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Stadt Bad Oeynhausen

Ehrenamtskoordinatorin

Anna Südkamp
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„Die Arbeit im Team, das ist der Dreh- und Angelpunkt“

Es ist sicher nicht immer ganz einfach genug Zeit aufzubringen, um Ausbildung und Ehrenamt zu vereinen, aber Lisa Lübcke vermittelt in ihrem Bericht über ihr Ehrenamt im Evangelischen Jugendreferat den Eindruck, als ob mit der passenden Motivation und Freude an der Tätigkeit auch dies gut möglich ist.

Aber ja, auch sie räumt ein „Das geht nicht mit jedem Ehrenamt, aber mit diesem Ehrenamt ist es sehr gut vereinbar, einfach, weil die Zeiten so flexibel sind. Man kann auch sagen ‚Ne, heute kann ich nicht‘ und dann springt ein anderer Mitarbei-tender ein, wir sind ein großes Team und das entlastet auch. Und so geht das dann, auch mit vielen anderen Hobbies nebenher.“

Als Teil eines Teams bei dem Evangelischen Jugendreferat organisiert Lisa zum Beispiel den Konfirmanden-Unterricht, plant diesen, setzt ihn mit um und bereitet ihn nach. Auch Events werden geplant, wie das „Konfi-Camp“ und andere Freizei-ten, außerdem Jugendgottesdienste und Jugendwochen. Auch die Jugendwoche „I God it“ organisiert sie mit. Lisa berichtet, dass diese Jugendwoche seit etwa vier Jahren immer im gleichen Format angeboten wird, aber von Gemeinde zu Gemein-de wandert. Ein festes Mitarbeitendenteam aus ganz Bad Oeynhausen arbeitet seither an der Planung dieser Woche mit, die sich vor allem an Konfirmanden und junge Mitarbeitende richtet. Es werden externe Prediger eingeladen, Bands, unter-stützt durch das Technikteam, spielen Musik und so werden drei bis vier Tage mo-dernen Jugendgottesdienstes mit einem vielfältigen Programm auf die Beine ge-stellt. „Ganz besonders wichtig hierbei“, betont Lisa, „ist es, Kontakte undFreunde zu finden, den jungen Menschen eine Kommunikationsplattform zu stellen und den Kern der Gemeinde, nämlich die Gemeinschaft, zu stärken und zu leben. Das merkt man im Moment auch einfach total, dass das fehlt“, erzählt Lisa. Die Corona-Pandemie fordert auch in der Arbeit des Jugendreferates ein Umdenken und das Ausprobieren neuer Formate. „Manche Pastoren sind eher nicht so Zoom- affin, da ist es natürlich schwierig, einen Online- Konfi- Blocktag zu gestalten. Wir haben ein Kernteam von drei ehrenamtlichen Mitarbeitenden und zwei Hauptamtlichen und da haben wir das bisher immer gut gerockt.“

Lisa Lübcke vom Ev. Jugendreferat

Lisa Lübcke vom Ev. Jugendreferat

Digital von überall dabei sein

„Wir haben zum Beispiel bei Zoom jetzt Jugendgottesdienste gemacht, die waren dann 45 Minuten lang, mit dem ganzen Kirchenkreis zusammen, das ist super angenommen worden. Wir hatten über 115 Leute, die sich das angeschaut haben. Und die Übertragung via Zoom hat gegenüber Youtube zum Beispiel den Vorteil, dass man noch mehr interagieren kann, dass man die Menschen auch einbeziehen kann. Das wollen wir, wenn vielleicht auch in einem anderen Rhythmus, auch gerne beibehalten. Da ist ganz viel in der Planung, durch das Umdenken während der Pandemie sind auch Chancen entstanden, neue Sachen zu entdecken. Zum Beispiel lässt sich digital der Kontakt zu einigen Mitarbeitenden weiter halten, die nicht mehr vor Ort leben. Ein ehemaliger Mitarbeiter lebt jetzt in Bayern und schaltet sich dann eben auch mal dazu.“

Lisa arbeitet aber nicht nur in der Gemeinde mit, sie berichtet auch von ihrer Arbeit in verschiedenen Gremien nicht nur auf regionaler, sondern auch synodaler Ebene. Im Regionalen Kinder- und Jugendausschuss (kurz RKJ) hat Lisa als ehrenamtliche Mitarbeiterin der Gemeinde auch eine Stimme und hat so auch die Möglichkeit „etwas mitzubestimmen. Ich bin auch die stellvertretende Vorsitzende des RKJ und dann kann man auf jeden Fall etwas bewegen, Gelder für die Kinder- und Jugendarbeit gewinnen, das ist auch immer schön, dass man viel möglich machen kann.“

Etwas für die Kinder und Jugendlichen möglich machen

Mitbestimmen und gestalten, etwas bewirken zu können, das ist auch, was Lisa motiviert. Aber auch die Arbeit „an der Basis“, wie sie es nennt, die Arbeit im direkten Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen macht ihr großen Spaß. „Wenn die Kinder, mit denen man etwas erarbeitet hat, sagen ‚Das war ein toller Tag‘ und ein Lächeln im Gesicht haben, das ist schon ein Traum.“ Und außerdem mache man „den ganzen Kram ja auch mit“ mit den Kindern, sodass man eben automatisch auch selber wieder zum Kind werde und genauso viel Spaß an der Arbeit habe, wie die Kinder.

