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Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept Mindener Straße - Nordbahn - Innenstadt

Der Rat der Stadt Bad Oeynhausen hat am 5.11.2014 das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept Mindener Straße - Nordbahn - Innenstadt beschlossen.
 
Anlass
 
Die Entwicklung der Stadt Bad Oeynhausen ist in der Vergangenheit stark geprägt worden durch die das Stadtgebiet trennende Bundesstraße B 61 („Mindener - /Kanalstraße“, Verbindung A2/A30) und die ebenfalls Ost-West verlaufende Bahnlinie der sog. Nordbahn.
Mit der Realisierung der sogenannten Nordumgehung, die voraussichtlich ab 2017 den Netzschluss zwischen der A 2 und der A 30 ermöglicht, geht eine deutliche Reduzierung des Durchgangsverkehrs auf der Mindener Straße einher.
Aber auch die zentrale Innenstadt ist zunehmend sichtbar mit Problemen behaftet. Neben Veränderungen in der Einzelhandelsstruktur, Teilleerständen und einem zunehmenden Qualitätsverlust erfüllt auch der öffentliche Raum an den Kristallisationspunkten der Innenstadt nicht die ihm zugedachte Funktion.
Um die innerstädtischen Lagen zu stabilisieren und einen Erneuerungsprozess am Standort Mindener Straße – Nordbahn und in der Innenstadt in Gang zu setzen, strebt die Stadt Bad Oeynhausen an, Fördermittel aus dem Bund-Länderprogramm „Aktive Stadtteil- und Ortsteilzentren“ zu beantragen. Mit dem vorliegenden Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept wird ein entsprechendes Handlungsprogramm für den Standort Mindener Straße – Nordbahn und die Innenstadt vorgelegt. 
 

Das Untersuchungsgebiet:


Zielstellung

Das Konzept stellt einleitend vier übergeordnete Ziele für das Untersuchungsgebiet vor:

Daraus werden zehn Entwicklungsziele formuliert:
 

  1. Stadtverträgliche Entwicklungsperspektiven für Gewerbe- und Brachflächen zwischen der Nordbahn und der Werre aufzeigen
  2. Chancen und Potenziale nach Fertigstellung der Nordumgehung aufzeigen und nutzen
  3. Die Erreichbarkeit der Innenstadt Bad Oeynhausens für alle Verkehrsteilnehmer verbessern
  4. Städtebauliche, gestalterische Aufwertung der Achse Herforder Str. – Mindener Str.
  5. Die Innenstadt als urbanen sowie gesellschaftlichen Identifikationsort der Stadt Bad Oeynhausen stärken
  6. Den Kurpark als Teil der Innenstadt und Keimzelle der Stadtentwicklung begreifen und Potenziale besser nutzen
  7. Die Multifunktionalität der Innenstadt erhalten und stärken (arbeiten, wohnen, essen, trinken, einkaufen, feiern, erholen…)
  8. Zeitgemäße Umgestaltung öffentlicher Flächen/Plätze/Straßen in der Innenstadt zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität und Aufwertung des Stadtbildes
  9. Kommunale Infrastruktureinrichtungen mit Quartiersfunktionen hinsichtlich Energieeffizienz und/oder 0der Barrierefreiheit optimieren
  10. Stärkung des Wohnstandorts Innenstadt (auch für Familien)

Öffentlichkeitsbeteiligung

Mit dem Instrument „Stadtkonferenz“ wurden die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig und transparent in den Planungsprozess eingebunden. Hierdurch bestand die Möglichkeit, den Planungsprozess mitzugestalten und Entscheidungen zu beeinflussen. Insgesamt wurden im Jahr 2014 drei Stadtkonferenzen veranstaltet.
 
In der ersten Stadtkonferenz am 25. Februar wurden die Aufgabenstellung und die Zielrichtung des Diskussionsprozesses vorgestellt. Im Anschluss wurde an vier Themenständen eine moderierte, vertiefende Diskussion zu Stärken und Schwächen, zum Handlungsbedarf und Wünschen angeboten und anschließend die Anregungen und Ideen der Bürgerinnen und Bürger offen im Plenum diskutiert.

