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Kampfmittel- verdachtspunkt Werste

Bei Bauarbeiten ist im Ortsteil ein Kampfmittelverdachtspunkt identifiziert worden. Dieser soll am 1. Advent durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst NRW geöffnet werden. Wird dort tatsächlich ein Blindgänger gefunden, ist möglicherweise eine Evakuierung von bis zu 2800 Bürgerinnen und Bürgern erforderlich.

Newsticker zum Blindgängerverdacht in Werste

Stand 10:35 Uhr

Bei der Freilegung des Kampfmittelverdachtspunktes sind lediglich Teile von Brandbomben gefunden worden, die keine Entschärfung und keine Evakuierung erforderlich machen. Foto: Nils Schröder/Polizei Minden-Lübbecke

 

Stand 9 Uhr:

Am Kampfmittelverdachtspunkt in Werste beginnt in diesen Minuten die Freilegung. Der Krisenstab des Kreises Minden-Lübbecke sowie die Stäbe für außergewöhnliche Ereignisse der Städte Bad Oeynhausen und Löhne haben die Arbeit aufgenommen.

Stand 8 Uhr:

Die Krisenstäbe des Kreises Minden-Lübbecke sowie der Städte Bad Oeynhausen und Löhne nehmen ihre Arbeit auf.  

 

 

Im Erdreich des westlichen Bereichs des Stadtteils Werste im Grenzgebiet zur Stadt Löhne befindet sich möglicherweise ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Dieser Verdacht stellte sich bei Sondierungen heraus. Die Städte Bad Oeynhausen und Löhne haben unter der Federführung des Kreises Minden-Lübbecke ein umfangreiches Konzept zur Beseitigung dieses möglichen Gefahrenpunktes erarbeitet. Am Sonntag, 28. November 2021, öffnen Fachleute vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen diesen Verdachtspunkt. Erst dann steht fest, ob sich tatsächlich ein Blindgänger im Boden befindet, der entschärft werden muss. Die betroffene Bevölkerung in Bad Oeynhausen und Löhne muss sich darauf einstellen, an diesem Tag möglicherweise bereits am frühen Morgen Privathäuser und Unternehmen innerhalb des möglichen Evakuierungsbereichs verlassen zu müssen.

Obgleich Kampfmittel vor mehr als 70 Jahren über Bad Oeynhausen abgeworfen wurden, geht noch immer eine Gefahr von Ihnen aus. Bewegungen im Erdreich, Erschütterungen, Temperatur, Korrosion – all das erhöht das Risiko einer Zündung. Daher ist eine Sperrung und Evakuierung des Gefahrenbereichs bei einem möglichen Fund zwingend nötig, denn bei einer Entschärfung kann es zu einer ungewollten Detonation des Kampfmittels kommen.

Einen Blindgänger aus dem betroffenen Bereich zu transportieren ist viel zu gefährlich. Deshalb wird der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen (KBD) vor Ort die Entschärfung vornehmen. Bei einem Kampfmittelverdacht ist in der Regel ein sogenannter Feststellender Bodeneingriff erforderlich. Dabei wird zunächst der verdächtige Gegenstand durch vorsichtiges Aufgraben freigelegt. Eine solche Maßnahme darf ausschließlich vom KBD vorgenommen werden. Treffen die Spezialisten dabei tatsächlich auf ein Kampfmittel, ist höchste Vorsicht geboten. Zunächst muss die Brisanz des Fundes eingeschätzt werden. Je nach Gefährdungspotenzial wird das Gelände schließlich gesichert und evakuiert. Aufgrund der Vielfalt an Kampfmitteln und unterschiedlicher Zündsysteme braucht es umfangreiche munitionstechnische Kenntnisse für eine eindeutige Identifizierung, die notwendige Gefahrenabschätzung sowie eine fachgerechte Handhabung. Erst nach diesen umfangreichen Vorarbeiten kann überhaupt gesagt werden, ob an der betreffenden Stelle tatsächlich ein Blindgänger im Boden liegt. Nach erfolgreicher Entschärfung transportiert der KBD das Kampfmittel ab und lässt es in speziellen Anlagen entsorgen. In manchen Fällen kann der KBD auch zu dem Urteil kommen, dass das gefundene Kampfmittel vor Ort nicht sicher zu entschärfen ist. Dann muss es kontrolliert und unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen auf dem Grundstück selbst gesprengt werden. Die anschließende Entsorgung erfolgt ebenfalls durch den KBD.

