – 13:00 Uhr & 14:00 – 18:00 Uhr (und nach Vereinbarung) Links Impressum Datenschutz / Informationspflichten Cookieeinstellungen Erklärung zur Barrierefreiheit Bildnachweis Hinweisgebersystem Feedback
Schneewittchen Schneewittchen wird von ihrer eifersüchtigen Stiefmutter verfolgt und findet Zuflucht bei sieben Zwergen. Doch die Königin gibt nicht auf und schmiedet immer neue Pläne, um sie aus dem Weg zu räumen. Das Märchen Schneewittchen erzählt die Geschichte einer Prinzessin mit schneeweißer Haut. Verfolgt wird sie von ihrer eifersüchtigen Stiefmutter, der Königin. Diese besitzt einen magischen Spiegel, der ihr sagt, dass Schneewittchen schöner sei als sie selbst. Aus Neid befiehlt die Königin deshalb einem Jäger, Schneewittchen in den Wald zu bringen und zu töten. Der Jäger verschont die junge Frau jedoch, und so flieht diese tief in den Wald hinein. Dort entdeckt sie ein kleines Häuschen, in dem sieben Zwerge wohnen. Die wiederum nehmen die Frau bei sich auf, und sie wird gewissermaßen Teil der Zwergenfamilie. Doch es dauert nicht lange, und die böse Königin erfährt durch ihren Zauberspiegel: Schneewittchen lebt noch und versteckt sich bei diesen kleinen Geschöpfen. Die Königin macht sich daraufhin auf den Weg zur Zwergenhütte, verkleidet als Händlerin. Sie versucht, Schneewittchen dreimal zu töten: Einmal dreht sie ihr einen vergifteten Kamm an, einmal führt sie ihr ein Kleid vor, das sie der jungen Frau bei der Anprobe viel zu eng schnürt. Schließlich gibt sie ihr einen giftigen Apfel, von dem Schneewittchen dann tatsächlich abbeißt. Bei den ersten beiden Mordversuchen können die Zwerge ihren Gast noch retten – beim vergifteten Apfel jedoch nicht mehr. Schneewittchen fällt durch die Frucht in einen scheinbar tödlichen Schlaf, und die Zwerge legen sie in einen Sarg aus Glas. Schließlich findet ein Prinz die scheinbar Tote, und weil sein Diener den Sarg aus Versehen umwirft, fällt das vergiftete Apfelstück aus ihrem Mund. Daraufhin erwacht die junge Frau und heiratet den Prinzen. Die Stiefmutter aber wird für ihre Taten bestraft: Sie muss in glühenden Eisenpantoffeln tanzen, bis sie tot zusammenbricht. Schneewittchen Audiodatei abspielen Märchenfiguren Übersichtskarte öffnen Die Königin befragt den Spiegel (Hermann Wöhler, 1942, Grafiksammlung des Märchenmuseums) Schneewittchen bei den 7 Zwergen (Werbepostkarte, 1912, Postkartensammlung des Märchenmuseums) Die Königin bringt den vergifteten Apfel (Hermann Wöhler, 1942, Grafiksammlung des Märchenmuseums) Der Prinz findet das scheintote Schneewittchen (Josef Eberle, um 1900, Postkartensammlung des Märchenmuseums) Die Hintergründe der Geschichte: Schneewittchen gehört zu den bekanntesten Märchen, die die Brüder Grimm aufgeschrieben haben. Ursprünglich heißt die Geschichte dort „Sneewittchen“ – „Snee“ ist plattdeutsch für Schnee, und „witt“ heißt weiß. Sie enthält einige typische Motive von Volksmärchen: eine eifersüchtige Stiefmutter, magische Gegenstände oder den dunklen Wald, in dem seltsame Wesen leben und in dem gefahrvolle Prüfungen bestanden werden müssen. In diesem Märchen tauchen auch Symbole auf, die bereits in vielen antiken Geschichten aus der Mittelmeerwelt vorkommen: etwa die giftige, verbotene Frucht oder der Spiegel, der Erkenntnis preisgibt. Auch die klischeehafte Vorstellung, dass Frauen sich vor allem durch ihre Schönheit auszeichnen (und sich diese gegenseitig neiden), ist ein uraltes literarisches Motiv. Und jetzt noch ein Hinweis: In unserem Märchenmuseum erfahrt ihr mehr über den dunklen Wald, magische Zauberdinge und Frauen in verschiedenen literarischen Rollen. Weiterlesen Deutsches Märchen- und Wesersagenmuseum Märchen aus aller Welt entdecken Deutsches Märchen- und Wesersagenmuseum Am Kurpark 3 32545 Bad Oeynhausen Stadtplan Telefon: +49 (0) 5731 14 - 3410 E-Mail: museum@badoeynhausen.de Öffnungszeiten Mittwoch - Sonntag 11:00 – 13:00 Uhr & 14:00 – 18:00 Uhr (und nach Vereinbarung) Links Impressum Datenschutz / Informationspflichten Cookieeinstellungen Erklärung zur Barrierefreiheit Bildnachweis Hinweisgebersystem Feedback