Auf der zweiten Veranstaltung am 6. Mai wurden die Ergebnisse der ersten Stadtkonferenz zusammenfassend dargestellt und die hergeleiteten wichtigsten Maßnahmen und ein Entwurf eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts für den Teilstandort Mindener Straße vorgestellt. Die einzelnen Maßnahmen wurden, sortiert nach städtebaulichen Themenfeldern, an den Themenständen diskutiert. Die Bürgerinnen und Bürger nutzten die Möglichkeit, zu den vorgestellten Maßnahmen Anregungen und Änderungswünsche einzubringen. Ein Anliegen der zweiten Stadtkonferenz war es auch, von den Bürgerinnen und Bürgern eine Einschätzung zu erhalten, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen geeignet sind, die übergeordneten Ziele zu erreichen.

Die dritte Stadtkonferenz wurde am 22. Oktober als Informationsveranstaltung durchgeführt. Die Ergebnisse des Planungsprozesses, insbesondere eine Auswahl an wichtigen Einzelmaßnahmen, wurden vorgestellt. Die Veranstaltung diente dem Ziel, die Bürgerinnen und Bürger über die weitere Vorgehensweise und die zu erwartende Zeitplanung zu in formieren. In einer anschließenden Diskussion wurden die Methoden und Aktivitäten erörtert, wie in der Umsetzungsphase möglichst viele Akteure zur Attraktivitätssteigerung beitragen können.


Maßnahmen und Projekte

Als Ergebnis wurde ein Bündel an zielführenden Maßnahmen und Projekten für das Untersuchungsgebiet zusammengestellt. Diese werden in vier thematische Handlungsfelder „Konzeption und Steuerung“, „Stadtgestalt und öffentlicher Raum“, „Freizeit und Soziales“ und „Verkehr und technische Infrastruktur“ geordnet.
 
Das Handlungsfeld A „Konzeption und Steuerung“ beinhaltet zum einen Maßnahmen, die vorbereitenden Charakter haben und für weitere Umbauvorhaben Planungs- und Gestaltungsvorgaben festlegen sollen. Zum anderen werden Maßnahmen aufgeführt, die Fördermöglichkeiten für Dritte eröffnen.
 

  1. Erstellung eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts
  2. Vorbereitende Untersuchungen Sanierungsgebiet Mindener Straße – Nordbahn
    Eine Präsentation dazu finden Sie hier.
  3. Untersuchung zur Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum
  4. Architektenwettbewerb/Workshop „Zukunftsfähiges Wohnen für Familien“ an der Portastraße/ Gneisenaustraße
  5. Wettbewerb zur innerstädtischen Verknüpfung und Gestaltung des Stadteingangs Herforder Str./Mindener Str. mit der Innenstadt und dem Bahnhof
  6. Konzeptstudie zur Umgestaltung der Bahnunterführungen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Radfahrer
  7. Fassadenprogramm
  8. Modernisierung und Instandsetzung prägender Gebäude
  9. Evaluation und Verstetigung der Maßnahmen des ISEK
  10. Beauftragter der Gemeinde zur Umsetzung des Konzeptes
  11. Verfügungsfonds Aktive Stadt- und Ortsteilzentren
  12. Gestaltungsvorschläge für die Kurparkeingänge und zur Vernetzung des Kurparks mit der Innenstadt
  13. Fuß- und Radwegekonzept zur Vernetzung der Stadtquartiere und der Innenstadt mit der Werre
  14. Bewerbung Flächenpool.NRW: Brachflächenmobilisierung

 
Das Handlungsfeld B „Stadtgestalt und öffentlicher Raum“ beinhaltet die Umsetzung konkreter Projekte, durch die eine deutliche Verbesserung der Qualität des öffentlichen Raums und der Stadtgestalt im Allgemeinen erreicht werden soll:
 
