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Stadt Bad Oeynhausen

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„Innerhalb eines Jahres wuchs der Verein auf 100 Mitglieder an“

Herbert Althoff ist Mitbegründer des Fördervereins Stadtbücherei Bad Oeynhausen e.V., war bis 2015 dessen 1. Vorsitzender und ist seither Ehrenvorsitzender. Seine Ehefrau Marlis Althoff arbeitete früher in der Stadtbücherei und ist seit ihrer Pensionierung ebenfalls Teil des Teams, ebenso wie Marion Stahlsmeier-Eberle, die die derzeitige stellvertretende Vorsitzende ist.

In guter Stimmung berichten die drei von vielen Erlebnissen aus ihrer bisherigen Zeit im Förderverein und wissen auch über dessen Anfänge zu erzählen.

„Aus der Not der Haushaltssicherung und damit verbundener Kürzungen der Haushaltsmittel für den kulturellen Sektor war damals im Jahr 2003 die Idee eines Fördervereins für die Stadtbücherei entstanden. Diese kam von Frau Lindhorst-Braun, der damaligen Leiterin der Stadtbücherei. Wir hatten oft zeitgleich Feierabend und haben auf dem gleichen Parkplatz geparkt. Das war zu der Zeit, als mein Mann eher in Rente ging als ich. Und sie fragte dann damals: ‚Mensch, wäre das nichts für Ihren Mann?‘ Da eröffneten sich für mich ja auch ganz neue Welten“, berichtet Marlis Althoff lachend aus ihrer Zeit als Mitarbeiterin der Stadtbücherei. „Ich habe es dann hier zu Hause angesprochen und mein Mann war nicht abgeneigt. Und dann ging das im Grunde so seinen Weg.“

Herbert Althoff erzählt weiter: „Für Bücher alleine hätte der Etat nach der Mittelkürzung vielleicht noch gereicht, aber für die Neuanschaffung digitaler Medien wäre dann nichts übrig gewesen. Daher war dann eben die Idee entstanden, diesen Förderverein zu gründen, hauptsächlich, um an finanzielle Mittel kommen und Dinge anschaffen zu können.“ Und so ist Herr Althoff damals im März 2003 mit etwa 17 weiteren Gründungsmitgliedern „mit nichts“ in die Arbeit des Fördervereins gestartet. „Da haben wir dann also überlegt ‚Wie kommt man jetzt an Geld?‘. Und da kam mir die Idee mit den Tagesfahrten, über die dann auch das meiste Geld zusammengekommen ist. Die Fahrten waren immer sehr günstig, auch für die Teilnehmenden, aber durch harte Verhandlungen mit den Busunternehmen und Hotels haben wir doch immer einen Überschuss für den Förderverein erwirtschaften können. Und einige Fördergelder oder Sponsoren und auch Preise haben wir gewinnen können. Aber was uns vor allen Dingen weiterbrachte, war die Mund-zu-Mund-Propaganda zu den Veranstaltungen, also den Fahrten. Und dadurch ist der Verein dann in kurzer Zeit enorm gewachsen, weil sich das herum gesprochen hatte, dass wir schöne Fahrten für die Fördervereinsmitglieder angeboten haben.“ So wuchs der Verein dann innerhalb eines Jahres bereits auf 100 Mitglieder an, heute sind es etwa 350 Mitglieder. Der Mitgliedsbeitrag ist seither gleich geblieben „Wir haben uns damals auf 12 Euro geeinigt, so hoch ist der Beitrag heute noch. Das war damals im Prinzip der Jahresbeitrag für die Bücherei.“

Marion Stahlsmeier-Eberle, Herbert Althoff und Marlis Althoff

Die Aktivitäten des Vereins

Die Vereinsreisen werden bis heute organisiert. Als nächstes ist eine Fahrt nach Bonn geplant. Nachdem diese aufgrund der Corona-Pandemie mehrmals verschoben werden musste, hoffen nun alle Beteiligten, dass Ende August endlich alles klappen kann. Denn die Lust der Mitglieder auf Veranstaltungen, Erlebnisse und kleine Reisen ist groß, das berichtet auch Herbert Althoff: „ ‚Endlich geht das wieder los‘, sagen die meisten und fragen auch schon, wann wieder Lesungen sind. Wir haben das zum Teil zwar über Zoom digital gemacht, aber es ist einfach nicht das Gleiche. Es kommt nicht so eine Stimmung auf, das Persönliche fehlt.“

Neben den Tagesfahrten bietet der Förderverein aber auch viele regelmäßige Veranstaltungen an. So zum Beispiel die „Dienstagsleser“, Lesungen, die normalerweise jeden ersten Dienstag im Monat stattfinden. Marion Stahlsmeier-Eberle berichtet: „Wir machen es auch immer ein bisschen nett, wir bieten Getränke an und einen kleinen Snack, der zum Thema des Abends passt. Wir sind noch zwei, drei andere, die noch zum Team dazugehören, mit denen wir dann gemeinsam überlegen, was man machen kann.“