Vom 25. bis zum 29. JUli 2022 bietet die Jugendförderung der Stadt Bad Oeynhausen in Kooperation mit dem FC Bad Oeynhausen und der EDEKA Minden-Hannover ein Fußballcamp für 6-13-jährige Kinder in der Sparkassen Arena an. Fünf Tage Fußball pur! In dieser Woche können sich die Kinder auf dem Vereinsgelände des FC Bad Oeynhausens voll und ganz mit dem beliebten Sport auseinandersetzen. In den täglichen zwei Trainingseinheiten wird gedribbelt, gepasst und geschossen, so dass die Kinder ihre Technik verbessern und Freundschaften knüpfen können. Der Spaß steht hierbei immer an erster Stelle und so werden die Trainingseinheiten nicht nur dementsprechend geplant und durchgeführt, sondern auch mit unterschiedlichen Spaßaktionen wie z. B. einem Fußballquiz oder einer Olympiade ergänzt. Weil Sport und Essen zusammengehören, wird das Thema gesunde Ernährung stark verankert sein. Unser Partner die EDEKA Minden-Hannover wird uns als Ernährungsexperte mit dem Programm „KICK&ISS DICH FIT“ unterstützen. Im Rahmen ihrer Bausteine „Verpflegung“, „Theorie trifft Praxis“ und „Spaßfaktor“ erhalten die Kinder Impulse und Inspiration für einen ausgewogenen Speiseplan. Das kommt auch im gesunden Mittagessen mit Getränken, Obst, Backwaren und Müsli-Riegeln zum Ausdruck kommen. Zur Anmeldung zum Fußballcamp
Unter den beiden Namen „Rosen Photography“ und „Herzenskind“ betreiben Gül Sen und Zeynep Polat seit Anfang Januar den neuen Laden in den Königshofkolonnaden. In einer gemütlichen Wohnzimmeratmosphäre bieten die beiden Schwestern, die hauptberuflich als Bankangestellte beziehungsweise Lehrerin tätig sind, ihre Waren und Dienstleistungen an. Die Fotografin Gül Sen ist aktiv im Bereich des Familien-, Mutterschafts- und New Born-Shootings tätig und hält mit verschiedensten Accessoires die besonderen Familienmomente in ihren Bildern fest. Termine gibt es nach Vereinbarung. Zeynep Polat bietet Geschenke, Gastgeschenke und Dekoartikel mit dem Fokus auf Babys und Kleinkinder an. Die Besonderheit: sie sind alle handgezeichnet und handgemacht und können auf Wunsch auch personalisiert werden. Ihre Ware bietet sie dabei dienstags und donnerstags ab 15 Uhr sowie samstags ab 10 Uhr im Ladenlokal an. Das Projekt „Dein Kurstadtladen“ wird möglich durch die Landesförderung „Sofortprogramm Innenstadt“. Es bietet Interessenten die Chance, einen inhaberbetriebenen Laden auf Basis dieser Förderung eröffnen zu können. Hierfür können Personen den Kontakt mit der städtischen Wirtschaftsförderung aufnehmen. Das Team der Wirtschaftsförderung steht unter 05731 14-1051 oder per E-Mail unter info@kurstadtladen.de bei Interesse an einem Ladenlokal als Ansprechpartner zur Verfügung.
Etwa 40 Eltern mit ihren neugeborenen Kindern sind am Wochenende bei der Neugeborenenbegrüßung im Lenné-Karree zu Gast gewesen. Marion Gauert vom Bündnis Familie Bad Oeynhausen und Bürgermeister Lars Bökenkröger begrüßten Eltern und Kinder und übergaben ein kleines Willkommensgeschenk an die Kinder. Rund um das Familienbüro der Stadt Bad Oeynhausen hatten das Bündnis und das Jugendamt ein umfangreiches Informationsangebot organisiert. Neben dem Jugendamt als Anlaufstelle für junge Familien informierten die städtische Musikschule und zum Beispiel auch die Stadtbücherei über ihre Angebote vor allem für junge Familien. Neben den städtischen Angeboten gab es eine Trageberatung sowie Informationen zu Sport- und Fitnessangeboten für junge Mütter. Bei den älteren Geschwisterkindern war vor allem das Kinderschminken beliebt, das der Kinderschutzbund organisiert hatte. Großen Anklang fand bei den Eltern auch die kurze Einweisung in das Thema erste Hilfe am Kind, das Frauenarzt Klaus Dimde vom Krankenhaus Bad Oeynhausen übernommen hat. Wie bereits in den Vorjahren schätzten die Eltern vor allem auch diese wichtigen Tipps vom Fachmann. Stadt und Bündnis bieten die Neugeborenenbegrüßung seit mehr als zehn Jahren an. Jeweils im Frühjahr und im Herbst werden die Eltern des vorangegangenen Halbjahres dazu eingeladen. Eltern, die an dem zentralen Termin nicht teilnehmen können, bekommen ein Infopaket per Post.
Bürgerdialog Klimaschutz Ihr Mitwirken für das Klima Am 10. Dezember 2019 fand mit reger Beteiligung der Auftakt zum Bürgerdialog Klimaschutz statt. Ziel sind zwei Strategien, die gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt werden: Erstens geht es um den aktiven Schutz des Klimas und zweitens um die Reaktion auf Folgen des Klimawandels. Themenfelder des Bürgerdialogs Zu den beiden miteinander verbundenen Handlungsfeldern konnten am 10. Dezember bereits erste Anregungen, Fragen und Ideen gesammelt werden. Dabei war klar, dass die einzelnen Bereiche nur angerissen und auch nicht alle für das Thema relevanten Felder bearbeitet werden konnten. Im Folgenden wurde zu einzelnen Themenbereichen Arbeitsgruppen gebildet, die jeweils die fünf wichtigsten Maßnahmen formulieren. Themenfelder: 1. Klimafreundliche Mobilität 2. Effiziente Gebäude und Quartiere 3. Städtisches Grün/Naturschutz 4. Gesundheit im Klimawandel 5. Wasserversorgung 6. Konsum 7. Erneuerbare Energien Bei einem weiteren gemeinsamen Treffen im Rahmen des Bürgerdialogs Klimaschutz sollen die (Zwischen-)Ergebnisse vorgestellt und diskutiert werden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der hierfür geplante Termin am 23. März 2020 verschoben.