Bad Oeynhausen
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Betreuung, Bildung, Sprache

Ziel der Bemühungen ist es die Kinder mit Fluchtgeschichte und deren Eltern möglichst zeitnah an das Regelangebot heranzuführen. Dies kann durch Information der Eltern aber auch durch besondere Brückenangebote und die Einrichtung von Integrationsklassen erfolgen.

Kindergarten und Kindertagespflege
Die Sozialarbeiterinnen des Asylbereichs beraten die Familien mit Kindern im Kindergartenalter bei der Suche nach Betreuungsmöglichkeiten. Sie organisieren Dolmetscher und unterstützen die Eltern beim Ausfüllen von Anträgen. Nach Möglichkeit werden die Kinder zeitnah in einer der umliegenden Kindertagesstätten oder im Bereich der Tagespflege angemeldet. . Die Kindertageseinrichtungen halten eigene Unterstützungsangebote für Flüchtlingsfamilien vor. Darüber hinaus gibt es ein spezielles Angebot für Flüchtlingskinder in Tagespflege im ehemaligen Bürgerhaus in Rehme.
Die Betreuung und Förderung der Kinder im Vorschulalter trägt zur Integration in die Gesellschaft bei, da hier eine erste Heranführung an das Regelsystem stattfindet und Kinder und Eltern die Möglichkeit von sozialen Kontakten außerhalb der Unterkünfte bekommen. Durch die Sicherstellung der Kinderbetreuung haben die Eltern die Möglichkeit zeitnah an Integrationskursen teilzunehmen.
Seit dem vergangenen Jahr werden in einzelnen Einrichtungen spezielle Deutschkurse für Kinder im Vorschulalter angeboten. Diese Kurse werden in Kooperation zwischen VHS und dem Bündnis Familie angeboten und über den Stabsbereich II koordiniert. Ziel ist es, die Kinder beim Spracherwerb zu fördern und den Einstieg in die Grundschule zu erleichtern.

Integration in das Bildungssystem

Die Sozialarbeiterinnen es Asylbereichs geben die Daten der schulpflichtigen Kinder an den Bereich Schule weiter. Sie unterstützen die Eltern bei der Anmeldung an der Schule, bei der Beantragung von Geldern für den Schulbedarf und die Mittagsverpflegung. Sie erklären den Aufbau des deutschen Bildungssystems und den Weg zur Schule.
Der Bereich Schule führt einen Datenaustausch mit dem Bürgerbüro durch, um die Ersterfassung der schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen sicherzustellen. Personen die älter als 18 Jahre sind, werden hierbei nicht erfasst. Die gesammelten Daten werden an das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Minden-Lübbecke, als zuständige Stelle, weitergeleitet. Unterjährig erfolgt, in der Regel, die Aufnahme der Schülerinnen und Schüler in der altersgerechten Schulform. Nach Möglichkeit werden den Kindern Plätze im „Offenen Ganztag“ angeboten um einen schnellen Spracherwerb und eine gute Integration zu fördern.

Bei der Zuteilung zu den Schulen werden folgende Grundsätze berücksichtigt:

Primarstufe

  • Zuordnung einer möglichst nächstliegenden Schule in der Wohnortgemeinde.
  • Nach Möglichkeit werden den Familien Plätze im „offenen Ganztag“ vermittelt

Sekundarstufe I

  • Zuordnung zu einer städtischen weiterführenden Schule nach freien Plätzen. Keine Auswahl bezüglich Alphabetisierung, Sprachkompetenz oder Alter.
  • Aufnahme von Schülern bis zum Alter von U18.
  • Änderungen zur Altersbegrenzung U16 gewünscht

Sekundarstufe II

  • Zuordnung über das Kommunale Integrationszentrum an die Berufskollegs.
  • Vorgeschaltetes Testverfahren entscheidet über die tatsächliche Aufnahme.
  • Keine Kontrolle durch die Stadt über Schullaufbahn, da in der Zuständigkeit des Kreises.
  • Bedarf an zusätzlichen Plätzen in den Berufskollegs vorhanden.

Hilfe und Unterstützung im Bereich der Schule erhalten Familien mit und ohne Fluchtgeschichte durch die Schulsozialarbeiter/innen. Die Schulsozialarbeit an den Grund- und weiterführenden Schulen ist ein sozialpädagogisches Angebot für die individuelle und ganzheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen im Zusammenwirken mit der Schule. Sie hat einen ausgeprägten präventiven und intervenierenden Auftrag. Das Angebot richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler und deren Eltern. Beratung und Unterstützung wird zum Beispiel in den Bereichen schulische Problemlagen (Lernschwierigkeiten, Leistungsdruck, Mobbing und Gewalt, Konflikte, Ängste) angeboten. Manchmal sind es auch familiäre Problemlagen, die den Schulalltag beeinträchtigen, wie z.B. Trennungssituationen der Eltern oder Tod und Trauer. Die Schulsozialarbeiter arbeiten i.d.R. in einem Netzwerk und vermitteln an weitere Hilfsangebote, wie z.B. Freizeitangebote oder außerschulische Fördermöglichkeiten. Die Schulsozialarbeit ist auch eine Schnittstelle zwischen Schule und der Bezirkssozialarbeit im Jugendamt. 

Integrations- und Sprachkurse
Die Koordination der Angebote erfolgt über den Stabsbereich II. An dieser Stelle werden die Informationen zu den einzelnen Angeboten zentral zusammengeführt. Das Angebot erstreckt sich von Vorbereitungskursen (durch ehrenamtliche Lehrer, 2 Std./ Woche) über Orientierungskurse für junge Erwachsene bis hin zu den vom BAMF anerkannten Alphabetisierungs- und Integrationskursen mit mehreren hundert Unterrichtsstunden. Spezielle Angebote für Kinder im Vorschulalter werden in den Kindergärten mit einem hohen Anteil an Kindern mit Fluchtgeschichte angeboten.
Für Kinder im Alter von 6-12 Jahren wurde die bereits vorhandene „individuelle Lernförderung“ des Kinderschutzbundes durch die Vermittlung von weiteren ehrenamtlichen Kräften ausgebaut. Im Rahmen dieses Angebotes können Kinder mit Fluchtgeschichte beim Erwerb der deutschen Sprache gefördert werden. Um die Personen in die passenden Projekte vermitteln zu können, treten die Sozialarbeiterinnen als Vermittler zwischen Angebot und Nachfrage auf. 

Der Bereich Asyl ist berechtigt für bestimmte Personengruppen Verpflichtungen zum Deutschkurs auszustellen.