Erinnerungsorte in Bad Oeynhausen
Erinnerungsorte sind sichtbare und oft zugleich stille Zeugnisse der Geschichte einer Stadt. In Bad Oeynhausen prägen sie das öffentliche Bewusstsein für Vergangenheit und Gegenwart gleichermaßen. Sie machen historische Ereignisse, persönliche Schicksale und gesellschaftliche Entwicklungen im Stadtraum erlebbar und schaffen Räume des Innehaltens und der Auseinandersetzung.
Besonders die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus, an Zwangsarbeit, Verfolgung und Krieg, ist in der Stadt durch unterschiedliche Gedenkorte und Mahnmale präsent. Diese Orte laden dazu ein, sich mit der lokalen Geschichte auseinanderzusetzen und Verantwortung für eine lebendige Erinnerungskultur zu übernehmen.
Mahnmale und Gedenkstätten
Standort
Vorplatz der Eidinghausener Kirche, Apostelstraße, Bad Oeynhausen-Eidinghausen
Entstehung
- Anfertigung: 1974
- Einweihung: 8. September 1974
- Künstler: Bildhauermeister Theodor Henke (Werste)
Beschreibung
Das Mahnmal wurde gemeinsam mit einer Stützmauer, Podesten, einer Gartenanlage sowie einer Beleuchtung gestaltet. Im Zuge der Maßnahme entstanden außerdem rund 37 Parkplätze.
Eigentum und Pflege
- Eigentümer: Evangelische Kirchengemeinde Eidinghausen
- Unterhaltung:
- Mahnmal: Stadt Bad Oeynhausen
- Parkplätze und Grünanlagen: Evangelische Kirchengemeinde Eidinghausen
Fördernde
Evangelische Kirchengemeinde Eidinghausen
Standort
Friedhof Eidinghausen, Bad Oeynhausen-Eidinghausen
Eigentum und Pflege
- Eigentümer: Stadt Bad Oeynhausen (seit Übergabe 1977)
- Ursprünglicher Eigentümer: Evangelische Kirchengemeinde Eidinghausen
Standort
An der Auferstehungskirche, Ostkorso, Bad Oeynhausen
Entstehung
- Anfertigung und Aufstellung: 1927
- Architekt: Ernst Spilker
- Bildhauer: Finkeldey
Eigentum und Pflege
- Eigentümer: Stadt Bad Oeynhausen (Denkmal)
- Grundstück: Staatsbad Bad Oeynhausen
- Pflege: Staatsbad Bad Oeynhausen
Fördernde
Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bad Oeynhausen
Standort
An der Auferstehungskirche, Ostkorso, Bad Oeynhausen
Entstehung
- Neubau und Neugestaltung: 1966
- Einweihung: 2. Juni 1966
- Künstler: Bildhauermeister Theodor Henke (Werste)
Beschreibung
Dreiflächiges Ehrenmal aus Sandstein.
Eigentum
- Eigentümer: Stadt Bad Oeynhausen (Denkmal)
- Grundstück: Staatsbad Bad Oeynhausen
Pflege:
- Mahnmal: Stadt Bad Oeynhausen
- Gärtnerische Gestaltung: Staatsbad Bad Oeynhausen
Standort
Schulhof Rehme, Bad Oeynhausen-Rehme
Entstehung
-
Anfertigung: 1926/1927
Beschreibung
Das Ehrenmal entstand durch den freiwilligen Arbeitseinsatz von Mitgliedern der Vereine, der Kirchengemeinde, der Feuerwehr und der Schule. Es trägt drei Tafeln mit den Namen der Kriegstoten.
Eigentum und Pflege
- Eigentümer: SGH
- Pflege: Heimatverein
Fördernde
Spendeneinnahmen
Standort
Friedhof Mooskamp, Bad Oeynhausen-Rehme
Entstehung
- Fertigstellung: 1976
- Einweihung: 14. November 1976
- Umgestaltung: 1988
- Künstler: Bildhauermeister Theodor Henke (Werste)
Beschreibung
Mahnmal aus Basalt-Lava-Gestein (ca. 3,3 × 2,8 × 0,6 m).
Eigentum und Pflege
- Eigentümer: Evangelische Kirchengemeinde Rehme
- Pflege: Evangelische Kirchengemeinde Rehme
Fördernde
Stadt Bad Oeynhausen
Standort
Bad Oeynhausen-Bergkirchen
Entstehung
- Aufstellung: 1974
- Einweihung: 14. Juli 1974
Beschreibung
Gedenkstätte mit der Inschrift „Selliner Gedenkstätte 1945“.
Eigentum und Pflege
Kirchengemeinde Bergkirchen
Fördernde
Stadt Lübbecke, Stadt Bad Oeynhausen sowie Selliner Bürgerinnen und Bürger
Standort
Zwischen Grundschule und Feuerwehrhaus, Wulferdingsen
Entstehung
- Anfertigung: Ende der 1950er Jahre
- Neugestaltung: 1989
- Einweihung: 19. November 1989
Beschreibung
Natursteinplatte aus Obernkirchener Sandstein mit eingraviertem Kreuzsymbol und Inschrift auf einem Granitsockel.