15.   Platzumgestaltung mit Aufenthaltsbereichen und Spielelementen
15.1 Konzept Spielräume Innenstadt
16.   Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf dem innerstädtischen Inowroclaw Platz
17.   Verbesserung der Aufenthaltsqualität von Teilbereichen der Fußgängerzone (Klosterstraße /Portastraße/Paul-Baehr-Straße sowie  Viktoriastraße)
18.   Entwicklung des Grünzugs „Gleis Weserhütte“ mit Fuß- und Radweg
19.   Herstellung eines städtischen Platzes zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität an der Mindener Str./Alter Rehmer Weg
20.   Herstellung eines Grünanlage mit Fuß- und Radweg am Stadion zwischen der Mindener Str. und der Werre
21.   Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Tannenbergstraße für Fußgänger- und Radfahrer
22.   Verbesserung der Wegeverbindungen im innerstädtischen Fuß- und Radwegnetz
23.   Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität am Quartiersplatz Kaiser-Wilhelm-Platz mit Anbindung an die Herforder Str.
24.   Änderung der städtebaulichen Vernetzung der Innenstadt (Herforder Str.) mit dem Bahnhofsvorplatz, Neugestaltung der Treppenanlage
25.   Gestalterische und funktionale Aufwertung Bahnhofsvorplatz
26.   Folgenutzung / Sanierung / Umbau Bahnhofsgebäude
 
Handlungsfeld C „Freizeit und Soziales“ bündelt alle Maßnahmen, die den Untersuchungsraum als Freizeit- und Sozialraum stärken:
 
27.   Umgestaltung der Rollschuhbahn zum Skaterpark
28.   Energetische Ertüchtigung und Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit am Haus der Jugend
29.   Energetische Sanierung und Maßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit des Sielbades
30.   Energetische Sanierung Grundschule Altstadt
31.   Neubau eines Hallenbades am Standort Sielbad
32.   Einrichtungen eines Wohnmobilstellplatzes im Sültebusch
 
Das Handlungsfeld D „Verkehr und technische Infrastruktur“ umfasst alle verkehrlichen Maßnahmen, die dazu beitragen, die Erreichbarkeit der Innenstadt zu verbessern und die eine bessere technische Quartierversorgung ermöglichen.
 
33.   Rückbau der B 61 zur stadtverträglichen Hauptverkehrsstraße und Gestaltung der Knotenpunkte
34.   Machbarkeitsstudie Radschnellweg OWL
35.   Ausbau des Fernwärmenetzes in der Innenstadt
 
Im Rahmen des ISEK werden alle für den Untersuchungsbereich als städtebaulich notwendig oder erforderlich angesehene Maßnahmen aufgelistet. Teilweise ist eine Förderung über das Stadtumbauprogramm jedoch nicht möglich. Folgende Maßnahmen sind nicht förderfähig bzw. werden über andere Förderprogramme gefördert:
 
-      Fuß- und Radwegekonzept
-      Bewerbung Flächenpool.NRW
-      Gestalterische und funktionale Aufwertung Bahnhofsvorplatz
-      Folgenutzung / Sanierung / Umbau Bahnhofsgebäude
-      Neubau eines Hallenbades
-      Einrichtungen eines Wohnmobilstellplatzes
-      Alle Maßnahmen des Handlungsfeldes D
 
Alle Maßnahmen sind im Konzept mit Hinweisen über die geplanten Realisierungszeiträume und über geschätzte Kosten aufgeführt. Das Entwicklungskonzept gibt mit den Umsetzungszeiträumen für jedes Projekt eine Prioritätenliste vor, die jährlich überprüft werden soll. Viele der vorgeschlagenen Maßnahmen sollen über mehrere Jahre umgesetzt werden.
 


Gesamtkonzept

Der Beschluss über das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) Mindener Straße – Nordbahn – Innenstadt wurde durch den Ausschuss für Stadtentwicklung in der Sitzung am 30.09.2014 vorberaten und vom Rat der Stadt Bad Oeynhausen am 05.11.2014 gefasst (DV VO/14/0106).
 
Hier können Sie das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) Mindener Straße – Nordbahn – Innenstadt downloaden:

Eine jährliche Fortschreibung des ISEK und der Projektliste ist vorgesehen und wird dem Ausschuss für Stadtentwicklung und dem Rat der Stadt Bad Oeynhausen zur Entscheidung vorgelegt.
 
Im weiteren Verfahren werden die Einzelmaßnahmen je nach Bearbeitungsstand präsentiert.
 
Z.Z. sind keine Einzelmaßnahmen in Bearbeitung.


Ansprechpartner

Stadt Bad Oeynhausen
Rathaus II
Schwarzer Weg 6
D-32549 Bad Oeynhausen

Frau Gabriele Schmidt
Telefon: 05731 14-2100
g.schmidt@badoeynhausen.de 


Frau Janina Kracht
Telefon: 05731 14-2102
j.kracht@badoeynhausen.de