Ob tatsächlich der Evakuierungsfall eintritt, entscheidet sich konkret erst am Tag der Öffnung des Verdachtspunktes. Die Evakuierung wird dann unmittelbar explizit ausgerufen. Um den Verdachtspunkt ist ein sogenannter Gefahrenbereich von mindestens 500 Metern festzulegen. Die Art und Größe des Kampfmittels können eine Erweiterung des Gefahrenbereichs auf 1000 Meter erfordern. Bei einer möglichen Evakuierung sind - ausgehend bei einem Radius von 500 Metern - rund 600 Menschen und 60 Gewerbebetriebe in Bad Oeynhausen und ca. 130 Menschen sowie 25 Gewerbebetriebe in Löhne betroffen. Anwohnerinnen und Anwohner, die im Evakuierungsradius von 500 Metern wohnen, erhalten ein entsprechendes Anschreiben per Post; ebenso diejenigen, die im besonderen Evakuierungsfall im Radius 500 bis 1000 Meter wohnen.

Sollte der Evakuierungsfall eintreten, werden Anwohnerinnen und Anwohner sowie Gewerbebetriebe über Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, ihre Häuser und die Betriebsstätten zu verlassen. Weiterhin informiert die Stadt Bad Oeynhausen auf ihrer Homepage, über Social-Media-Kanäle, Facebook (@Stadt Bad Oeynhausen) sowie Instagram (@Stadt Bad Oeynhausen) und über die lokalen Medien. Die Warn-App „Nina“ sendet ebenfalls entsprechende Hinweise. Ob im Falle eines tatsächlichen Bombenfundes der 500 Meter-Radius oder der 1000 Meter-Radius evakuiert werden muss, wird unmittelbar nach Öffnung des Gefahrenpunktes bekanntgegeben.

Eine Evakuierung könnte am Morgen des 28.11.2021 aufgrund eines möglichen Kampfmittelfundes die Folge sein. Bei Räumungsbeginn ist der Evakuierungsbereich so schnell wie möglich zu verlassen – spätestens jedoch, wenn die Räumteams vor Ort sind. Polizei, Feuerwehr und auch Bedienstete der Stadt Bad Oeynhausen überprüfen in der Folge, ob die Wohnungen verlassen wurden. Den Anweisungen der zur Evakuierung eingesetzten Kräfte ist Folge zu leisten. Ein Verbleib im Evakuierungsbereich ist verboten. Grundsätzlich gilt: je eher der Gefahrenbereich evakuiert wird, umso schneller können die mögliche Entschärfung einer Bombe und die frühzeitige Rückkehr in die Häuser erfolgen. Betroffene sollten sich daher rechtzeitig eine Verweilmöglichkeit für die Dauer der möglicherweise erforderlichen Räumung suchen.

Auch im öffentlichen Personennahverkehr kann es zu erheblichen Einschränkungen im Verkehr der Buslinien BO6 und 614 kommen.

Sollte es in Folge eines Kampfmittelfundes am 28.11.2021 zu einer Evakuierung kommen, kann der von der Evakuierung betroffene Bereich in Werste und Löhne nicht mehr angefahren werden – es sind nur noch Fahrten aus dem Gebiet heraus möglich.  Mit Beginn der möglicherweise erforderlichen Evakuierungsmaßnahmen werden entlang des Evakuierungsbereiches Straßensperrungen und Umleitungen eingerichtet. Für die Evakuierung wird eine Notunterkunft bereitgehalten (siehe unten). Sollten Sie nicht selbstständig Ihre Wohnung verlassen können, sprechen Sie für einen etwaigen Transportbedarf die unten genannte Hotline an. Diese erfasst im Vorfeld die Hilfesuchenden und den entsprechenden Transportbedarf. Im Anschluss erhalten Betroffene rechtzeitig eine Information, zu welcher Uhrzeit sie sich am Evakuierungstag für eine Abholung bereithalten müssen. Sollten Sie sich am 28.11.2021 in einer behördlich angeordneten Corona-Quarantäne befinden, so melden Sie sich ebenfalls möglichst frühzeitig unter der unten genannten Hotline, damit ggf. eine Anordnung für einen vorübergehenden und abgesonderten Aufenthalt sichergestellt werden kann.

