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Junge Japanerin lernt Deutsch in Dehmer Kita

Stadt ermöglicht Arbeit im Rahmen eines Austauschprogramms

Die 21-Jährige Sumire Nishimura aus Japan verstärkt in den kommenden sechs Monaten das Team in der Kindertagesstätte Dehme. Die junge Frau aus einem Vorort von Tokio nimmt an einem Austauschprogramm des Vereins „ICJA Freiwilligenaustausch weltweit“ teil. Zum Start ihres Einsatzes in der Dehmer KiTa hatte Bürgermeister Achim Wilmsmeier die 21-Jährige gemeinsam mit der Einrichtungsleiterin Anke Driftmann-Möller und ihrem Gastvater Albertus Kortenbusch zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen. „Ich freue mich, wenn junge Menschen diese Chance ergreifen und den Mut haben, so einen Schritt zu wagen“, sagte Wilmsmeier in dem über die meiste Zeit in Englisch geführten Gespräch. „Junge Menschen können so sehr schön lernen, sich außerhalb der eigenen Familie selbst zu versorgen und in einer anderen Umgebung zurechtzukommen.“ Generell sei das sehr gut für die Entwicklung. „Ja ich kann ein bisschen Deutsch“, sagte Sumire Nishimura zur Begrüßung. Sie hat es in einem Kurs an der Uni belegt und ist zuversichtlich, dass das durch den täglichen Umgang mit den Kleinen in der KiTa nach und nach besser wird. „Mit den Kindern geht das schnell“, sagt auch Anke Driftmann Möller, die dabei aus Erfahrung spricht. Sie war selbst nach der Ausbildung für ein halbes Jahr in Paris: „Ich weiß, was es für einen jungen Menschen bedeutet, die Heimat zu verlassen, um eine solche Aufgabe zu übernehmen. Wir freuen uns auf Sumire“, versprach sie der jungen Japanerin einen warmherzigen Empfang in Dehme. Der Kontakt zur KiTa in Dehme war Ende vergangenen Jahres zustande gekommen. „Damals hatten wir eine Anfrage des Vereins aus Berlin nach einer Einsatzstelle für eine Teilnehmerin des Austauschprogramms“, erläutert Sylvia Take aus der Personalabteilung, die in solchen Fällen die Koordination übernimmt. „Und aus der KiTa in Dehme hatten wir sehr schnell eine Zusage, so dass Sumire zu uns kommen konnte. Das freut auch Gastvater Albertus Kortenbusch aus Eidinghausen, der zu dem Verein „ICJA Freiwilligenaustausch weltweit“ über seine Tochter Kontakt hat, die selber ein halbes Jahr in Südamerika war. „Zurzeit ist es eher so, dass der Verein leichter Projekte als Unterkünfte für die Austauschteilnehmer findet.“ Dass Sumire nun in Eidinghausen wohnen kann und ihr Einsatzort gerade Mal drei Kilometer entfernt ist, sei schon ein echter Glücksfall. „Für die Fahrt zum Kindergarten werde ich das Fahrrad nehmen“, freut sich die 21-Jährige, die auch zuhause in Tokio viel Fahrrad fährt. Erste Fahrten über Bad Oeynhausener Straßen hat sie schon hinter sich. Und auch erste Eindrücke hat sie schon gesammelt: „Ich mag diese Stadt“, sagte sie ohne großes Nachdenken. „Die Häuser sind so anders als in Japan.“ Für ihren Gastvater Albertus Kortenbusch war das eine besondere Erfahrung. „Wir haben in Eidinghausen ein normales Einfamilienhaus mit Keller, Erdgeschoss, Obergeschoss mit Schrägen und dem Dachgeschoss und für Sumire ist das riesig“, worauf Sumire Ihre Wahrnehmung erklärte: „Bei uns in Japan sind Häuser für Familien oder auch Wohnungen viel, viel Kleiner.“ Die 21-Jährige hat in Japan bereits in Ferienprojekten als Freiwillige mit Kindern zusammengearbeitet und freut sich auf die Zeit in Dehme. Sie hat Ein Visum für ein Jahr. Der Verein sucht zurzeit noch ein weiteres Projekt, in dem sie weitere Erfahrungen sammeln kann. Und noch mehr Deutsch lernen kann.