09.11.16

Bürgermeister gedenkt der Opfer der Novemberpogrome von 1938

Schale am Grünklee-Mahnmal aufgestellt

Vor 78 Jahren - im November 1938 – wurden hunderte Juden in Deutschland ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Der 9. November 1938 als Tag, an dem die Synagogen brannten wurde zu einem erschreckenden Wendepunkt. Hass und Diskriminierung der Nazis wandelten sich an diesem Tag in offenen Terror und Gewalt gegen Juden. Die Reichspogromnacht gilt als Beginn der systematischen Verfolgung der Juden, die schließlich im Holocaust endete. „Auch das ländliche Bad Oeynhausen war damals nicht von diesen Taten ausgenommen“, sagt Bürgermeister Achim Wilmsmeier und ergänzt: „Auch hier gab es Anhänger der Nationalsozialisten und andererseits lebten auch hier Juden als Nachbarn unter den Bad Oeynhausenern.“ Die Namen von 50 verschleppten Bad Oeynhausener Juden sind bekannt. In stillem Gedenken hat der Bürgermeister stellvertretend für sie alle am Mittag des 9. November eine Schale am Grünklee-Mahnmal in Volmerdingsen aufgestellt. Die Familie Grünklee war  1941 von den Nazis verschleppt und in Riga ermordet worden. „Wir müssen die Erinnerung an das Geschehene wach halten,“ ist sich Wilmsmeier sicher. Und die Erinnerung dürfe nicht einfach zur bloßen Routine werden. Diese Woche sei auch geprägt vom Volkstrauertag, an denen Deutschland der Opfer der beiden Weltkriege und der Opfer der Gewaltherrschaft gedenkt. Wilmsmeier: „Das Gedenken am Grünklee-Mahnmal am Tag der Reichspogromnacht ist ein sehr persönliches Gedenken.“ Aus dem Alltag heraus einen Ort aufzusuchen, an dem Bad Oeynhausener Juden Teil der Gesellschaft waren, sei auch ein Ansporn, die Gesellschaft von heute gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit zu schützen.