14.03.17

Wichtige Schritte auf dem Weg zur Integration

Flüchtlinge absolvieren Praktikum bei Stadt und Stadtwerken

Stadt, Stadtwerke und Diakonie haben sieben jungen Flüchtlingen einen ersten wichtigen Schritt auf dem Weg zur Integration ermöglicht. „Die jungen Erwachsenen haben alle einen Berufsabschluss oder mehrere Jahre Berufserfahrung aus ihrem Heimatland mitgebracht, aber keine Zeugnisse“, erläutert Christian Althoff vom Team Asyl bei der Stadtverwaltung das Grundproblem. Deshalb haben die Stadt und die Diakonie  im Anschluss an den Sprachkurs der Flüchtlingsberatung und den Orientierungskurs  des Jugendmigrationsdienstes eine Arbeitsgelegenheit für die jungen Leute organisiert. „Nur so haben sie eine Chance, am Weserkolleg aufgenommen zu werden, um Schulabschlüsse erwerben und später Ausbildungen absolvieren zu können.“, sagt Birgit Meyer von der Diakonie. Sie hatte in enger Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen der Flüchtlingsberatung, die eine sozialpädagogische Begleitung der jungen Männer sicherstellen, den Anstoß zu diesem Projekt gegeben. Christian Althoff von der Stadt hat daraufhin mit dem Hausmeisterteam der Verwaltung und den Stadtwerken Kontakt aufgenommen.  Arbeitsgelegenheiten gab es bei der Stadt selber bei den Hausmeistern und bei den Stadtwerken. „Wir haben sehr gute Erfahrungen gesammelt“, sagt Ralph Mettner, der in der Stadtverwaltung den Einsatz der Hausmeister organisiert. „Während des Arbeitseinsatzes sind  bei uns mehrere Mitarbeiter in andere Büros umgezogen, da konnten wir die zupackenden Hände gut gebrauchen.“ Auch Ulrich Stahlmann von den Stadtwerken Bad Oeynhausen (SBO) lobt den Einsatz der Flüchtlinge. Dort waren die jungen Männer mit den Kolonnen der SBO im gesamten Stadtgebiet unterwegs. Sie waren mit dem Einsatz zufrieden und haben die Arbeit gerne gemacht. Der junge Salim aus dem Irak zum Beispiel fand es gut, dass es außer Warten auch mal etwas zu tun gab: „Das zeigt mir ein bisschen es geht voran für mich hier in Deutschland.“  Hamedullah aus Afghanistan hat früher als Schweißer gearbeitet und war jetzt mit Mitarbeitern der Stadtwerke unterwegs. „Das hat mir Spaß gemacht“, sagt er mit Blick auf den zweiwöchigen Arbeitseinsatz. Und Ulrich Stahlmann von den Stadtwerken lobt seinen Einsatz und den der anderen jungen Leute: „Besonders erfreulich war, dass die Praktikanten die Arbeit gesehen und einfach zugepackt haben. Das haben auch die Mitarbeiter der SBO positiv aufgenommen und so  hat sicherlich jeder davon profitiert“ Erfan aus Afghanistan hat sich bei den Hausmeistern der Stadt gut aufgehoben gefühlt: „Es gab viel zu schleppen, aber ich habe das gerne gemacht,“ sagt er in einem gut verständlichen Deutsch und fügt etwas bedauernd hinzu: „Ein Schrank ist uns leider kaputt gegangen.“ Ralph Mettner von der Verwaltung nimmt das mit einem Schmunzeln zur Kenntnis: „Der hätte auch genauso gut einem anderen Mitglied des Hausmeierteams kaputt gehen können.“ Birgit Meyer vom Jugendmigrationsdienst der Diakonie und Christian Althoff vom Team Asyl der Stadt sind überzeugt, mit diesen Arbeitsgelegenheiten ein gutes Projekt angestoßen zu haben. Eine ähnliche Integrationsmaßnahme soll es im Frühjahr geben. „Die jungen Menschen bringen so viel Engagement und Ehrgeiz mit und sind - dankbar, dass sie die Wartezeit bis zum Abschluss des Asylverfahrens jetzt sinnvoll nutzen können“, sagt Birgit Meyer. Christian Althoff sieht noch einen anderen Vorteil in solchen Projekten: „Die Flüchtlinge bekommen dadurch eine feste Tagesstruktur, was ein weiterer wichtiger Baustein bei der Integration ist. Wie wichtig diese Struktur und solche Projekte sein können, zeigt sich am Beispiel dieser ersten Gruppe. Alle Teilnehmer haben an der Aufnahmeprüfung am Weserkolleg teilgenommen. Ohne die Sprachkurse und Arbeitsgelegenheiten wäre das nicht möglich gewesen. Und alle haben die Aufnahmeprüfung bestanden und können nun einen deutschen Schulabschluss erwerben. Und das, obwohl keiner bei seiner Ankunft in Deutschland ein Wort Deutsch sprechen konnte.