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Wohnen und Quartier

Eins der ersten und wichtigsten Handlungsfelder ist die Unterbringung der Flüchtlinge in Wohnraum. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass eine dezentrale Unterbringung im Stadtgebiet der Integration förderlich ist.
Durch die Durchmischung in Bezug auf Staatsangehörigkeit, sozialen Wohnraum, gesellschaftliche Schicht, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern wirkt der Abschottung einzelner Quartiere entgegen.
Um ein harmonischen Miteinander in den Stadtgebieten zu fördern, wird darauf geachtet, dass die angebotenen Integrationsmaßnahmen nicht nur auf bestimmte Bevölkerungsgruppen zugeschnitten sind, sondern sie den Anreiz zum Austausch zwischen allen Bürgerinnen und Bürgern setzten.
Die Wohnungen sollten so gelegen sein, dass entsprechende Nahversorgungsmöglichkeiten bestehen und der Zugang zu anderen Bereichen der Infrastruktur gewährleistet werden kann. Die Erfüllung dieser Voraussetzungen ist unter anderem für das Erreichen der Sprach- und Integrationskurse, die in der Regel im Bereich der Innenstadt stattfinden, von großer Bedeutung.
Das Zuhause soll Schutz, Privatsphäre und Geborgenheit bieten, sowie die Eigenständigkeit und das gemeinschaftliche Zusammenleben ermöglichen.

Folgende Tätigkeiten im Bereich Quartier und Wohnen werden von den Sozialarbeiterinnen im Team Asyl übernommen:

Zentrale Unterbringung in Gemeinschaftseinrichtungen
Die Sammelunterkünfte dienen in der Regel nur der Erstaufnahme. Dadurch sollen soziale Brennpunkte mit all ihren Nachteilen vermieden werden. Während die Erstaufnahme der Asylsuchenden in den Sammelunterkünften zunächst als „Orientierungsphase“ in der neuen Umgebung dienen soll, ist das Ziel der Bezug einer angemessenen Wohnung außerhalb einer städtischen Unterkunft. Die „Orientierungsphase“ vermittelt den städtischen Sozialarbeiterinnen einen Eindruck darüber, ob bei einzelnen Flüchtlingen konkret benennbare Bedenken bestehen, Wohnraum außerhalb der Einrichtung anmieten zu lassen. Diese Phase dient der Orientierung der Flüchtlinge in der neuen Umgebung. Sie ist gekennzeichnet durch die enge Anbindung an die Sozialarbeiterinnen und den Hausmeistern der Unterkünfte. Die zuständigen Sozialarbeiterinnen sowie die Hausmeister des Teams Asyl sind regelmäßig vor Ort erreichbar, um den entsprechenden Bedarf der Einzelpersonen und Familien zu erkennen und bei Fragen oder Problemen behilflich zu sein. 

Entscheidung zum Umzug
Ziel der Orientierungsphase ist die Vorbereitung zum Umzug in eine angemessene Wohnung außerhalb einer städtischen Unterkunft. Die Unterstützung zur Anmietung einer Wohnung erfolgt, wenn keine konkret benennbaren Bedenken bestehen. Die Ergebnisfindung und Entscheidungsvorbereitung koordinieren die zuständigen Sozialarbeiterinnen. Sie entscheiden aufgrund ihrer Erkenntnisse, welche Familien und Einzelpersonen eine Wohnung außerhalb einer städtischen Unterkunft beziehen können. Grundlage für Bedenken gegen eine Verselbstständigung ist eine strukturierte Analyse und Bewertung folgender Kriterien durch die Sozialarbeiterinnen: Sprachkompetenz (mündliche Verständigung) ist in der Familie vorhanden, bisheriges Verhalten der Familie im Übergangswohnheim unter besonderer Berücksichtigung folgender Aspekte ist positiv:

  • Eigenverantwortung und Hilfsbereitschaft
  • Rücksichtnahme auf andere in der Unterkunft lebende Personen
  • Erfüllen der Reinigungspflichten etc.
  • Straffälligkeit (Verurteilung von 90 Tagessätzen oder mehr)
  • innerhalb der nächsten 6 Monate ist eine Rückführung ins Herkunftsland nicht zu erwarten
  • Erwartung, dass Mieterpflichten überwiegend erfüllt werden, wird erfüllt