Und auch die Arbeit im Team trägt viel zu Lisas Motivation für ihr freiwilliges Engagement bei: „Die Arbeit im Team, das ist der Dreh- und Angelpunkt des Ganzen. Freunde von mir waren 2015 beim Kirchentag und haben dort einen jugendgottesdienst mitgemacht, der sie so begeistert hat, dass sie so etwas in unserer Gemeinde auch realisieren wollten. Die haben mich dann überredet, auch mitzumachen. Wir sind dann eine buntgemischte Truppe geworden, so habe ich schon neue Kontakte geknüpft. Hieraus ergibt sich dann, dass man immer wieder gefragt wird, ob man nicht dieses oder jenes auch mitmachen möchte. So baut sich da nach und nach ein Netzwerk auf an Personen und so rutscht man immer tiefer hinein und dann gibt es kein Zurück mehr“, lacht Lisa.

Was ihr besonders gut gefällt und Spaß macht, fasst Lisa zusammen: „Alles, was mit ‚Wegfahren‘ zu tun hat, sind große Highlights. Ich war jetzt das erste Mal als Mitarbeiterin bei einer Kanu- Freizeit dabei, die war richtig klasse. Oder zum Beispiel das Konfi-Camp: als Jugendliche bin ich als Teilnehmende mitgefahren, jetzt bin ich als Mitarbeitende dabei, jetzt darf ich das mitgestalten. Das Gefühl ist einfach toll, wenn man mit allen Gemeinden zusammen etwas auf die Beine stellt, man mit 400 Leute zusammen in einer Turnhalle ist, in der eine Band auftritt, das ist wie eine Konzertatmosphäre. Das reißt die Jugendlichen mit und einen selber dann auch. Und dann hat man gleich wieder Lust, auch das nächste Mal wieder mitzufahren. Die Atmosphäre ist einfach ganz besonders.“

Die Kinder merken schnell, ob einem die Mitarbeit Spaß macht

Wenn man interessiert ist an der Mitarbeit im Evangelischen Jugendreferat, „sollte man auf jeden Fall Spaß an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben. Man kann selber entscheiden, ob man lieber etwas mit Kindern machen möchte, so bis 12 Jahre oder ob man lieber etwas mit Jugendlichen. Ansonsten muss man einfach offen sein für die Ideen und Bedürfnisse der Kinder. Die merken das sofort, ob man Spaß daran hat. Wenn man selber motiviert ist, machen die auch alles mit und finden eigentlich alles super, was man mit ihnen macht. Und man wächst eben selber auch sehr daran, man profitiert für sich selber von der Mitarbeit. Man wird selbstsicherer, kann vor Gruppen sprechen. Und man kann immer Neues probieren und die Dinge, die einem keinen Spaß machen wieder sein lassen. Das ist alles sehr flexibel.“

Mögliche Sorgen vor der Verantwortung räumt sie auch gleich aus und berichtet: „Man braucht vor den ganzen Aufgaben auf jeden Fall keine Angst haben, das Jugendreferat bietet regelmäßig Schulungen an für Mitarbeitende. Schon nach der Konfirmation werden die Leute, die Interesse an der Mitarbeit haben, in das Team aufgenommen und geschult. Da lernt man dann, was man mit den Kindern machen kann, welche Spiele es gibt, wie man etwas kindgerecht anleitet. All sowas wird dann Stück für Stück aufgebaut, sodass man dann auch die Qualifizierung für die JuLeiCa, also die Jugendleiter- Card, hat und diese beantragen kann. Man wird sehr gut begleitet auf dem Weg.“

„Mir ist auch wichtig, dass es eigentlich ein Ehrenamt ist, das mit Kirche verbunden ist. Wir haben aber auch Leute dabei, die vor allem etwas mit Kindern und Jugendlichen erleben wollen, für die weniger der Glaube im Vordergrund steht. Das ist gar keine Hemmschwelle bei uns, wenn jemand sagt ‚Ich glaube nicht unbedingt an Gott‘, dass der trotzdem etwas mit den Kindern machen kann. Da sind wir sehr offen. Wir haben auch für unseren Jugendgottesdienst Mitarbeitende aus anderen Gemeinden dabei, wir denken da nicht in Gemeindegrenzen. Jeder ist willkommen. Das regt für uns ja auch den Austausch an, man kann sich bei den anderen etwas abgucken und wenn die Hilfe brauchen, sind wir da.“

Lisa möchte, dass kirchliche Arbeit ihr teilweise angestaubtes Image verliert und sieht, dass die Arbeit von ihr und dem übrigen Team hierzu beitragen kann. Der Glaube könne auch an einem anderen Ort als der Kirche und durchaus auch jugendgerecht gelebt werden, findet sie.

Und noch etwas Wertvolles nimmt Lisa aus ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Jugendarbeit mit: Freunde. Enge Beziehungen, die auch über das freiwillige Engagement hinausreichen und so zu Freundschaften für das Leben werden.

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