Mögliche Blindgänger-Entschärfung am 1. Advent

Kampfmittelexperten öffnen Verdachtspunkt in Werste.

Eine möglicherweise erforderliche Entschärfung einer Weltkriegsbombe könnte vielen Bürgerinnen und Bürgern in diesem Jahr einen etwas anderen ersten Advent bringen. Hintergrund ist eine als Kampfmittelverdachtspunkt ermittelte Stelle in Werste. Dort hatte es im Rahmen von Bauarbeiten Sondierungsbohrungen gegeben. Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Landes Nordrhein-Westfalen haben daraufhin entschieden, diesen Verdachtspunkt mit Baumaschinen zu öffnen. Erst wenn die Stelle freigelegt ist, wird feststehen, ob es sich überhaupt um einen Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg handelt. Möglich ist auch, dass lediglich ein größeres Metallstück dort im Boden liegt. Wenn es sich um einen Blindgänger handelt, wird der Kampfmittelbeseitigungsdienst über die weiteren Maßnahmen entscheiden. Je nach Art des Kampfmittels müsste möglicherweise ein Radius von 500 oder 1000 Metern für die Dauer der Entschärfung evakuiert werden.

„Wenn wir einen 1000-Meter-Radius evakuieren müssten, wären nahezu 3000 Bürgerinnen und Bürger betroffen“, sagt der für Sicherheit und Ordnung zuständige Erste Beigeordnete der Stadt Bad Oeynhausen, Georg Busse und ergänzt: „Deshalb möchten wir die betroffenen Menschen und alle Einwohner frühzeitig darüber informieren.“ Die betroffenen Haushalte in den beiden Evakuierungsradien bekommen an diesem Wochenende oder spätestens Anfang kommender Woche ein Schreiben mit den wichtigsten Informationen. Busse: „Darin steht dann zum Beispiel auch, in welchem Radius die Menschen tatsächlich wohnen.“ So wissen sie im Fall einer tatsächlichen Evakuierung am 28. November, ob sie ihr Haus wirklich verlassen müssen.

„Die frühzeitige Information der Betroffenen bringt den großen Vorteil, dass sie sich möglicherweise vorab schon mit Verwandten in der Nähe über eine Unterbringung am ersten Advent verständigen können.“ Für diejenigen, die keine Unterbringung organisieren können, wird eine Notunterkunft im Schulzentrum Nord eingerichtet.

„Besonders wichtig ist die frühzeitige Information auch für gehbehinderte oder bettlägerige Personen, für die wir im Fall einer Evakuierung einen Transport bereitstellen müssen“, ergänzt die Bad Oeynhausener Ordnungsamtsleiterin Michaela Brune. „Für solche Fälle und grundsätzlich natürlich auch zu anderen Fragen wird die städtische Hotline unter 05731 14-1000 zur Verfügung stehen.“ Die Hotline ist ab kommenden Montag wochentags jeweils von 9:00 bis 12:30 Uhr und von 14:00 bis 16:00 Uhr zu erreichen. Am ersten Adventswochenende ist sie für dringende Fragen auch am Samstag und Sonntag aktiv. Die wichtigsten Informationen sind auch auf Sonderseiten unter www.badoeynhausen.de und www.loehne.de zusammengefasst.

Denn von der Evakuierung betroffen sein werden auch Bürgerinnen und Bürger der Nachbarstadt Löhne. Die Ordnungsämter beider Städte stehen dazu bereits seit Längerem in Kontakt, um ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen abzustimmen. Auch die beiden Kreise Minden-Lübbecke und Herford sind in die Vorbereitungen einbezogen. Die Gesamtleitung hat der Kreis Minden-Lübbecke übernommen. Alle dafür erforderlichen Abstimmungen mit den Kreisen, den Kommunen, den Feuerwehren beider Städte, der Polizei und den Hilfsorganisationen sind bereits angelaufen und werden bis zum ersten Advent weiter präzisiert.

„Wir alle hoffen, dass die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes am ersten Advent keine Bombe finden“, unterstreicht Bad Oeynhausens erster Beigeordneter Georg Busse. Dennoch möchten alle Beteiligten so gut wie möglich auf den schlechtesten Fall, den Fund eines Blindgängers, vorbereitet sein. „Je besser wir vorbereitet sind, desto geringer sind dann hoffentlich die Beeinträchtigungen für die Bürgerinnen und Bürger in Bad Oeynhausen und Löhne.“
Weiterführende Informationen finden Sie hier.

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