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Stadt Bad Oeynhausen

Ehrenamtskoordinatorin

Anna Südkamp
Ostkorso 8
32545 Bad Oeynhausen

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„Man kann eigentlich immerzu hier sein“

Dass sich Frau Auf dem Kampe als Mitglied der Gartengruppe des Vereins „Freundeskreis Museumshof e.V.“ sehr gut auskennt mit ihren Pflanzen, deren Bedürfnissen und Wirkweisen, wird in unserem Gespräch sehr schnell klar.

Die unterschiedlichen Beete des tollen Hofgartens hinter dem Hauptgebäude auf dem Gelände des Museumshofs werden von ihr, ihrem Mann und den anderen Mitgliedern des Gartenteams mit viel Zeit und Muße gepflegt. Auch achten sie darauf, dass die Flächen um die Gebäude und auf dem Gelände gepflegt werden. Wer hier mitarbeitet sollte auf jeden Fall tatkräftig sein und mit anzupacken bereit sein.

Frau Auf dem Kampe im Museumsgarten

Frau Auf dem Kampe im Museumsgarten

Der Verein veranstaltet regelmäßig Feste und Veranstaltungen, deren Einnahmen zur Pflege des Museumshofs genutzt werden können. „Gut ist, dass das hier wirklich eingespielte Feste sind, die es schon seit Jahren gibt: Der Ostermarkt, immer drei Wochen vor Ostern. Dann das Oldtimertreffen im Mai, von den Müllern organisiert, aber vom Verein unterstützt mit einer Kuchentheke. Anfang Juli findet dann noch das seit einigen Jahren beliebte Gartenfest statt, außerdem das Open-Air-Konzert im August und dann zum Saisonende noch der Martinsmarkt im November. Das sind so feststehende Feste, da wissen wir das ganze Jahr über, wann was ist, was Planungssicherheit gibt.“

Alleine kann man das alles nicht schaffen

„Besonders für die Gartenarbeit und die Ausrichtung der Kuchentheke zu den Märkten und Festen benötigt es immer viele helfende Hände. Um das alles zu organisieren braucht es viele Mails, Telefongespräche und persönliche Ansprache. Denn für die Kuchentheke müssen genügend gespendete Kuchen bereit stehen und ausreichend Helferinnen und Helfer da sein für die Ausgabe oder um das Geschirr in die Küche zu transportieren und dort zu spülen“, berichtet Frau Auf dem Kampe nur von einem Teil der Aufgaben, die in der Vereinsarbeit anfallen.

„Auch wer gerne Strümpfe für unsere Vitrine strickt, das wäre auch noch eine Möglichkeit der Hilfe. Wenn wir die bestücken und daraus Dinge verkaufen können, dann hilft uns das auch sehr. Wer also künstlerisch Hergestelltes spenden mag, dass wir von dem Verkaufserlös wieder etwas für den Verein machen können, dann wäre das natürlich auch prima. Wobei es natürlich etwas sein sollte, was dann auch Abnehmerinnen und Abnehmer findet“, erzählt sie weiter und zeigt uns die Glasvitrine gleich neben der Museumskasse im Haupthaus. Dort finden sich unter anderem auch Greifbälle für Babys, gestrickte Socken und die Rosenmarmelade, die Frau Auf dem Kampe erst kürzlich eingekocht hat. „Bei mir brodelt immer etwas zu Hause auf dem Herd“, sagt Frau Auf dem Kampe, die aus den geeigneten Kräutern und Pflanzen des eigenen und des Hofgartens auch Salben herstellt. Der Ideenreichtum, wie Einnahmen für den Freundeskreis erwirkt werden können, ist wirklich groß.

Diese Kreativität hat Frau Auf dem Kampe nicht nur in ihren vielfältigen Hobbies einbringen können sondern auch beruflich. Denn sie ist Kindergärtnerin gewesen. „Das war auch ein toller Beruf. Ich war viele Jahre in Dortmund im Kinderkrankenhaus und habe die kranken Kinder beschäftigt. Mit einem großen Korb mit Bastelmaterial bin ich dort von Bett zu Bett zu den einzelnen Kindern gegangen. Sehr kranken Kindern habe ich auch etwas vorgelesen. So konnte ich dazu beitragen, dass der Krankenhausaufenthalt für die Kinder kurzweiliger war und sie schnell genesen konnten. Das war eine sehr erfüllende Arbeit.“

Ihr über die Jahre angereichertes, umfangreiches Wissen über Pflanzen gibt Frau Auf dem Kampe normalerweise auch in Gartenführungen an Besuchende des Museumshofs weiter mit dem Schwerpunkt „Kräuter und ihre Anwendung“.

