Die Prinzessin auf der Erbse
Kann eine einzige Erbse beweisen, ob jemand eine echte Prinzessin ist? In diesem berühmten Märchen wird eine ungewöhnliche Probe zur entscheidenden Frage – und sorgt für eine überraschende Antwort.
Ein Prinz sucht eine Prinzessin zur Frau. Er lernt zwar viele Prinzessinnen kennen, hat aber an allen etwas auszusetzen. Eines Abends klopft eine vom Regen durchnässte Frau ans Stadttor und behauptet, eine „wirkliche“ Prinzessin zu sein. Doch stimmt das auch? Um das herauszufinden, richtet die alte Königin für sie ein Bett. Heimlich legt sie eine Erbse auf den Boden des Bettes und packt darauf zwanzig Matratzen und zwanzig Daunendecken.
Am nächsten Morgen klagt die Prinzessin, sie habe die ganze Nacht fast kein Auge zugemacht. Etwas Hartes müsse im Bett liegen, so dass sie ganz braun und blau am ganzen Körper sei. Das ist für die Königsfamilie der Beweis: So empfindlich kann nur eine „wirkliche“ Prinzessin sein.
Die Hintergründe der Geschichte:
Die Prinzessin auf der Erbse wurde 1837 von Hans Christian Andersen veröffentlicht. Das Märchen ist sehr vielschichtig: Zum einen macht es deutlich, dass man Menschen ihren wahren Charakter nicht ansehen kann. Zum anderen macht es sich lustig über den Standesdünkel des damaligen Adels, der sich für etwas Besonderes hielt, nur unter seinesgleichen heiratete – und dessen Ansprüche an Komfort vom Volk oft als völlig überzogen wahrgenommen wurden.
Darüber hinaus ist die Geschichte auch typisch für Andersens feinsinnigen Humor: Immer wieder nämlich macht er in seinen Märchen die Schwächen der Menschen sichtbar – und das gerne sehr süffisant oder subtil.
Mehr zu entdecken über Andersens Märchen gibt es übrigens in unserem Märchenmuseum, hier gegenüber am großen Platz.
