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Kinder und Jugendliche im Gespräch mit dem Bürgermeister

Arbeitsreiche Sitzungen des Kinder- und des Jugendparlaments

Zur seiner „Wintersitzung“ hat Bürgermeister Achim Wilmsmeier am Dienstagnachmittag die Mitglieder des Kinderparlaments im Rathaus empfangen. Im Kinderparlament sitzen Vertreter aller Vierten Klassen der Bad Oeynhausener Grundschulen. Fast 30 Kinder waren teileweise mit ihren Eltern als Zuschauer in den großen Sitzungssaal des Rathauses gekommen. Die Schülerinnen und Schüler hatten aus ihren Schulen lange Listen mitgebracht. Noa und ihr Mitschüler Timon von der Grundschule in Volmerdingsen haben dem Bürgermeister eine Fotodokumentation überreicht, die auf Probleme an der Schule hinweisen soll. Über diese Mappe hinaus haben die Viertklässler viele Probleme in den Schulen teilweise sehr lebhaft geschildert. Dabei ging es immer wieder um Raser, die die Kinder auf dem Weg zur Schule gefährden würden. „Am WEZ an der Weserstraße sollte die Polizei mal blitzen“, sagte zum Beispiel Vincent, der seine vierte Klasse in der Grundschule Werste im Kinderparlament vertreten hat. Unter dem Tagesordnungspunkt „Schulweg“ kritisierten einige Mädchen und Jungen auch, dass an manchen Stellen die Gehwege zu schmal seien oder es generell zu wenig Radwege gebe. Auch die Schulbusse waren Thema. Hier berichteten die kleinen Parlamentarier, dass manche Busse viel früher abfahren würden, als im Fahrplan stehe. „Und manchmal sind die Busse auch viel zu voll, so dass man keinen Sitzplatz mehr bekommt oder sogar gar nicht mehr mit dem Bus mitkommt“, berichtete Selma von der Bernartschule. In weiteren Tagesordnungspunkten ging es um die Schule und den Schulhof sowie die Spielplätze in der Stadt. Bei den Spielplätzen ging es vor allem um Jugendliche, die sich dort immer wieder aufhalten und Müll, vor allem Glasscherben, hinterlassen. Cara von der Grundschule Lohe wünschte sich einen neuen Anstrich im Klassenraum: „Es wäre toll, wenn da mal Mitarbeiter der Stadt die Klassen streichen würden und nicht immer unsere Eltern.“ Die Vertreter der Verwaltung um den Bürgermeister mussten schmunzeln, nahmen aber auch diesen Einwand ernst. Michael Menzhausen vom Bereich Jugend und Sport erläuterte, dass die Eltern in solchen Fällen ihre Hilfe ganz konkret anböten. „Da gibt es dann vorher Gespräche und wir unterstützen das, in dem wir die Farbe und anderes Arbeitsmaterial bereitstellen.“ Der Bürgermeister bedankte sich am Ende der fast zweistündigen Sitzung für die rege Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler. „Ich fand es toll, mit wie viel Engagement ihr hier mitgemacht habt. So lange dauern manchmal nicht mal die Ratssitzungen. Da könnt ihr schon stolz sein.“ Die einzelnen Einwände wurden durch die anwesenden Mitarbeiter der Verwaltung aus den unterschiedlichen Bereichen notiert und werden nun bis zur nächsten Sitzung des Kinderparlaments vor den Sommerferien bearbeitet. Zu Beginn der Sitzung wird es dann, wie auch dieses Mal, einen Rückblick auf das geben, was bereits umgesetzt wurde.

Eine ähnlich arbeitsreiche Sitzung hatte bereits in der vergangenen Woche das Jugendparlament, in dem die Vertreter der weiterführenden Schule mit dem Bürgermeister sprechen können. Ähnlich wie beim Kinderparlament berichteten auch die Jugendlichen von Rasern, die für Gefahren auf dem Schulweg sorgen. Und auch bei den Schulbussen gibt es durchaus ähnliche Probleme. Wie bei den Grundschülern gibt es auch konkrete Verbesserungsvorschläge. So wünschen  sich zum Beispiel Schüler der Realschule Süd, dass sie Toiletten im benachbarten IKG mitnutzen dürfen. Aufgrund der Größe des Schulzentrums sei die nächstgelegene Toilette vom Klassenraum aus im Trakt des Gymnasiums etwa 30 Meter entfernt, zur nächsten Toilette im Bereich der Realschule sei es dagegen ein gut 300 Meter langer Weg durchs ganze Schulgebäude. „Da werden wir mal mit den Schulleitungen reden, wie wir das am besten lösen können“, sicherte Achim Wilmsmeier zu. Deutlich wurde auch, dass die Schüler der weiterführenden Schulen viel mehr Zeit in der Schule verbringen. So war ein Thema zum Beispiel der Platzbedarf für den Ganztag und die Pause zwischen dem Unterricht am Vormittag und am Nachmittag. Manche Anmerkungen sorgten aber auch im Jugendparlament für amüsierte Mienen bei den Vertretern der Verwaltung und im Zuschauerraum. So bemängelte zum Beispiel ein Schüler den Geruch des Papiers zum Hände Abtrocknen. Wie auch im Kinderparlament wurden im Jugendparlament alle Anregungen protokolliert. „Die Sitzungen sind eine gute Gelegenheit, mit den Kindern und Jugendlichen direkt ins Gespräch zu kommen“, resümiert Bürgermeister Achim Wilmsmeier die beiden Treffen. Dafür lohne es sich auf jeden Fall, Termine im Kalender freizuhalten. Die Stadt Bad Oeynhausen findet mit ihrem Kinder- und Jugendparlament durchaus auch überregional Beachtung. So hat zum Beispiel ein Vertreter der Universität Lüneburg die Sitzung des Kinderparlaments am Dienstag im Rahmen des Forschungsprojekts „Repräsentative Beteiligungsformate“ verfolgt und als beispielhaft für andere Kommunen bezeichnet.