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„Man ist selber ein stückweit wieder ein Kind“

Junge Menschen braucht das Ehrenamt. Zwei junge Freiwillige, Markus Budde und Franziska Schmitt, berichten von ihrem Engagement im Bereich der Kinder- und Jugendförderung und teilen ihre Erfahrungen aus ihrem Ehrenamt.

Markus Budde studiert neben dem Ehrenamt an der TH OWL Medienproduktion in Lemgo. Franziska Schmitt studiert an der Uni Bielefeld Erziehungs- und Politikwissenschaften. Eigentlich wollte sie ursprünglich Lehrerin werden, hat über ihr Ehrenamt aber für sich entdeckt, dass sie keine Lehrkraft werden sondern lieber anders mit den Kindern in Kontakt sein möchte.

Bereits seit 2016 ist Markus Budde beinahe durchgängig Teil des Teams, das sich um die Organisation und Durchführung der Ferienspiele für Kinder im Alter von sechs bis dreizehn Jahren in Bad Oeynhausen kümmert. So hat er bisher schon eine Menge Erfahrung in seinem Ehrenamt gesammelt, ab und zu fährt er auch mit dem Spielmobil zu kleinen Festen. Franziska Schmitt ist bereits seit 2013 dabei und kann sich schon gar nicht mehr so ganz genau erinnern, wie sie damals dazu gekommen war, sich bei den Ferienspielen zu engagieren. „Über eine Schulfreundin war das. Und dann ist man irgendwie so da hängen geblieben“.

Und das natürlich nur im positiven Sinne.

Sein Ehrenamt beschreibt Markus vor allen Dingen mit diesen drei Worten: abwechslungsreich, spannend und chaotisch. Zusammen mit anderen Helferinnen und Helfern Konzepte zu planen und diese mit den Kindern umzusetzen, das macht ihm am meisten Spaß. Für Franziska ist ihr Engagement vor allem „laut, lustig, emotional“.

Mit der Zeit hat sich ihr Engagement weiterentwickelt. Anfangs ging es vor allem um die Arbeit mit den Kindern. Mittlerweile sind die beiden aktiv in die Planung einbezogen, planen die Tagesabläufe mit und entscheiden gemeinsam mit dem Helfenden- Team, welche Angebote umgesetzt werden können. „Von der Planung über die Durchführung bis zur Nachbereitung gemeinsam mit den anderen Helfenden sind wir einbezogen. Ich würde sagen, die Planung macht so etwa 60% der Arbeit aus, die Durchführung läuft dann mit einem gut eingestimmten Team schon fast von allein.“ Und seit er in 2016 angefangen ist, hat er nur gute Teams erlebt, berichtet Markus.

Vorfreude schon auf das nächste Mal

„Man möchte einfach dabei sein. Es klingt vielleicht kitschig, aber man fühlt sich schon verbunden, fast familiär. Je öfter man dabei ist und wenn das Team so gut passt, dann freut man sich auf die ‚großen‘ Ferienspiele, die 3 Wochen im Sommer. Wenn dann die Betreuenden nach Feierabend noch da bleiben und man sich austauscht. Man lernt auf jeden Fall viele Leute kennen. Und auch bei den Kindern ist es natürlich schön, wenn man sie in regelmäßigen Abständen dann wiedersieht. Und wenn sie einen wiedererkennen“ erzählt Franziska. „Oder dann unbedingt zu dem in die Gruppe wollen, weil es das letzte Mal so toll war“, ergänzt Markus lachend.

Als ihr Highlight beschreiben die beiden die Ferienspiele im Sommer 2017. Die harmonische Zusammenarbeit der Freiwilligen, eine gute Stimmung bei den Kindern und die reibungslose Planung und Durchführung der Angebote für die Kinder haben das Gesamtpaket rund gemacht. „Die drei Wochen liefen fast schon nebenher. Man konnte sich immer darauf verlassen, dass nach den Angeboten noch mindestens fünf bis sechs Betreuenden da waren“, berichtet Markus. „Die Kinder in diesem Jahr waren alle super aufgeweckt. Sie waren im Schnitt gerade sechs Jahre alt und noch so ganz kleine Mäuse. Und dann zu sehen, wie sie in den Wochen aufblühen, das war einfach richtig schön“, ergänzt Franziska ihre Erinnerungen aus 2017.

Von seinem inneren Kind aus planen

Und man sei selber auch wieder Kind, denn man könne Sachen umsetzen, die man sonst in seinem Alltag nicht mehr so umsetzt. „Ich habe das als Kind auch selber immer gemacht, Fensterbilder basteln und so weiter. Deswegen war ich in einem Jahr der Bastelexperte und habe mit den anderen große Bastelaktionen gemacht, die auch länger dauern. Jeder bringt da seine Stärken ein und versucht diese kindgerecht zu verpacken. Und man hat da teilweise echt gestaunt, wie schwer es am Anfang noch ging, das zu vermitteln und wie gut es dann nach 3 Wochen lief“, erzählt Markus.

Sei man erst einmal eine Woche dabei, habe man dann schon gelernt, wie Aufgaben und Angebote kindgerecht verpackt werden. Manche schreiben um die Aufgaben eine Geschichte herum, um das Interesse der Kinder zu wecken. „Wenn man dann einmal in sich geht und überlegt, was einem selber als Kind gefallen hat, dann macht man das nach einiger Zeit schon automatisch“, weiß Markus.

Franziska ist, laut eigener Aussage, nicht die große Theoretikerin sondern findet es super, die Angebote mit den Kindern umzusetzen, zu sehen, dass es den Kindern Spaß macht und sie manches dann zu Hause auch weiterführen. Oder einfach direkt zeigen, dass es ihnen Spaß macht.

„Es hat aber auch Kinder gegeben, die sahen die ganze Zeit so unglücklich aus und man hatte das Gefühl, dass sie froh waren, dass die Ferienspiele dann zu Ende waren. Und dann erzählen die Eltern aber, dass ihr Kind im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederkommen möchte und zuhause nur noch von den Ferienspielen spricht“, erzählen die beiden.

Entscheidend ist, eigentlich ganz simpel: man sollte Kinder mögen.

„In ein gutes Team bringt jeder seine Stärken und Schwächen ein, niemand muss alles können. Man wird gut aufgefangen und genau das ist auch das Schöne daran. Man kann sich ein wenig selber verwirklichen und ausprobieren. Man gewinnt viel an Selbstvertrauen. Bei all den schönen Seiten darf aber natürlich auch nicht vergessen werden, dass man eine Verantwortung für die Kinder hat“, führt Franziska aus.

Als Engagierte/r bei den Ferienspielen ist man Ansprech- und Vertrauensperson für die Kinder. Angst brauche aber dennoch niemand zu haben. Zum Einstieg könne man zunächst Teil einer Gruppe sein und einfach die Aufgaben mit ausführen. So kann man von Jahr zu Jahr mehr Verantwortung übernehmen, wenn man dies möchte und seine Ideen einbringen und umsetzen. Und auch dann muss niemand befürchten, dass es schlimm wäre, wenn nicht alles perfekt klappt.

Obwohl coronabedingt im Sommer 2020 vieles anders war, beschreibt Franziska auch diesen als besonders: „Die Kinder haben einfach unbeschwert miteinander spielen können, die waren total glücklich. Sie waren froh, dass sie überhaupt mal wieder miteinander interagieren konnte, da musste man als Betreuende gar nicht viel reingeben.“

Bei den Ferienspielen sollen die Kinder frei und lebendig sein können, schließen die beiden, „es wäre komisch, wenn es leise wäre.“

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