Die Gebäude des Museumshofes

Der Museumshof ist ein kleines Freilichtmuseum bäuerlicher Kulturdenkmale. Er repräsentiert ein typisches bäuerliches Anwesen, wie es in der Umgegend Bad Oeynhausens bis ins 20. Jahrhundert hinein üblicherweise zu finden war.

Haupthaus

Das Haupthaus ist vom Hof von Aschen, Hüllhorst Nr. 48, Wohn- und Wirtschaftsgebäude, erbaut 1739, transloziert 1965, 1967-1968 auf dem Museumshof wiedererrichtet, eröffnet 1969.

Der Vierständerbau mit reichem Schmuckgiebel zeigt den Bautyp des niederdeutschen Hallenhauses: rechts und links der Deele wurde das Vieh aufgestallt, dahinter lagen die Gesindekammern. Im hinteren Bereich der Deele befindet sich an zentraler Stelle das offene Herdfeuer. Rechts der Herdstelle liegt die sogenannte Waschlucht mit dem Spülstein, links die Esslucht mit dem Esstisch für die gemeinsamen Mahlzeiten. Die Räume hinter dem Herdfeuer, dem Kammerfach, dienten der Familie des Bauern als Wohnräume.

Gezeigt wird hier die typische Einrichtung dieses Wohn- und Wirtschaftsgebäudes vor der Industrialisierung. Das Himmelbett in der Schlafstube stammt vom Hof Aschen selber, die übrigen Möbel und Gerätschaften stammen von anderen Höfen der Umgebung.

Das Haupthaus beherbergt im Obergeschoss zudem eine kleine ostdeutsche Heimatstube.

Heuerlingshaus

Das Heuerlingshaus stammt vom Hof Taake (heute Meier) aus Exter-Solterwisch, erbaut 1654, Translozierung und Wiederaufbau auf dem Museumshof 1975

Das Heuerlingshaus war das Wohnhaus der für den Bauern tätigen Heuerlingsfamilie. In dem Heuerlingshaus vom Hof Taake wohnten zuletzt um 1880/90 zwei Heuerlingsfamilien gleichzeitig.

Gezeigt werden hier die Gerätschaften für die Zigarrendreherei als typischem Nebenerwerbszweig der hiesigen Bevölkerung sowie die Gerätschaften der ehemaligen Korbflechterei Nacke in Rehme. Im kleinen Stallteil sind Gerätschaften für die Imkerei ausgestellt.

Scheune

Die Scheune stammt vom Hof Meinert in Oberlübbe-Elfte, erbaut 1803, abgebrochen und eingelagert 1988, Wiederaufbau auf dem Museumshof 1989-1990, eröffnet 1991. Die Scheune diente zur Lagerung von Heu, Stroh und ungedroschenem Getreide, als Aufbewahrungsort für die landwirtschaftlichen Geräte sowie als Arbeitsraum, z.B. zum Dreschen von Getreide. Heute zeigt die Scheune die wichtigsten landwirtschaftlichen Geräte für die Feldbestellung, die typischen Fahrzeuge der Region und die Werkstätten eines Landzimmermannes und eines Stellmachers.

Speicher

Der Speicher ist ursprünglich vom Hof Harig in Melle-Dielingdorf, erbaut 1792, transloziert 1992, Wiederaufbau auf dem Museumshof 1992-1993, eröffnet 1993.

Der Speicher (Spieker) diente zur Aufbewahrung von Ernteerträgen, Nahrungsvorräten für den Winter und der kostbaren Leinenvorräte. Aus Brandschutzgründen wurde ein Speicher immer in einem Mindestabstand von 7 Metern zum Haupthaus errichtet.  In Planung ist hier eine Ausstellung zur Vorratswirtschaft.

Backhaus

Das Backhaus mit „Abtritt“ vom Hof Möhlmann (jetzt Busse) auf dem Poll in Dehme, erbaut um 1800, Translozierung und Wiederaufbau auf dem Museumshof 1980.

Im Backhaus wurde ungefähr alle 4 Wochen Brot gebacken. In der übrigen Zeit diente das kleine Nebengebäude als Hofwerkstatt. Zu sehen sind hier ein aus einem Baumstamm gearbeiteter großer Backtrog sowie die übrigen, für das Brotbacken notwendigen Gerätschaften. Außerdem steht im Backhaus eine Werkbank, die die Zweitnutzung des Gebäudes als Werkstatt andeuten soll.

Zur Suche Leichte Sprache