Mit viel Engagement im Vereinsgeschehen

In ihrem Amt als Schriftführerin muss sie nur tätig werden, wenn die Mitgliederversammlungen und Vorstandssitzungen anstehen. Frau Auf dem Kampe und ihr Mann sind bereits seit der Gründung des Vereins 2012 Mitglieder und arbeiten seither ehrenamtlich auf dem Museumshof mit.

Mit den Einnahmen, die durch die unterschiedlichen Aktivitäten gewonnen werden können, hat der Freundeskreis Museumshof zum Beispiel auch Ausstellungen und dazugehörige Informationstafeln verwirklichen können, sodass der Museumsbesuch für die Gäste noch lehrreicher sein kann und nicht in Vergessenheit gerät, wie das bäuerliche Leben und Arbeiten in früheren Jahrhunderten gewesen ist. Auch einige Spendende gibt es, die nötige Maßnahmen zur Instandsetzung durch Sach- und Geldspenden unterstützen oder Getränke für den Abverkauf auf Festen stiften.

Erhaltung alter Samensorten

Frau Auf dem Kampe weiß viel zu erzählen über die aufwendige Arbeit im Garten des Museumshofs. Neben der Pflege der Beete und der sonstigen Anlagen des Gartens kümmert sie sich aber auch um den Erhalt alter Samensorten.

Denn, alte Gemüse- und Staudensorten sind wichtige Kulturgüter. Das LWL-Freilichtmuseum Detmold hat es sich vor einigen Jahren zur Aufgabe gemacht, diese zu erhalten. Ein großes Netzwerk an privaten Pflanzenliebhabern unterstützt dabei, indem auch sie die alten Sorten anpflanzen. Solch eine Pflanzenpatenschaft hat auch Frau Auf dem Kampe des Freundeskreises Museumshof e.V. übernommen und sich damit verpflichtet, diese Sorten zu vermehren und weiterzugeben. Die alten Pflanzensorten findet man im Garten des Museumshofs, wo ihre Samen gesammelt werden. Der größte Teil hiervon wird dann an das Freilichtmuseum Detmold zurückgegeben, um zum weiteren Erhalt der jeweiligen Sorten beizutragen. Der restliche Bestand wird im neuen Jahr wieder im Museumsgarten ausgesät.

Als Teil dieses Projekts zeigt Frau Auf dem Kampe die Lippische Palme, die sie im Garten neben anderen Kohlsorten angepflanzt hat. Die Lippische Palme ist eine besondere Grünkohl-Sorte, die auf eine lange Anbau-Tradition zurückblicken kann und die besonders hoch und kräftig wächst, sodass sie mit ihren gekräuselten Blättern am oberen Ende wie eine Palme aussieht. In Detmold kann Frau Auf dem Kampe auch anrufen, wenn sie sich versichern möchte , wie sie beispielsweise Schädlinge wie Schnecken unter ökologischen Gesichtspunkten bekämpfen kann.

Auch andere Blumen- und Kräutersamen aus dem Museumsgarten werden geerntet und getrocknet. In liebevoll vorbereiteten, beschrifteten Tütchen mit diesen Samen stehen sie dann an der Museumskasse im Haupthaus zum Verkauf bereit. Rund 100 Tütchen sind in diesem Jahr vorbereitet worden.

Die Helfenden des Gartenteams können zur Pflege des Gartens so kommen, wie es Ihnen in ihren Alltag passt, das Engagement ist zeitlich flexibel. Und Mitgestalten kann man auf jeden Fall. „Manchmal können die anderen abends besser, manchmal morgens. Das lässt sich recht individuell einplanen und einteilen,“ berichtet Frau Auf dem Kampe, „aber eigentlich könnte man ständig hier sein, zu tun gibt es immer etwas!“

Haben auch Sie Interesse an einer freiwilligen Tätigkeit?

Dann melden Sie sich, die Ehrenamtskoordination hilft Ihnen gerne bei der Suche nach dem geeigneten Ehrenamt für Sie.

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