Bewährtes bewahren, Neues vorantreiben

Herr Althoff weiß zu erzählen, dass diese Lesungen aus dem ehemaligen Angebot des Literaturcafés in der Wandelhalle entstanden sind. Mit dem Führungswechsel im Vorstand des Vereins wurde die Grundidee übernommen, dem Angebot aber eine neue, eigene Note gegeben. „Mit dem neuen Vorstand wollten wir dem Ganzen einen anderen Namen und neuen Anstrich geben, und dennoch die Tradition an sich bewahren. Jetzt ist es inzwischen ein Vorlesekreis. Etwa acht Engagierte, die hierfür auch extra im Vorlesen geschult wurden, besprechen den Abend vor, legen das Thema fest und überlegen, wer was genau und wie lange vorliest. Das müssten inzwischen dann auch etwa 40 Lesungen gewesen sein. Die Veranstaltungen sind für jeden offen. Wir schreiben das immer in die Presse und machen Öffentlichkeitsarbeit.“

Der Förderverein bietet mit dem „Büchermobil“ außerdem einen besonderen Service für Menschen, die die Stadtbücherei selber nicht mehr besuchen können: die Bücher werden ihnen zum Ausleihen nach Hause gebracht. „Inzwischen kenne ich den Geschmack der einzelnen Personen und schreibe mir auch immer auf, welches Buch ich ihnen schon vorbeigebracht habe, damit ich nichts doppelt bringe“, führt Marlis Althoff aus.

Das Sprachcafe wiederum ist ein Angebot für Menschen mit Migrationshintergrund und findet immer Freitagnachmittags statt. „Es ist leider kein fester Platz da, wir sind dann wirklich mitten in der Bücherei und das stört eigentlich immer eher ein bisschen. Daher müssen wir immer schauen, dass wir wirklich nicht länger als eine Stunde machen, was schade ist, wenn man Gespräche dann manchmal mittendrin abbrechen muss“, erzählt Marion Stahlsmeier-Eberle. „Es geht vor allem darum, zu sprechen, um eine normale Unterhaltung. Wir verbessern schon, aber es ist kein Sprachkurs. Wir wollen reden. Wir bieten dann auch immer Getränke und Kekse an, um es etwas gemütlich zu machen. Es waren Teilnehmende aller Altersgruppen und aller Sprachniveaus dabei. Oft brachten die Teilnehmenden noch jemanden mit. Wenn jemand wegging, war eigentlich auch immer schnell jemand Neues da.“

Die lange Zwangspause aufgrund der Pandemie hat jedoch dafür gesorgt, dass viele Personen nun nicht mehr dabei sind. „Einige sind zum Beispiel aus beruflichen Gründen weggezogen. Das Sprachcafé müssen wir jetzt erst wieder neu aufleben lassen“, erklärt Frau Stahlsmeier-Eberle.

Samstags wird außerdem für Kinder ab 5 Jahren vorgelesen. Um dieses Angebot kümmert sich noch eine weitere Person aus dem Vorstandskreis. Nachdem auch hier pandemiebedingt lange keine Vorlesezeit stattfinden konnte, weiß Frau Stahlsmeier-Eberle aber: „Diejenigen, die da vorgelesen haben, stehen auch schon wieder in den Startlöchern. Die freuen sich sehr darauf, wieder eine Geschichte vorzubereiten oder manchmal suchen dann auch die Kinder ein Buch aus, das wird dann in der Bücherei herausgesucht und vorgelesen.“

Neue Köpfe sind immer willkommen

„Helfende Hände sind immer willkommen. Wir haben zwar um die 350 Mitglieder, viele davon sind aber eher passive Mitglieder. Wenn es darum geht etwas zu organisieren oder bei Veranstaltungen, wie dem Sommerleseclub oder den Bücherflohmärkten, zu unterstützen, dann reduziert sich dieser Kreis stark. Bisher haben wir aber immer noch genug Leute gefunden, aber da wären weitere Helferinnen und Helfern doch gerne gesehen“, sind sich alle drei einig.

„Also, das kann sporadische Hilfe sein, das kann aber auch die Unterstützung des Kreises der Vorlesenden sein, die den Kindern samstags vorlesen. Bei dem Sprachcafé sind wir auch immer wieder auf der Suche nach Unterstützenden. Da muss man vor allem versuchen, die Leute zum Erzählen zu ermuntern und das auch ein wenig aus ihnen herauskitzeln. Daher sind wir immer wieder dankbar, wenn es neue Personen gibt, die mitarbeiten wollen. Man muss nur eben bereit sein, in den Förderverein einzutreten, schon aus versicherungstechnischen Gründen. Wir haben auf jeden Fall genügend Anlässe, zu denen sich Neue einbringen können, ob regelmäßig oder unregelmäßig bei Veranstaltungen oder beim Kindervorlesen. Auch jüngerer Nachwuchs wäre toll. Wir sind auch immer interessiert zu hören, welche Themen junge Menschen bei den Dienstagslesern interessieren würden“, machen Ehepaar Althoff und Frau Stahlsmeier-Eberle deutlich.

„Manchmal habe ich schon gedacht, dass ich eigentlich keine Lust habe, noch einmal loszugehen, aber wenn man dann da ist, dann ist es immer toll. Wenn die Menschen so dankbar sind und einem rückmelden, wie gut es ihnen gefallen hat, das motiviert dann wieder“, findet Frau Althoff einen schönen Abschluss für unser Gespräch, „bei allem was so war und ist, man möchte die Zeit nicht missen.“

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