Wer keine Möglichkeit hat, sich individuell eine kurzzeitige Beherbergung bei Verwandten, Freunden oder Bekannten zu sichern, kann die offiziell eingerichtete Notunterkunft nutzen. Diese befindet sich im

Schulzentrum Nord, Im Leingarten 29, 32549 Bad Oeynhausen.

Bitte folgen Sie vor Ort der Beschilderung und den Anweisungen der Einsatzkräfte. In der Notunterkunft gelten die aktuellen Maßgaben der Coronaschutzverordnung in der jeweils gültigen Fassung. Bitte bringen Sie einen Mund-Nasen-Schutz mit. Von einer möglichen Evakuierung betroffene Personen sind nicht zur Nutzung dieser Angebote verpflichtet.

Wichtige Dokumente wie Personalausweis oder Krankenkassen-Karte, aber auch persönliche Medikamente gehören in das Notfallgepäck. Das Handy mit allen wichtigen persönlichen Telefonnummern einschließlich des Ladekabels sollte ebenso wie Geld oder EC-Karte, Brille und Hygieneartikel mitgeführt werden. Auch sollte an Decke oder Schlafsack und an der Witterung entsprechende Kleidung gedacht werden. Zur Beschäftigung vor Ort bieten sich Zeitschriften, Bücher, Spiele und Musikabspielgeräte mit Kopfhörern und Batterien an. Über Kuscheltiere und Kissen freuen sich in fremder Umgebung sicher auch Kinder.

Tiere dürfen grundsätzlich in den Wohnungen bleiben. Auch Kleintiere können in ihren Gehegen und Käfigen in der Wohnung verbleiben. Haustiere können nicht mit in die Notunterkunft gebracht werden. Sollten Sie ihren Hund oder andere Haustiere nicht unbeaufsichtigt in der Wohnung lassen können, kümmern sie sich bitte um eine anderweitige Unterbringung.

Die Dauer einer möglicherweise erforderlichen Kampfmittel-Entschärfung ist auch abhängig vom Fund selbst. Wie ist ein möglicher Blindgänger gelagert – vielleicht gerade, eher schräg? In welchem Zustand ist die Zündvorrichtung nach all den Jahrzehnten im Erdreich? Welche Schutzmaßnahmen sind zu leisten? Welche Rahmenbedingungen finden die Spezialisten vor? Und: Wie schnell ist der Risikobereich vollständig evakuiert? All das sind wichtige Punkte, die eine Freigabe der Entschärfung beeinflussen können. Eine punktgenaue Terminierung ist daher also nicht möglich. Mit einem mehrstündigen Aufenthalt außerhalb des gewohnten Umfelds sollten die Betroffenen aber in jedem Fall rechnen.

Die Stadt Bad Oeynhausen informiert unverzüglich nach Einsatzende über ihre Homepage, ihre Social-Media-Kanäle und über die lokalen Medien über das Ende der Evakuierung. Darüber hinaus wird das Ende der Evakuierung auch durch die Nina Warn-App kommuniziert. Nach Einsatzende können die Betroffenen wieder in ihre Wohnungen zurück.

Zu Fragen rund um die Evakuierung und Entschärfung wurde eine Telefon-Hotline eingerichtet, die ab dem 15. November 2021 montags bis freitags  von 9:00 bis 12:30 und von 14:00 bis 16:00 Uhr geschaltet ist. Außerdem ist die Hotline am Samstag, den 27.11.2021 von 9 bis 15 Uhr und am 28.11.2021 von 08:00 Uhr bis 17:30 Uhr (bei längerer Einsatzdauer bis zum Ende der Maßnahmen) unter

05731 14-1000

zu erreichen.

Alternativ steht auch die E-Mail-Adresse rathaus-direkt@badoeynhausen.de als Kontaktmöglichkeit zur Verfügung.

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