Bad Oeynhausen
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Beratung, Jugend und Gesundheit

Flüchtlingen steht eine Themenbezogene Beratung in den unterschiedlichen Bereichen der Verwaltung zur Verfügung. Erster Anlaufpunkt ist in der Regel die Asylstelle die ggf. für fachspezifische Beratung an weitere Stellen vermittelt.

Beratung
Für allgemeine Fragen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Asylbereichs zu festen Sprechzeiten zur Verfügung. Bei besonderem Beratungsbedarf werden individuell Termine mit den Sachbearbeiter/innen oder den Sozialarbeiterinnen vereinbart. Die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter des Asylbereichs bieten den Asylbewerber/innen und ausländischen Flüchtlingen Beratung und Information zum Asylbewerberleistungsgesetz, dem Sozialgesetzbuch XII sowie zu anderen sozialen Leistungen. Sie sind für die Annahme, Bearbeitung und Bescheidung von Anträgen auf laufende und einmalige Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zuständig. Sie führen bei Bedarf Beratung von Flüchtlingen zu den Themen Abschiebungen und freiwilligen Ausreisen durch und sind für die Bearbeitung der Widerspruchsverfahren zuständig.

Jugendhilfe
Besonders im Bereich der Jugendhilfe gibt es verschiedene Schnittstellen zu den Bereichen Asyl und Integration. Viele der regulären Angebote stehen den zugezogenen Familien zur Verfügung. Die Koordinierungsstellen der Frühen Hilfen bei der Stadt Bad Oeynhausen bieten werdenden Eltern und Eltern mit einem Kind unter einem Jahr Beratung und Unterstützung in Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt und Entwicklung des Kindes im 1. Lebensjahr an. Diese sehr niederschwellige Beratungs- und Unterstützungshilfen stehen auch Flüchtlingsfamilien zur Verfügung. Auch hier müssen jedoch die Sprachbarrieren überwunden werden.
Die Aufgaben der Bezirkssozialarbeit erstrecken sich ebenfalls auch auf Flüchtlingsfamilien, die in Bad Oeynhausen wohnen. Allerdings stehen den Familien nicht alle Leistungen des SGB VIII zur Verfügung. Nach § 6 SBG VIII können Ausländer Leistungen nach dem SGB VIII nur beanspruchen, wenn sie rechtmäßig oder aufgrund einer ausländerrechtlichen Duldung ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben. Dies gilt insbesondere für die Inanspruchnahme von Hilfen zur Erziehung nach den §§ 27 ff SGB VIII. Etwas anderes gilt für den Kinderschutz, dieser erstreckt sich auf alle Kinder- und Jugendlichen, die sich in Bad Oeynhausen aufhalten, gleich welchen Aufenthalts Status sie haben.
Zu den Aufgaben der Bezirkssozialarbeit gehören insbesondere die Beratung in allgemeinen Erziehungsfragen, Beratung bei Schulproblemen, Familienkrisen, Ehe- und Partnerschaftskonflikte, drohender Obdachlosigkeit, Suchtmittelabhängigkeit, Hilfen bei Überforderung, häuslicher Gewalt, Dissozialität u.a. Notsituationen. Die Beratung erstreckt sich im Wesentlichen auf die Diagnostik und die Vermittlung weitergehender Hilfen, sofern diese erforderlich sind und von den Beteiligten angenommen werden.
Jedes Kind und jeder Jugendliche unter 18 Jahren hat das Recht, sich hilfesuchend an das Jugendamt zu wenden und dort auch um Schutz zu bitten. Das Jugendamt ist verpflichtet, ein Kind oder Jugendlichen in Obhut zu nehmen, wenn dieser junge Mensch um Inobhutnahme bittet. Das Jugendamt ist verpflichtet, ein Kind oder Jugendlichen in Obhut zu nehmen, wenn dieser junge Mensch um Inobhutnahme bittet. Darüber hinaus ist ein Kind/ Jugendlicher in Obhut zu nehmen wenn eine dringende Gefahr für das Wohl des jungen Menschen dies erfordert und die Eltern nicht bereit oder in der Lage sind, diese Gefahr abzuwenden.
