Bad Oeynhausen

70 Jahre Stadtbücherei Bad Oeynhausen

Aktionswochen unter Corona-Bedingungen

Die Stadtbücherei Bad Oeynhausen wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. Mit Blick auf die geltenden Corona-Regeln ist eine große Feier nicht möglich, aber trotzdem soll das Jubiläum mit einer Aktionswochen einen würdigen Rahmen bekommen. „Ab kommenden Montag (12.10.2020) können alle Leserinnen und Leser DVD und Konsolenspiele ohne Gebühr ausleihen“, nennt Büchereileiterin Mareike Skibba eines der Angebote der Aktionswochen.

Des Weiteren sind alle Freunde der Bücherei eingeladen an einem Kreativwettbewerb ‚Schenk uns ein Wort/Schenk uns ein Bild‘ teilzunehmen.  „Dazu kann jeder ein persönliches Erlebnis mit der Bücherei in Textform schildern oder auch ein Bild malen. Vordrucke dafür gibt es bei uns in der Bücherei.“ Die schönsten Beiträge werden Ende November mit tollen Preisen prämiert. Kinder können täglich bei der Büchermonsterjagd „Findet Monsti!“ teilnehmen und tolle Preise zu gewinnen. An allen D-Tagen, also dienstags und donnerstags von 16.00 bis 18.00 Uhr gibt es ein Glücksraddrehen für Kinder und Clown Chaos hält kleine Geschenke für Kinder bereit. Skibba: „Die Aktionswochen enden am Samstag den 14.11.2020 und wir hoffen, dass wir mit den Angeboten einen guten Weg gefunden haben, unseren Büchereigeburtstag mit den Nutzerinnen und Nutzern gebührend zu feiern.“

Die Stadtbücherei ist eine der ältesten Einrichtungen der Stadt Bad Oeynhausen. Sie wurde 1950 gegründet. Der Wandel der Zeit ist an Zahlen und der Entwicklung der Angebotsvielfalt abzulesen. Gab es im Gründungsjahr gerade mal 1.000 Bücher zur Ausleihe, ist der Bestand heute auf mehr als 30.000 Medien angewachsen. Hinzu gekommen sind audiovisuelle Medien wie DVDs, Konsolenspiele, Hörbücher, Mobi-Sticks (Hörbücher auf USB-Stick), Tonieboxen und -figuren, Tiptoibücher und -stifte, die Onleihe (www.owl.onleihe.de) und freegalmusic (www.freegalmusic.com) aber auch Gesellschaftsspiele.

Für spezielle Leihwünsche, insbesondere auf wissenschaftlichem Gebiet, gibt es die Fernleihe. Ebenso können die Leserinnen und Leser auch Anschaffungswünsche äußern, die gerne in die Lektoratsarbeit mitaufgenommen werden.

Präsent ist die Bücherei auch im Bereich social media (unter „Bücherbande“/Stadtbücherei Bad Oeynhausen auf Facebook, Twitter, YouTube, Instagram), um Ihre Nutzer zu erreichen, im Austausch zu stehen und Neuigkeiten bekannt zu geben. In Zusammenarbeit mit dem noch unter Cornelia Lindhorst-Braun gegründeten Förderverein der Bücherei gibt es außerdem ein breites Veranstaltungsangebot für alle. Dazu zählen das regelmäßige Samstagslesen für Kinder, die Sprachcafé für Menschen mit Migrationshintergrund, abendliche Lesungen für Erwachsene („Dienstagsleser“), Bingo-, Bilderbuchkino und Vorlesenachmittage für Kinder und jährliche Veranstaltungen wie der Sommerleseclub.

Die Stadtbücherei hat sich im Laufe der Jahre zu einem starken Bildungspartner der Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen entwickelt. Neben Medienboxen, die zur unterrichtsbegleitenden Projektarbeiten entliehen werden können, bietet die Bücherei regelmäßig Führungen für Kinder an.

„Im Zusammenhang mit dem digitalen Wandel der Gesellschaft setzen wir derzeit das Projekt zur Medienkompetenz um,“ beschreibt Mareike Skibba einen wichtigen Teil ihrer Arbeit. Ziel des Projektes sei es, Konzepte zur Einbindung moderner Medien in den Unterricht zu entwickeln und als Bücherei diese Informationskompetenz zu vermitteln. Dazu wurde ein Kooperationsvertrag zwischen den 6 Grundschulen in Bad Oeynhausen und der Bücherei geschlossen. Vor dem Lockdown gab es in der Bücherei schon Gruppenarbeiten und Vorbereitungen für die Schüler im Umgang mit Tablets, Laptops, Ozobots und Greenscreen-Technik. „Die Lehrerinnen und Lehrer können die Technik bei uns in der Bücherei im weiteren Verlauf im Klassensatz ausleihen. Die Investitionskosten belaufen sich hierfür auf 55.000 €, 60 Prozent damit kommen aus Landesmitteln.“

Wissenschaftliche Bibliotheken waren in den 1970er-Jahren noch Orte der Ruhe und Horte wertvollen Wissens. Und Öffentliche Bibliotheken hatten den Charakter von »Hol- und Bring-Institutionen«, in denen man schnell Lesestoff aussuchte und wieder zurückbrachte. „Heute steht die Entwicklung von Büchereien zu „Dritten Ort“ im Vordergrund. Also einem Ort zwischen dem Zuhause als erstem Ort und der Arbeitswelt oder Ausbildungsstätte als zweitem Ort.“

Für die Zukunft sind weitere Angebote in digitaler Form geplant – zum Beispiel ein oder mehrere Podcasts und Erklärvideos. Bestehende Kooperationen zwischen städtischen Einrichtungen werden intensiviert und weiter gefördert. Seit August hat die Bücherei tatkräftige Unterstützung erstmals mit der neuen Auszubildenden Gesa Wegner (Fachangestellte Medien und Informationsdienste).