Eigentum und Pflege
- Eigentümer: Stadt Bad Oeynhausen
- Pflege: Vereinsring Wulferdingsen
Standort
Ecke Volmerdingsener Straße / Oeringsener Straße, Volmerdingsen
Entstehung
- Aufstellung: 1988
- Einweihung: 9. November 1988
Beschreibung
Gedenktafel mit einem Zitat von George Santayana sowie einer Erinnerung an Hermann, Bertha, Heinz und Ilse Grünenklee und alle weiteren jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft. Ergänzt wird die Gedenkstätte durch eine Tafel mit hebräischer Übersetzung.
Eigentum und Pflege
- Eigentümer: Stadt Bad Oeynhausen
- Pflege: Stadt Bad Oeynhausen
Standort
Borweg / Babbenhausener Straße, Oberbecksen
Entstehung
- Aufstellung: um 1925
- Instandsetzung: 1996
Eigentum und Pflege
Eigentümer: Stadt Bad Oeynhausen
Pflege: Heimatverein Rehme
Standort
Vor der Kapelle des Wittekindshofs, Bad Oeynhausen
Entstehung
- Aufstellung: 1995
- Einweihung: 29. September 1995
- Künstler: Helmut Lander (Darmstadt)
Beschreibung
Skulptur mit drei Figuren und der Inschrift:
„Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung.“
Größe: ca. 200 × 158 × 30 cm.
Eigentum und Pflege
- Eigentümer: Diakonische Stiftung Wittekindshof
- Pflege: Kirchengemeinde Volmerdingsen
Fördernde
Stadt Bad Oeynhausen
Standort
Friedhof Rehme
Eigentum und Pflege
-
Eigentümer: Evangelische Kirchengemeinde Rehme
Fördernde
Land Nordrhein-Westfalen, Landeskirchenamt, Stadt Bad Oeynhausen sowie Spenden
Standort
Bad Oeynhausen-Dehme
Eigentum und Pflege
- Eigentümer: Stadt Bad Oeynhausen
- Pflege: Stadt Bad Oeynhausen
Standort
Pfarrer-Dustmann-Straße, Volmerdingsen
Eigentum und Pflege
- Eigentümer: Stadt Bad Oeynhausen
- Pflege: Anwohnerinnen und Anwohner der Kirchengemeinde Volmerdingsen
Standort
Bergkirchen
Beschreibung
Mahnmal mit der Aufschrift „Verband der Heimkehrer“.
Eigentum und Pflege
- Eigentümer: Bussche-Hünnefeld
- Pflege: Frau Trenkenschuh
Der Gedenkbrunnen vor der Auferstehungskirche Bad Oeynhausen wurde als Mahnmal zur Erinnerung an die während der NS-Zeit verfolgten und ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt geschaffen. Im Jahr 2020 wurde die Anlage umfassend saniert und wieder instand gesetzt. Der Brunnen ist heute ein zentraler Ort des Gedenkens im öffentlichen Raum und wird regelmäßig in die lokale Erinnerungskultur einbezogen.
Gedenktafeln
Auf dem Friedhof Mooskamp in Bad Oeynhausen erinnert eine Stele an die Kinder von Zwangsarbeiterinnen, die während des Zweiten Weltkriegs in der Stadt geboren wurden und hier zunächst ihre erste Ruhestätte fanden. Viele von ihnen starben nur wenige Tage oder Monate nach der Geburt. Die Gedenktafel macht dieses lange verdrängte Kapitel der Stadtgeschichte sichtbar und würdigt die „vergessenen Opfer“ der NS-Zwangsarbeit. Heute erinnern die genannten Namen und Schicksale an das Leid der Familien und mahnen zum bewussten Umgang mit der Vergangenheit.
1. Gedenktafel am Haupteingang: Ehemalige Weserhütte
Die Gedenktafel erinnert an die Geschichte des traditionsreichen Eisenwerks, das an diesem Standort Bagger und Großförderanlagen produzierte und ein bedeutender Arbeitgeber in der Region war. Die Einweihung fand im April 2012 statt.
2. Gedenktafel am Werre-Radweg: Zwangsarbeit & Kriegsopfer
Die Tafel informiert über das Schicksal von etwa 2100 verschleppten Zwangsarbeitern, die während des Zweiten Weltkriegs unter anderem bei der Weserhütte arbeiten mussten. Zudem wird an die 192 Opfer eines verheerenden Bombenangriffs an Karfreitag 1945 erinnert. Der Gedenkort ist direkt am Werreradweg, auf Höhe des Werreparks, als Sitzbank mit einer Pulttafel angelegt.
Am Standort der ehemaligen Kurpension „Haus Bromberg“ (auch bekannt als „Judenhaus“ oder „Ghettohaus“) in der Weststr. 8a erinnert heute eine installierte Gedenktafel an die Geschichte des Gebäudes. Es war im Herbst 1941 zur Zwangsunterkunft („Judenwohnung“) für die letzten jüdischen Bürger Bad Oeynhausens deklariert worden.