Im Rahmen der Jugendgerichtshilfe werden junge Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahren durch die Bezirkssozialarbeit begleitet, wenn diese strafrechtlich in Erscheinung getreten sind. Kommt es zu einer Verhandlung vor dem Jugendgericht erstellt die Jugendgerichtshilfe einen Jugendgerichtshilfebericht und nimmt an der Verhandlung teil.
Darüber hinaus können Eltern die über einen entsprechenden Aufenthaltsstatus verfügen Hilfen zur Erziehung beantragen. Hilfen zur Erziehung können sein: Erziehungsberatung, soziale Gruppenarbeit, ein Erziehungsbeistand, Sozialpädagogische Familienhilfe als aufsuchende Hilfe in der Familie, die Erziehung in einer Tagesgruppe oder wenn ein Verbleib des Kindes in der Familie nicht möglich ist, die Vollzeitpflege oder die Heimerziehung. Für die Erziehungsberatung und alle aufsuchenden Hilfen ist zwingende Voraussetzung, dass eine gegenseitige Verständigung möglich ist. Für Kinder und Jugendliche, die seelisch behindert oder von einer solchen Behinderung bedroht sind, kann ein Anspruch auf Eingliederungshilfe nach § 35 a SGB VIII bestehen. Hier handelt es sich im Wesentlichen um therapeutische Hilfen. Jungen Menschen im Alter von 18 bis maximal 21 Jahren kann auf deren Antrag hin eine Hilfe für junge Volljährige gewährt werden, wenn sie diese Hilfe für ihre Persönlichkeitsentwicklung und zur Entwicklung einer eigenverantwortlichen Lebensführung benötigen und aktiv an dieser Hilfe mitwirken.
Das Jugendamt ist berechtigt und verpflichtet, ein ausländisches Kinder oder ausländischen Jugendlichen vorläufig in Obhut zu nehmen, wenn dieser unbegleitet, also ohne eine Begleitperson (i.d.R. ohne seine Eltern) in Deutschland einreist. Das Verfahren für die Inobhutnahme und Hilfegewährung unbegleiteter ausländischer Kinder und Jugendlicher ist ein sehr umfangreiches Aufgabengebiet, das vielfältige Tätigkeiten nach sich zieht. So ist beim Familiengericht eine Vormundschaft zu beantragen, es sind verschiedene Stellen zu informieren, die Unterbringung des Kindes und die pädagogische Betreuung ist sicherzustellen und der unbegleitete minderjährige Flüchtling hat auch einen Anspruch auf Krankenhilfe. Wenn ein Vormund bestellt ist, kann dieser für den unbegleiteten minderjährigen Flüchtling weitergehende Hilfen nach dem § 27 ff. SGB VIII beantragen. Die Hilfe endet spätestens mit dem 18. Lebensjahr, in Ausnahmefällen kann sie darüber hinaus nach § 41 SGB VIII fortgeführt werden, dann endet die Hilfe spätestens mit Erreichung des 21. Lebensjahres.

Gesundheit
Für den Bereich der gesundheitlichen Versorgung ist zunächst der Bereich Asyl zuständig. Zu den regulären Öffnungszeiten erhalten Flüchtlinge hier die für einen Arztbesuch notwendigen Krankenscheine. Die Mitarbeiter erteilen Auskunft zu Kostenfragen, Begleiten in besonderen Fällen zu den Arztbesuchen um den weiteren Leistungsbedarf zu ermitteln (z. B. Therapie- und Pflegemaßnahmen). Sie fungieren als Kontaktperson für Ärzte, Therapeuten, Pflegedienste und Sanitätshäuser, organisieren Dolmetscher und koordinieren Anfragen und Pflegegutachten. Anfragen zu Heil- und Kostenplänen wie auch die Beantragung der Kostenübernahmeerklärungen werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchgeführt.