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Stadt Bad Oeynhausen

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„Als ich wieder angefangen habe, war das wie nach Hause kommen“

Seit etwa anderthalb Jahren ist Friedrich Schwetje wieder ehrenamtlich im „Druckerei Begegnungszentrum Bad Oeynhausen e.V.“, besser bekannt als „Die Druckerei“, tätig.

„Wieder“, denn ursprünglich war er in den 80er Jahren eines der Gründungsmitglieder des Vereins. Nachdem er lange Zeit den Kontakt zum Verein verloren hatte, ist er nun Mitglied der dortigen Programmgruppe und berichtet, wie es zum Abschied kam, wie er wieder eingestiegen ist und was er besonders schätzt an der Mitarbeit in der Druckerei.

„Das ist damals aus viel Euphorie entstanden, wie bei vielen dieser Bürgerinitiativen oder eigenverantwortlichen Vereinen. In den 80er Jahren hatte man ganz andere Vorstellungen: man stellte sich viel Selbstverwaltung vor und alles sollte von alleine laufen. Man hat doch sehr idealistisch gedacht: die Leute sind alle aktiv und es wird schon alles funktionieren. Wir hatten uns das damals also alles etwas freier vorgestellt in dem Verein. Dann wurde das Gebäude der Druckerei renoviert. Das war dann nicht mehr so ganz im Sinne der Gründenden, denn das Gebäude ist ja eine alte Fabrikhalle und in diesem Zustand hatten wir als Bürgerinitiative das Haus eben auch ins Auge gefasst. Einige sind dann abgesprungen und auch ich hatte dann eher das Interesse verloren. Mir war das alles ein bisschen zu schick und auch die Akustik war schlechter geworden“, berichtet Friedrich Schwetje von den Anfängen des Vereins.

„Die ersten Veranstaltungen, die wir hier gemacht haben, die wären gar nicht mehr durchführbar, da würde sofort das Ordnungsamt kommen und den Laden zu machen“, muss Friedrich Schwetje schmunzeln bei dem Gedanken an manche Veranstaltung zu Anlässen wie der Innenstadtfete.

Friedrich Schwetje mit Bühnentechnik

Friedrich Schwetje mit Bühnentechnik

Verbundenheit zur Druckerei ist geblieben

„Ich bin aber jahrelang immer wieder hier im Gebäude gewesen, weil ich bei der VHS Gitarrenunterricht gegeben habe. Und als ich dann meine Arbeit eingestellt habe und Rentner geworden bin, hab ich gedacht, ‚Was mache ich mit meiner neugewonnenen Freizeit?‘. Ich wollte ja auch mit anderen Menschen in Kontakt bleiben. Und da habe ich mich an die Druckerei erinnert, von der ich natürlich über all die Jahre in der Zeitung gelesen habe, selber Veranstaltungen hier besucht und seit 2014 auch eigene Auftritte mit meiner Band gehabt habe.“

Engagiert hat sich Herr Schwetje an unterschiedlichen Stellen: „Ich habe mich eigentlich immer irgendwie engagiert seitdem ich Kinder habe. Erst im Trägerverein des Kindergartens, dann in Schulen in den Gremien. Ich hatte nicht immer verantwortliche Position inne, mir war es aber wichtig, immer auch aktiv dabei zu sein. Für mich spielen in ein Engagement immer zwei Aspekte mit hinein: das ist zum einen der persönliche Nutzen, den ich aus dem Ganzen ziehe. Dass ich Leute kennenlerne und alte Bekannte, auch aus meiner Jugendzeit, wiedertreffe. Zum anderen denke ich aber auch, dass man der Gesellschaft etwas zurückgeben muss.“

Und so kam Friedrich Schwetje zurück in die Druckerei und schildert: „Als ich wieder angefangen habe, war das wie nach Hause kommen. Einige der Leute, die in der Programmgruppe sind, kenne ich noch von früher, die sind die Zeit über dabei geblieben im Verein. Vor allen Dingen bin ich hier auch sehr nett aufgenommen worden, da gab es überhaupt keine Probleme.“

Bürgerschaft für Bürgerschaft

Nun ist er wieder Teil der Programmgruppe, die sich alle 14 Tage am Montagabend trifft. Dort bespricht eine Runde von 10 bis 15 Leuten, welche Ideen es für die Gestaltung des Programms in der Druckerei gibt. Die Zahl der Teilnehmenden variiert, denn die Treffen sind offen und für die Freiwilligen nicht obligatorisch. Wer Zeit hat, ist willkommen, wer keine Zeit hat, braucht auch keine Entschuldigung.

„Jeder interessiert sich für eine andere Richtung, ich eben vor allem für Musik, jemand anderes vielleicht für Literatur oder Theater. Und in dieser Runde wird dann eben beschlossen, was wir hier machen, wann wir das machen und wir planen die Termine. Und dann werden immer Leute gesucht, die die Veranstaltung betreuen, die alles vorbereiten, den Saal herrichten, Technik aufbauen. In der Regel ist man dann so anderthalb bis zwei Stunden vor der Veranstaltung hier, je nach dem, welches Equipment gebraucht wird. Während der Pandemie mussten die Freiwilligen auch Ordner sein und auf die Einhaltung der Corona-Auflagen achten. Das gehört auch dazu.“

„Hier die Veranstaltungen zu betreuen, das macht mir wirklich Spaß. Zum einen, weil ich immer wieder andere Leute treffe, zum anderen, weil ich das gut mit meinen anderen Hobbies verbinden kann. Ich mache selber Musik und habe auch ein bisschen Ahnung von Technik. Ich ‚betreue‘ die Künstler und baue die Technik mit auf. Würde es mir nicht so viel Spaß machen, wäre ich auch nicht hier.“ Auch, dass in der Druckerei Menschen verschiedener Generationen zusammenarbeiten, findet Friedrich Schwetje toll: „Viele der Mitarbeitenden hier sind im Alter meiner Kinder, ich finde es wichtig, dass man sich als Rentner nicht nur mit Gleichaltrigen umgibt, das wäre nicht mein Ding. Ich bin gerne mit jüngeren Leuten zusammen.“

Lust am Mitgestalten ist gefragt

„Wer sich auch gerne engagieren möchte, sollte auf jeden Fall offen sein für andere Menschen. Wenn man in so eine Gruppe reinkommt, muss man in der Lage sein, Kontakt aufzunehmen und auch selber auf die Leute zuzugehen. Und man sollte Spaß an dieser Art der Kultur und der Zielgruppe haben, die die Druckerei besucht“, meint Friedrich Schwetje.

Um sich in der Druckerei zu engagieren, muss man nicht zwangsläufig Vereinsmitglied sein, Friedrich Schwetje aber sagt: „Für mich gehörte das einfach dazu. Wenn man hier über längere Zeit aktiv mitarbeiten will, werden die Meisten schon Vereinsmitglied, weil man unmittelbar sieht, dass mit mehr Mitgliedsbeiträgen natürlich auch die finanziellen Möglichkeiten des Vereins wieder größer sind.“

Zum Schluss lädt er jedenfalls ein: „Wer Lust hat, selber kreativ zu werden und eigene Ideen in die Arbeit der Druckerei einzubringen, der ist hier sehr willkommen!“

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