Bei konkreten und begründbaren Bedenken wird vorläufig keine Genehmigung zur Anmietung einer privaten Wohnung erteilt. Sollte es Bedenken geben, wird mit den Flüchtlingen eine entsprechende, zeitlich klar abgegrenzte Vereinbarung getroffen das Verhalten zu korrigieren. Nach deren Ablauf erfolgt eine erneute Einschätzung durch die Sozialarbeiterinnen.

 

Umzugsmanagement
Die Einzelpersonen oder Familien werden bei der Suche nach einer geeigneten Wohnung von den Sozialarbeiterinnen individuell unterstützt. Für die Zusammenarbeit mit Vermietern, die Akquise von Wohnraum, die Unterstützung der Flüchtlinge bei der Wohnungssuche, die Unterstützung bei der Organisation des Umzuges etc. sind die Sozialarbeiterinnen zuständig.

  • Ihre Aufgaben im Einzelnen hierbei sind:
  • die Kontaktaufnahme, Kontaktpflege und enge Zusammenarbeit mit SGH und privaten Vermietern
  • die Durchführung von Informationsveranstaltungen in den Einrichtungen zu Fragen des Bezuges einer eigenen Wohnung
  • die Information von Einzelpersonen und Familien zu Fragen des Bezuges einer eigenen Wohnung
  • die Vorbereitung der Wohnungssuchenden auf ein Leben in einer eigenen Wohnung
  • die individuelle Unterstützung der Einzelpersonen oder Familien bei der Suche nach einer geeigneten Wohnung.
  • die Unterstützung und Begleitung der Wohnungssuchenden zu den Themen:Mietvertrag, Kaution, Anmeldung Energieversorger, Schufa-Auskunft, Erstausstattung Umzug, finanzielle Unterstützung zu den Umzugskosten, etc.
  • die Begleitung der Wohnungsinteressenten zu Vorstellungsgesprächen bei Vermietern
  • die Unterstützung bei Formalitäten (Ummeldung beim Bürgerbüro, KiTa, Schule etc.)
  • die Begleitung der Mieter bei der Vorstellung bei den Nachbarn
  • die Begleitung und Konfliktregelung nach dem Wohnungseinzug sowie die Zusammenarbeit mit den beteiligten Bereichen der Stadtverwaltung

Die Hausmeister aus dem Bereich Asyl unterstützen bei der Herrichtung des Wohnraums, bei der Möblierung, der Abnahme und Übergabe der Wohnungen und bei der Durchführung der Umzüge. Bei Bedarf weisen Sie die Flüchtlinge in die vorhandene Haustechnik ein und erklären Dinge des alltäglichen Lebens, wie z.B. das Müllsystem.

Integrationsphase in das neue Wohnumfeld
Die Betreuung erfolgt durch regelmäßigen Besuch der Sozialarbeiterinnen in der Wohnung oder bei individuellem Bedarf des Flüchtlings. Bei den Besuchen erfolgt eine systematisierte Ermittlung des Status Quo, die Erörterung bestehender Fragen und die gemeinsame Erarbeitung entsprechender individueller Hilfsangebote und Lösungsmöglichkeiten. Neben der Beratung und Unterstützung der Mieterinnen und Mieter sind die Sozialarbeiterinnen auch bei der Regelung möglicher Konflikte behilflich. Ebenso erfolgt die Unterstützung bei der Integration in die Nachbarschaft und das soziale Umfeld (Begleitung bei der Vorstellung in der Nachbarschaft, Schule, Kindergarten etc.).
Unter dem Aspekt der "Hilfe zur Selbsthilfe" werden die Besuche der Sozialarbeiterinnen nach und nach reduziert bis sie gänzlich entfallen.
Die Sozialarbeiterinnen stehen aber weiterhin als Ansprechpartnerinnen im Rahmen ihrer regelmäßigen Sprechzeiten zur Verfügung.