Erinnerungen wachhalten

Schüler wirken bei städtischem Gedenken zum Volkstrauertag mit

Beim zentralen Gedenken der Stadt Bad Oeynhausen zum Volkstrauertag werden in diesem Jahr auch wieder junge Menschen aus Bad Oeynhausen mitwirken. Die Schülerinnen und Schüler der Europaschule haben sich in den vergangenen Wochen im Unterricht mit dem Thema „Erinnerungskultur“ beschäftigt. „Dabei sind wir auch der Frage nachgegangen, wie eine Rede zum Volkstrauertag in 50 Jahren aussehen könnte“, sagt Elea Neumann, die beim zentralen städtischen Gedenken zum Volkstrauertag die Ergebnisse aus den Unterrichtseinheiten mit Lehrer Andreas Sikner vorstellen wird.

Im Rahmen des Unterrichts zur Vorbereitung auf den Volkstrauertag stand auch ein Besuch des kulturgeschichtlichen Museums im Museumsquartier in Osnabrück auf dem Programm. „Dort haben wir erfahren, wie die Menschen den ersten Weltkrieg erleben mussten“, sagt Elea Neumann. „Besonders anschaulich wurde das durch Postkarten und Bilder aus dieser Zeit“, ergänzt ihre Mitschülerin Anna-Sophie Rother.

Ihre Ergebnisse werden die Schülerinnen und Schüler im Gottesdienst am Sonntag um 10 Uhr in der Auferstehungskirche vorstellen. Die zentrale Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag am Mahnmal an der Auferstehungskirche beginnt im Anschluss an den Gottesdienst um 11:15 Uhr. Neben Bürgermeister Lars Bökenkröger und den Schülerinnen und Schülern der Europaschule wirken Pfarrer Bernhard Silaschi und das Blechbläserensemble der städtischen Musikschule mit.In einem Moment der Stille gedenkt die Stadt Bad Oeynhausen der Opfer der Judenverfolgung in der Stadt. Zum Jahrestag der Novemberpogrome am 9. November 1938 hat Bürgermeister Lars Bökenkröger am Grünklee-Mahnmal in Volmerdingsen Blumen niedergelegt. „Auch hier bei uns in Bad Oeynhausen wurden damals Menschen aus ihren Wohnungen geholt und in eine ungewisse Zukunft deportiert“, sagte Lars Bökenkröger anlässlich des Gedenkens. Insgesamt seien die Namen von 50 verschleppten Bad Oeynhausener Juden bekannt. Die Familie Grünklee war 1941 von den Nazis verschleppt und in Riga ermordet worden. Bökenkröger: „Es gibt immer weniger Zeitzeugen, die als Opfer von ihren Erlebnissen berichten können. Gerade deshalb müssen wir die Erinnerung an das Geschehene wachhalten, um daraus immer wieder neu für die Zukunft zu lernen.“ Neben dem Gedenken zum 9. November widmet sich auch der Volkstrauertag am Sonntag der Erinnerung an die verfolgten und ermordeten Menschen jüdischen Glaubens.

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