Der Hase und der Igel

Ein kleiner Igel tritt gegen einen stolzen Hasen an – und gewinnt nicht durch Geschwindigkeit, sondern mit List und Cleverness. Dieses Grimmsche Märchen zeigt auf humorvolle Weise, dass Übermut und Hochmut oft ihr eigenes Hindernis sind.

Auf der einen Seite des Weges: Ein total erschöpfter Hase. Ihm gegenüber: Ein zufriedener Igel. Was Ihr hier seht, stellt eine berühmte Geschichte aus Grimms Märchen dar, genannt „Der Hase und der Igel“, auch bekannt als „Der Wettlauf zwischen Hase und Igel“. In dieser Geschichte begegnet ein einfach lebender Igel einem hochmütigen Hasen aus der feinen Gesellschaft. Der Hase macht sich über die kurzen Beine des Igels lustig, weshalb der ihn zu einem Wettlauf auf seinem Acker herausfordert, und zwar um den Preis einer Goldmünze und einer Flasche Brandwein. Der Igel selber läuft nur ein paar Schritt, was der Hase nicht bemerkt. Genauso wenig bemerkt dieser, dass sich die Frau des Igels am Ende der Rennstrecke versteckt, um dort so zu tun, als sei sie ihr Mann, der schon am Ziel ist. Der Hase durchschaut die Täuschung einfach nicht, fordert Revanche – und fällt insgesamt 73 mal auf den Trick herein. Bei der 74. Revanche bricht er schließlich erschöpft zusammen und stirbt.

Die Hintergründe der Geschichte:

Die Geschichte von Hase und Igel ist kein klassisches Märchen, sondern ein Schwank – auch wenn sie 1843 in Grimms Märchensammlung aufgenommen wurde. Ein Schwank ist eine kurze Volkserzählung voller Situationskomik, bei der sich meist zwei völlig unterschiedliche Charaktere gegenüberstehen. Einer der beiden ist dabei stets dem anderen überlegen. Der Schwank von Hase und Igel stammt aus Niedersachsen und ist deshalb auch zuerst auf Plattdeutsch veröffentlicht worden – 1840 in einer hannoverschen Zeitung.

Er zeigt, dass Intelligenz und Teamarbeit physische Überlegenheit besiegen können. Er ist auch ein Lehrstück zum Thema Überheblichkeit: Der Hase verliert nicht nur wegen der List des Igels, sondern auch wegen seiner Arroganz. Literaturgeschichtlich gesehen liegt dieser Schwank nahe bei den Fabeln: Fabeln verwenden als Hauptdarsteller Tiere mit menschlichen Eigenschaften, um damit eine Moral zu vermitteln.