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Stadt Bad Oeynhausen

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„Die Müller sind so eine kleine, besondere Gruppe“

Karl-Heinz Terbeck und Norbert Koch sind Mitglieder der Gruppe der Müller auf dem Museumshof, die sich um den Betrieb und den Erhalt der Hofwassermühle im Siekertal kümmern und dabei ihren Gästen nicht nur Einblicke in die historische Mühlentechnik sondern auch kulinarischen Kuchengenuss ermöglichen. Das war nicht immer so, wissen die zwei in unserem Gespräch genauer zu berichten.

Karl-Heinz Terbeck und Norbert Koch sind Mitglieder der Gruppe der Müller auf dem Museumshof, die sich um den Betrieb und den Erhalt der Hofwassermühle im Siekertal kümmern und dabei ihren Gästen nicht nur Einblicke in die historische Mühlentechnik sondern auch kulinarischen Kuchengenuss ermöglichen. Das war nicht immer so, wissen die zwei in unserem Gespräch genauer zu berichten.

Karl-Heinz Terbeck, der außerdem noch ehrenamtlich bei der AWO Altstadt arbeitet und einmal monatlich ein offenes Singen in der Druckerei organisiert, ist bereits seit 24 Jahren Teil der Müller. Und nach wie vor hat er viel Spaß an seinem freiwilligen Engagement: „Vor allen Dingen die letzten 10 Jahre haben richtig Spaß gemacht. In diesen Jahren sind neue Mitglieder dazugekommen und wir durften hier unser Gartencafé einrichten, das war vorher nicht möglich. Erst mit dem neuen Mietvertrag hatten wir die Erlaubnis an unseren Öffnungstagen Kaffee auszuschenken und Kuchen zu verkaufen. Und dadurch ist eine Gemeinschaft entstanden, dass man gerne hierhin kommt. Die Menschen fragen auch schon, wann wir wieder öffnen.“

Norbert Koch, der ebenfalls auf viele Jahre Erfahrung in verschiedenen Ehrenämtern zurückschauen kann, ergänzt: „Vor der Pandemie hatten wir an jedem 2. und 4. Sonntag im Monat von April bis Oktober geöffnet. An jedem Öffnungstag hatten wir circa 120 bis 150 Besucherinnen und Besucher. Durch die wechselnden Kurgäste und die Besuchenden und Angehörigen wird das hier nie weniger. Und dann haben wir natürlich auch Stammgäste aus Bad Oeynhausen, die unseren Kuchen besonders mögen. Außerdem ist es hier sehr einfach, mit anderen in Kontakt zu kommen. Man setzt sich einfach an diese Bierzeltgarnituren, zu Fremden mit an den Tisch, ganz untypisch für Ostwestfalen. Da kommen die Leute ins Gespräch und besuchen uns regelmäßig wieder. Böse Zungen sagen ja, dass bei uns der Kuchen günstig ist und dass die Leute deswegen kommen. Aber nein, die kommen, weil der Kuchen eben selbstgebacken ist. Das kann manchmal schon ein Problem werden, wenn wir 150 Besuchende haben, dann brauchen wir etwa 12 bis 15 Torten und Kuchen. Die muss erst einmal jemand backen!“

Neben neuen Müllern, braucht es also außerdem immer fleißige Bäckerinnen und Bäcker, die Lust haben, zu dem Kuchenverkauf der Müller einen der beliebten selbstgebackenen Kuchen beizusteuern.

Karl-Heinz Terbeck und Norbert Koch vor der Mühle

Karl-Heinz Terbeck und Norbert Koch vor der Mühle

„Hier ist einfach Stimmung, wenn Karl-Heinz dann noch Musik macht“

„An den Sonntagen sind sonst immer zwei Müller in Uniform in der Mühle, einer ist im Mühlenkeller und erzählt wie die Mühle funktioniert. Da kommen eine ganze Menge Gäste, es laufen aber nicht alle durch die Mühle, das würde dann viel zu eng werden. Viele haben die Mühle schon mehrmals besichtigt oder sie interessieren sich sowieso nicht dafür. Das hat eben auch etwas mit dem Gartencafé zu tun. Hier ist einfach Stimmung, wenn Karl-Heinz dann noch Musik macht und die Menschen mitsingen“, beschreibt Norbert Koch die besondere Atmosphäre zu den Sonntagsöffnungen der Mühle.

