Aschenputtel

Aschenputtel, von ihrer Stiefmutter gedemütigt und zur schweren Arbeit gezwungen, verliert trotz allem nie ihre Güte. Mit unerwarteter Hilfe, wundersamer Magie und ein wenig Mut nimmt ihr Schicksal schließlich eine märchenhafte Wendung.

Hier seht Ihr Aschenputtel, wie sie gemeinsam mit Tauben Linsen sortiert. Das Märchen erzählt von einem Mädchen, das nach dem Tod seiner Mutter aufs Schlechteste behandelt wird, und von seiner Stiefmutter und deren Töchtern. Aschenputtel, auch Aschenbrödel genannt, hatte einst eine gehobene Stellung in ihrer wohlhabenden Familie, muss jetzt aber harte Arbeit verrichten und in der Asche neben dem Herd schlafen. Trotz ihrer misslichen Lage bewahrt sie ein reines Herz. Als ein tagelanger Ball am Königshof angekündigt wird, muss sie ihre Stiefschwestern dafür zurecht machen – und selber erst Linsen und dann Erbsen durchsortieren, entsprechend ihrer Qualität. Völlig unerwartet helfen ihr dabei einige Tauben. Sie sortieren „die schlechten ins Kröpfchen, die guten ins Töpfchen.“

Mit Hilfe eines wundersamen Baumes vom Grab ihrer Mutter erhält Aschenputtel schließlich prächtige Kleider und goldene Schuhe – die sie aber stets nach Mitternacht wieder zurückgeben muss (in anderen Versionen der Geschichte ist es eine Fee und kein Baum). So geht sie, wunderschön herausgeputzt, heimlich zum Ball. Dort verliebt sich der Prinz in sie, doch Aschenputtel muss gehen, ehe es zwölf schlägt. Beim nächsten Balltag verliert sie einen Schuh, der nur ihr passt – und mit dem der Prinz sie schließlich identifizieren kann. Sie wird seine Braut – und den Schwestern picken die Tauben zur Strafe die Augen aus.

Die Hintergründe der Geschichte:

Die Geschichte von Aschenputtel hat Wurzeln bis in die griechische Antike. Mit einem ähnlichen Thema findet sie sich in verschiedenen historischen und modernen Kulturen. Immer wieder geht es dabei um eine Schönheit, die zu Unrecht schikaniert wird. Die bekannteste Fassung stammt vom französischen Märchensammler Charles Perrault, der Elemente wie den Schuh und die Fee einführte.

Die Brüder Grimm übernahmen sein Märchen 1812 und ersetzten die Fee durch den magischen Baum am Grab der Mutter. Ihre Version ist härter: Die Stiefschwestern verstümmeln dabei sogar ihre Füße, um den Schuh anzupassen, und werden später bestraft; bei Perrault dagegen bekommen die beiden am Ende zumindest jede einen vornehmen Ehemann ab.