Der gestiefelte Kater

Ein armer Müllerssohn, ein schlauer Kater und ein Paar Stiefel – damit beginnt ein Abenteuer voller List, Mut und Überraschungen. Der Kater verwandelt Armut in Reichtum, gewinnt das Vertrauen des Königs und sorgt dafür, dass sein Herr die Prinzessin heiratet. Ein Märchen über Klugheit, Mut und unverhofftes Glück.

Das Märchen "Der gestiefelte Kater" erzählt von einem Müllerssohn – der lediglich einen Kater erbt, als sein Vater stirbt. Zunächst überlegt er, die Katze zu Handschuhen verarbeiten zu lassen. Doch der Kater verspricht seinem Herrn, ihm äußert nützlich zu sein und bittet dafür nur um ein Paar Stiefel. So nämlich könne er glaubwürdiger unter den Menschen auftreten. Und so macht sich der Kater ans Werk: Mit List und Charme gelingt es ihm zunächst, den König davon zu überzeugen, dass sein Herr ein reicher und bedeutender Graf sei. Dann verbessert er das Ansehen seines Herrn, indem er prächtige Rebhühner fängt und dem König übergibt – als Geschenk im Namen jenes angeblichen Grafen.

Anschließend bringt er die Reichtümer eines Zauberers in den Besitz seines Herrn, mitsamt eines richtigen Schlosses: Er überredet den Zauberer einfach, sich in eine Maus zu verwandeln, und frisst ihn. Der König, beeindruckt von dem vermeintlichen Adel und Reichtum des scheinbaren Grafen, verheiratet daraufhin seine Tochter mit diesem. Nun ist der Müllerssohn dank des Katers der Thronfolger des ganzen Reiches – und seinen Kater macht er zur Belohnung zum Minister.

Der gestiefelte Kater

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Die Hintergründe der Geschichte:

Die bekannteste Version des Märchens stammt von Charles Perrault, der sie 1697 in einer Sammlung veröffentlichte, und die dann auch auf Deutsch erschien. Das Märchen selber basiert auf noch älteren Erzählungen, die womöglich bis ins Mittelalter zurückreichen – also in die Zeit vor Fünfzehnhundert.

Perrault arbeitete die moralischen Botschaften der Erzählung besonders stark heraus. Vor allem hob er dabei hervor, dass Klugheit, List und Selbstvertrauen die wesentliche Bedingung für persönlichen Erfolg seien. Die Brüder Grimm wiederum feilten bei dieser Geschichte vor allem an sprachlichen Feinheiten, damit sie vom Erzählstil zu ihrer eigenen Märchensammlung passte.