Familien und Kinder können sich an zwei Handmühlen ausprobieren, dann wird gemahlen. „Und das Mehl, das die Kinder produzieren, verpacken wir ihnen in kleine Beutelchen, dann können sie das Mehl mit nach Hause mitnehmen. Ein Rezept für Kekse ist gleich mit dabei.“

Weitere Feste im Sommer

Neben den regulären Sonntagsöffnungen stehen regelmäßig noch weitere Veranstaltungshighlights an. Einmal jährlich findet der Sommernachtstraum statt, ein Abend mit Musik und Müllergeschichten, die vorgelesen werden. Für das leibliche Wohl der etwa 200 Gäste wird ebenfalls gesorgt, dies will aber auch alles organisiert sein. „Der Ort ist im Sommer einfach fantastisch. Abends ist das hier wirklich wunderschön.“

Bereits seit 6 Jahren haben die Müller außerdem ein Oldtimertreffen am Museumshof organisiert. „Am Museumshof ist genügend Platz, um die Autos auszustellen. Zuletzt hatten wir um die 70 Fahrzeuge da stehen. Das war immer sehr interessant, denn die Fahrzeuge und deren Besitzer kamen alle aus dem Umkreis von etwa 15 bis 20 km Entfernung. Man wundert sich, wie viele alte Autos in den Garagen herumstehen. Es war dann die ganze Palette vom BMW Isetta bis zum amerikanischen Straßenkreuzer vertreten. Es kamen immer viele Besuchende und überall, wo man hinzugekommen ist, konnte man alten Geschichten lauschen, die die Besuchenden mit einem solchen Auto erlebt haben: ‚Weißt du noch, als wir mit der Isetta zum Gardasee gefahren sind‘. Das ist natürlich besonders interessant für Leute, die in ihrer Jugend diese Autos noch erlebt haben. Aber ob wir das Oldtimertreffen in Zukunft wieder auf die Beine kriegen, wissen wir noch nicht. Wir sind ja auch alle etwas älter geworden und das macht wirklich eine Menge Arbeit, der organisatorische Aufwand ist enorm“, räumen die beiden ein.

Norbert Koch, der nach eigener Aussage noch nicht so lange dabei ist, „erst etwa 10 Jahre“, ist damals mit zwei weiteren Neuen zu der Gruppe der Müller dazugestoßen, erzählt er. „Wir Alten haben sie aber gerne aufgenommen“, wirft Karl-Heinz Terbeck lachend ein, „es ist ja so, er ist in die Lehre zu uns gekommen, das hat lange gedauert. Und jetzt ist er unser Chef!“

Die Mühle gehört zwar zum Museumshof, die Müller aber schätzen sehr, dass sie als Gruppe recht frei agieren dürfen. „Wenn wir keinen Unsinn machen, müssen wir uns zwar hin und wieder abstimmen, aber im Großen und Ganzen sind wir ziemlich frei in unserer Gestaltung.“

Jeder kann seine Fähigkeiten einbringen

Karl-Heinz Terbeck macht deutlich, wie wichtig jedes einzelne Mitglied der Müllertruppe ist, denn „jeder in unserer Gruppe hat besondere Dienste und Stärken: ich bin für Musik und Unterhaltung zuständig, Norbert passt auf unser Geld auf, wenn wir denn welches haben. Hermann ist die technische Leitung, Walter ist immer gefragt, wenn es um die Organisation des Sommernachtstraums und das Märchenlesen geht. Und Wolfgang organisiert mit Norbert das Oldtimertreffen und hat das Fachwerk der Mühle gestrichen. Karsten ist Meister beim Grillen bei den Mühlenfesten, Jürgen hat ein Auge auf das äußere Erscheinungsbild der Mühle. Jeder hat seine unterschiedlichen Fähigkeiten und das ist auch sehr schön so.“

Dementsprechend müssen neue Interessierte keine technischen Vorkenntnisse oder bestimmte berufliche Erfahrungen mitbringen, auch die jetzigen Müller haben die unterschiedlichsten Berufe gehabt. Nur Freude an der Interaktion mit Menschen sollte derjenige haben, und die Kommunikation untereinander pflegen. Ein Interesse für die alte Technik der Mühle wäre toll, das Verständnis hierfür lasse sich aber recht schnell aneignen, meint Norbert Koch. „Die Technik dieser alten Mühle, die kann eigentlich jedes Kind mit den Augen aufnehmen. Wenn Sie da unten im Keller die alten Holzgetriebe sehen, dann muss man das eigentlich nicht lange erklären, man sieht das. Aber man muss darauf achten, dass man die gefährlichen Stellen kennt. Manches kann man nicht alleine machen oder man muss einfach vorsichtig sein. Aber das bekommt man von uns gezeigt. Sonst hätte ich nicht mehr alle Finger.“

Über „Nachwuchs“ würde sich die Gruppe der Müller auf jeden Fall freuen. „Wenn wir jemanden begeistern könnten, hier einmal hineinzuschnuppern, dann würde derjenige sicher feststellt, dass unsere Truppe eine ganz harmonische ist. Wenn jetzt neue Personen dazukommen, die aber nie verfügbar sind, das wäre unglücklich. Ein wenig Zuverlässigkeit gehört schon dazu. Je mehr wir sind, desto eher darf dann ja auch mal jemand fehlen.“

Je mehr Mitstreiter, desto weniger Arbeit für jeden Einzelnen

„Wenn wir denn etwa fünfzehn Mal im Jahr geöffnet haben, ist man etwa sieben Mal im Dienst eingeplant. Bis jetzt macht das alles noch viel Spaß, aber wenn es an immer weniger Leuten hängen bleibt, dann kann das schon zur Belastung werden. Durch den Jahresplan lässt sich das gut einplanen. Das ist ja auch im Sinne aller, man möchte auch mal wegfahren können. Und an die Pläne haben sich bisher alle weitestgehend gehalten. Wenn durch Krankheit mal jemand ausfällt, hat derjenige dafür zu sorgen, dass er einen anderen als Ersatz findet, so ist unsere Regelung. Das klappt auch sehr gut.“

Herr Koch und Herr Terbeck sind sich einig: „Man muss sich in einer Gruppe natürlich wohlfühlen, sonst kommt man nicht gerne hin. Aber bisher ist noch keiner deshalb weggeblieben.“

 

 

Und um den Betrieb aufrecht erhalten zu können, wird schon zu Beginn des Jahres ein fester Einsatzplan erstellt. „Wenn wir denn wirklich vierzehn bis fünfzehn Mal im Jahr geöffnet haben, ist man etwa sechs bis acht Mal im Dienst eingeplant. Bis jetzt macht das alles noch viel Spaß, aber wenn es an immer weniger Leuten hängen bleibt, dann kann das schon zur Belastung werden. Durch den Jahresplan lässt sich das eigentlich gut einplanen. Das ist so im Sinne aller, man möchte ja auch mal wegfahren können. Und an die Pläne haben sich bisher eigentlich alle weitestgehend gehalten. Wenn durch Krankheit mal jemand ausfällt, hat derjenige dafür zu sorgen, dass er einen anderen als Ersatz findet. Das klappt bisher sehr gut.“

 

Herr Koch und Herr Terbeck sind sich einig: „Man muss sich in einer Gruppe natürlich wohlfühlen, sonst kommt man nicht gerne hin. Aber bisher ist noch keiner deshalb weggeblieben.“

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